Gustave Flaubert wurde 1821 in Rouen geboren. Seinem Vater, einem Chirurgen, sah er als Kind heimlich beim Sezieren zu, als literarischer Realist machte er seine Schreibfeder zum Skalpell. Romane und Dramen schrieb er schon in der Schule, wo er vom »tiefen Abscheu vor der Menschheit« ergriffen worden war. Nach einem heftigen epileptischen Anfall brach er sein Jurastudium ab und zog sich auf den Familienbesitz in Croisset bei Rouen zurück. Er nahm sich vor, nie zu heiraten, und widmete sich fast ausschließlich dem Schreiben. Nach einer Reise in den Orient beschloss Flaubert, Croisset nie mehr zu verlassen. Sein Roman ›Madame Bovary‹ löste bei seinem Erscheinen 1857 einen literarischen Skandal aus, in dessen Folge Flaubert vor Gericht erscheinen musste. Der einzige Kontakt zur Außenwelt war ein reger Briefwechsel mit seiner Geliebten Louise Colet und zahlreichen Schriftstellerkollegen wie z.B. Ivan Turgenev. Flaubert starb 1880.
»Flaubert glaubte, es gebe ›a priori‹ für jedes Ding in dieser verwickelten Welt ein treffendes Wort, ›le mot juste‹, und es sei die Pflicht des Autors, dieses zu finden. Er glaubte, erwiesen zu haben, daß dieses Wort unweigerlich das bestklingende sei. Er schrieb mit langsamer Feder; in seinem Werk gibt es keine Zeile, die nicht geprüft und gefeilt wäre.«Jorge Luis Borges
»Die Kunst des Romans konnte seitdem nicht mehr überboten werden.«Heinrich Mann
»Für Flaubert bestand der Zweck des Lebens nicht darin zu leben: Er lebte, um zu schreiben. Kein Mönch in seiner Zelle hat die irdischen Freuden so entschieden seiner Liebe zu Gott geopfert, wie Flaubert den Reichtum und die Vielfalt des Lebens seinem Ehrgeiz opferte, ein Kunstwerk hervorzubringen.«W. Somerset Maugham
»Sein Menschenhass, von dem man soviel gesprochen, lag nicht ursprünglich in ihm, sondern war langsam durch den beständigen Anblick der ihn umgebenden durchgängigen Dummheit entstanden.«Guy de Maupassant
»Flaubert hat die grundlegende Denkarbeit für fast alle nachfolgenden erzählenden Prosaisten von Rang vorweggenommen.«Ezra Pound
»Ja! Flaubert ist mein Lehrmeister, und wenn ich vorankomme, werde ich Flaubert II. sein.«Oscar Wilde
»Lesen Sie mehr Franzosen, lesen Sie Balzac, bei dem seinerzeit alle schreiben gelernt haben, lesen Sie Stendhal, Flaubert, Maupassant. Sie verstehen zu schreiben, bei ihnen ist das Formgefühl und die Fähigkeit, den Inhalt zu konzentrieren, erstaunlich entwickelt. Ihnen kann man nur noch Dickens gleichstellen und vielleicht noch Thackeray.«in: M. Gorki