Geboren am 13.12.1915 in Los Gatos (Kalifornien), gestorben am 11.7.1983 in Santa Barbara, seine Asche wurde im Santa Barbara Channel verstreut. Sein Vater ließ die Familie sitzen, als Kenneth Millar drei war. Dank der Zerstreutheit einer Tante, die die Lebensversicherung des Rabenvaters nicht gekündigt hatte, bekam er nach dessen Tod genug Geld zum Studieren. Ein weiterer Zufall war, wie er zum Schreiben kam: Seine Frau Margaret tat's auch und verdiente bald mehr als er mit seiner Dozentur. Millar schickte seinen ersten Roman an ihren Verlag und bekam ihn mit der Begründung zurück, ein Autoren-Paar sollte nicht den gleichen Verleger haben. Nach drei Jahren Weltkrieg wurde aus dem Dozenten Kenneth Millar in Michigan der Schriftsteller Ross Macdonald in Kalifornien: Der Erfolg seiner Frau zwang ihn, ein Pseudonym zu wählen. Ansonsten grenzte er sich nicht von ihr ab; von ihren Nachbarn unterschieden sich die Millars gar durch eine hübsche Gemeinsamkeit: ihr auffälliges Interesse an Mordprozessen.
»Ross Macdonald wurde von der amerikanischen Kritik, die weniger orthodox zwischen E- und U-Literatur unterscheidet, als einer der wichtigsten zeitgenössischen amerikanischen Schriftsteller gefeiert. Er ›amalgamierte‹ auf geschickte Weise beide Richtungen des amerikanischen Krimis: den ›hard-boiled touch‹ von Hammett und Chandler mit dem moralischen Detektiv als Psychoanalytiker.«Die Weltwoche
»Die intelligente Konstruktion, die Kunst der Charakterisierung und die verbale Treffsicherheit sorgen immer wieder dafür, daß man Ross Macdonald treu bleibt.«Die Zeit
»Ross Macdonald hat erreicht, was Chandler vorschwebte: Die Vollendung des Detektivromans. Die Menschen, von denen er berichtet, sind vielschichtige Charaktere, deren Lebensechtheit zuweilen fast beängstigend ist. Die Schilderung ihrer gierigen, gewalttätigen, resignierten, verzweifelten Versuche, sich einen möglichst großen Fetzen vom angenehmen Leben und vom überquellenden Reichtum der kalifornischen Gesellschaft abzuschneiden, gehört zum Spannendsten und Erregendsten, was die zeitgenössische Literatur zu bieten hat.«Frankfurter Allgemeine Zeitung