Geboren am 24.11.1713 in Clonmel (Irland), gestorben am 18.3.1768 in London, begraben in Coxwold (Yorkshire). Sein Vater war ein verarmter Offizier mit reichen Verwandten, die das Studium von Laurence Sterne bezahlten. Theologie schien eine sichere Wahl. Sterne studierte ohne Interesse oder Eifer. Zwanzig Jahre lebte und predigte er als Vikar, heiratete die nicht an Grazie oder Geist, aber an Gütern reiche Elizabeth Lumley. Ab und zu ließ er die Messe ausfallen, weil er zur Jagd ging. Nachdem die zwei ersten Bände seines ›Tristram Shandy‹ ihn 1759 berühmt gemacht hatten, ließen seine Geistesblitze und seine selbsteingestandene Unfähigkeit, »über ein ernstes Thema zwei Minuten nachzudenken«, ihn zum Mittelpunkt aller Gesellschaften in London werden. Er wurde Vikar in Coxwold, wo er jedes Jahr zwei weitere Bände schreiben wollte. Seine schwache Gesundheit machte dies unmöglich, und mit Reisen nach Frankreich und Italien versuchte er vergeblich, gesund zu werden.
»Auf der Höhe seiner Kunst beweist Sterne eine phantasievolle Charakterdarstellung, die in ihrer Feinfühligkeit und Subtilität unübertroffen bleibt. Sternes Stil nimmt sich in der verstohlenen Schönheit seiner entwaffnenden Einfachheit so verwirrend aus, daß selbst die größten Literaturkritiker nicht vermocht haben, seine besondere Qualität zu analysieren.«John Cowper Powys
»Sterne war der schönste Geist, der je gewirkt hat; wer ihn liest, fühlt sich sogleich frei und schön, sein Humor ist unnachahmlich, und nicht jeder Humor befreit die Seele.«Johann Wolfang von Goethe
»Sternes Ideen sind so zwanglos, so unscheinbar, so privat, so entlegen, daß der Leser erstaunt ist und entzückt meinen muß, Schreiben sei doch leicht. Sogar seine Unanständigkeiten beeindrucken als eine besondere Art von Ehrlichkeit.«Virginia Woolf
»Reich gesegnet seit eh und je sind die Britischen Inseln mit exzentrischen Geistern, aber im ganzen 18. Jahrhundert und bis auf den heutigen Tag haben sie niemals wieder einen so begnadeten Irrwisch hervorgebracht wie Laurence Sterne.«Der Spiegel