Eduard Mörike, geboren 1804 in Ludwigsburg, studierte am Tübinger Stift Theologie und wurde evangelischer Vikar in verschiedenen süddeutschen Gemeinden. Er dichtete jedoch lieber, als Messen zu lesen, war oft unglücklich verliebt, in seine jüngere Schwester Klara zum Beispiel, und verheiratete sich noch unglücklicher. Aus Gesundheitsgründen pensioniert, übernahm er die Redaktion einer Damenzeitung und unterrichtete Deutsch an einer Mädchenschule. Seinen Künstlerroman ›Maler Nolten‹ arbeitete er zeitlebens um. Sein ab 1838 veröffentlichtes lyrisches Werk, das Einflüsse der Romantik, der Antike und des Volkslieds aufweist, zeichnet sich durch hohe Musikalität aus, was Komponisten wie Schumann, Brahms, Bruch oder Schoeck zu zahlreichen Vertonungen anregte. Berühmtheit erlangte Mörike vor allem mit der 1856 erschienenen Novelle ›Mozart auf der Reise nach Prag‹.