Geboren um 1260 in Hochheim bei Gotha, gestorben zwischen 1327 und 1328 in Köln oder Avignon. Die Beschaulichkeit seines Lebens im Dienst seines Ordens und der Lehre wurde kurz vor seinem Tod durch die Anklage der Gotteslästerung erschüttert. In Avignon verteidigte sich Johannes Eckehart persönlich vor dem Papst, erlebte es jedoch nicht mehr, daß dieser 28 Sätze aus seinen Schriften verurteilte. In ihnen hatte er etwa behauptet, daß »die Welt von Ewigkeit her gewesen ist«, oder: »Gott liebt die Seelen, nicht das äußere Werk.« Eckehart wurde um 1260 in Hochheim bei Gotha aus ritterlichem Geschlecht geboren und trat in Erfurt sehr jung den Dominikanern bei. Seine Predigten machten ihn berühmt. Er leitete verschiedene Klöster und war Professor an der Sorbonne (daher der Zusatz ›Meister‹, der für ›magister‹ steht). Mit seinen auf deutsch geschriebenen Traktaten und Predigten gilt der Mystiker als einer der Begründer der deutschen Prosa.
»Ich hatte seit 1900 zuerst unter dem Einfluß der deutschen Mystik von Meister Eckhart bis Angelus Silesius gestanden, für die der Urgrund des Seins, die namenlose, personlose Gottheit erst in der Menschenseele zur ›Geburt‹ kommt.«Martin Buber
»Meister Eckehart ist einer der tiefsten und universellsten Köpfe – eine eigenartige Kreuzung aus einem kristallklaren Denker, einem Dichter von unvergleichlicher Wucht, Plastik und Originalität der Bildsprache und einem religiösen Genie.«Egon Friedell
»Es ist kein Zufall, daß Katholiken und Protestanten, ›Gottgläubige‹, Theisten und Atheisten, Idealisten und Pantheisten sich auf ihn berufen, ihn als einen der Ihren auf den Schild erheben.«Friedrich Heer
»Meister Eckehart ist eine Schlüsselgestalt in der Geschichte der Menschen. Über die Jahrhunderte hinweg erschließen sich aus unserer Lebenserfahrung und gegen sie, zunächst merkwürdig fremd, dann plötzlich nah und vertraut, nie erreichbar, aber unerschütterlich wahr, die Worte Meister Eckeharts.«Kurt Ruh
»Eckehart hat den Unterschied zwischen Haben und Sein mit einer Eindringlichkeit und Klarheit beschreiben und analysiert, wie sie von niemandem je wieder erreicht worden ist. Laut Eckehart ist es unser Ziel als Menschen, uns vom Haben zu befreien, um zum vollen Sein zu gelangen.«Haben und Sein