Geboren am 31.5.1819 in West Hills (Long Island), gestorben am 26.3.1892 in Camden (New Jersey), dort auf dem Harleigh-Friedhof begraben. Das Handwerk des Schreibens lernte er als Setzerlehrling am Setzkasten. Walt Whitman wurde Journalist, dann Chefredakteur, bis sein Engagement gegen die Sklaverei seine Karriere beendete. Er kehrte nach Brooklyn zu seinen Eltern zurück und half beim Zimmern. 1855 veröffentlichte er unter dem Titel ›Grashalme‹ zwölf Gedichte. Der Empörung der Kritiker und dem finanziellen Mißerfolg stand nur Emersons Enthusiasmus entgegen, der die Sammlung als »außerordentliche amerikanische Probe von Geist und Wahrheit« begrüßte. Von Auflage zu Auflage wuchs die Zahl der aufgenommenen Gedichte auf fast 400, die Zahl ihrer Verehrer blieb bescheiden. 1873 verlor Whitman seine Arbeitsfähigkeit infolge einer Lähmung. Er zog nach Camden, wo er durch einen Kreis von Anhängern bis zu seinem Tode unterstützt wurde.
»Whitman hat die Kraft, uns selbst in Zeiten erschwerten Trübsinns wieder zu Mut und Freude zu verhelfen. Auf eine unbeschreibliche Art und Weise bringt er uns ›en rapport‹ mit den weiten, frischen, lichten Räumen und den unermeßlichen und durchsichtigen Tiefen. Wie kein anderer ist er der Dichter leidenschaftlicher Freundschaft und der Dichter jener köstlichen flüchtigen Empfindungen, die entstehen, wenn sich unsere Liebe und unser Kummer mit der Präsenz der Natur vermischen.«John Cowper Powys
»Whitmans eigentliche Botschaft war der Weg ins Ungewisse. Das freie Sich-selbst-Überlassen der Seele, das Überantworten des eigenen Schicksals an sie und an die undeutliche Drohung des Weges ins Ungewisse. Dies ist die kühnste Regel, die sich ein Mensch je setzte.«D. H. Lawrence
»Buchdrucker, Lehrer, Zimmermann und Zeitungsschreiber; ein Hymniker zeitgenössischen Lebens; unerschütterlicher Optimist, Lobredner der Demokratie.«Handbuch der Weltliteratur