Der Sohn eines bekannten Malers wollte ebenfalls ein solcher werden, mußte aber Jura studieren. Seine Interessen für Kunst und Literatur waren lebhafter als jene für das Studium. Die ersten Erfolge feierte er mit Dramen und Prosagedichten, die er unter einem Pseudonym veröffentlicht hatte. Zahlreiche Reisen nach Südeuropa und Kleinasien, als Privatmann und ab 1831 im Staatsdienst als Inspektor der historischen Denkmäler, lieferten ihm Stoffe und Milieus für seine Novellen, darunter ›Carmen‹ als die berühmteste. Nach einem langanhaltenden Erfolg im literarischen und öffentlichen Leben – als Senator und häufiger Gast bei Napoleon III. – trieben ihn private Rückschläge und das Versiegen seiner Produktivität in die Zurückgezogenheit. Er lernte Russisch und übersetzte Puschkin, Gogol und Turgenjew. Völlig vereinsamt starb er 1870 in Cannes.