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Weihnachtszeit ist Lesezeit – und was liest Diogenes?

Die Weihnachtsferien nahen, und die Vorfreude ist groß: Erholung und Gemütlichkeit stehen bevor, Kerzen und Plätzchen, Braten und Lametta sowie der gesamte Kitsch, der die Festtage so behaglich macht. Vor allem aber freuen wir uns auf viel Zeit zum Lesen! Was wir uns für die Ferien an Lektüre vorgenommen haben?

<p>Philipp Keel, Verleger</p><br/>

Zu lesen, das weiß jeder, gibt es weiß Gott genug. Wenn man dabei etwas Neues entdeckt, ist das ein großes Glück. Wie zuletzt Der Löwensucher von Kenneth Bonert und Die Sache mit dem Dezember von Donal Ryan, zwei selten starke Debüts, die im Frühjahr bei Diogenes erscheinen werden und die ich jedem Leser ans Herz lege. Überhaupt, denken Sie bitte daran: Lesen ist gesund. Und damit ein anderes Metier nicht leidet und Sie wissen, was los ist auf dieser verrückten Welt, vergessen Sie nicht, auch die Tageszeitung regelmäßig zu lesen. Dazwischen habe ich seit jeher die etwas weniger intellektuelle Angewohnheit, mich in Magazinen zu verlieren, und kann dabei wunderbar abschalten.

<p>Renata Sielemann, Werbeleitung</p><br/>

Meine Weihnachtslektüre habe ich diesmal unserem Reiseziel entsprechend ausgewählt. Meir Shalev Ein Russischer Roman, David Grossmann Eine Frau flieht vor einer Nachricht, Yael Hedaya Zusammenstöße: Richtig, es geht nach Israel! Und falls noch Zeit bleibt, möchte ich unbedingt Karen Köhlers Wir haben Raketen geangelt lesen.

<p>Anna von Planta, Lektorat</p><br/>

Für mich und andere, die zwischen den Jahren zu Hause bleiben: 

Reise an den Rand des Universums von Urs Widmer, der wie kein anderer das Ferne im Nahen und das Nahe im Fernen verorten kann.

Andrew McCarthys The Longest Way Home über einen Mann, der nur mal schnell Milch holen gehen will und erst um die halbe Welt reisen muss, bis er den Mut zum Bleiben findet. 

Und zum Wiederlesen das ultimative Versink-Buch: Tolstois Krieg und Frieden.

<p>Kerstin Beaujean, Presse/Öffentlichkeitsarbeit</p><br/>

Wolf Haas, Brennerova: »Jetzt ist schon wieder was passiert« – endlich! Lachen unter dem Weihnachtsbaum, welch Geschenk. Zudem: bei diesem Cover muss man einfach zugreifen.

Alice Munro, Liebes Leben: Tiefe, intensive Erzählungen, auf das Wesentliche konzentriert und mit nachhaltiger Wirkung. Sofort ist man nach wenigen Worten in eine Stimmung versetzt (wie bei meinem verehrten Georges Simenon). Es wird wohl das letzte Buch der Literaturnobelpreisträgerin sein.

Martin Suter, Alles im Griff als Hörbuch. Pointiert, bissig, höchst amüsant. Und gelesen von Stefan Kurt, der auch schon den Weynfeldt in der Verfilmung gespielt hat. Da bleibe ich doch noch gerne länger im Bett liegen.

<p>Susanne Bühler, Werbung/Online</p><br/>

Wiedersehen mit Brideshead ist ein Buch meiner ewigen Bestenliste – und endlich, endlich bei Diogenes. Nun werde ich an Weihnachten erneut in die wunderschönen Neuübersetzungen von Evelyn Waughs Werk eintauchen und mir Brideshead von Sylvester Groth vorlesen lassen.

Ich war vorgewarnt – und doch ist es mir auch passiert: Die Knausgård-Sucht hat mich erfasst. Noch in den letzten Ferien habe ich mir nach der Lektüre des ersten Bandes Sterben den zweiten Band Lieben bestellt. Aber es ist tatsächlich Langstreckenlektüre, so hoffe ich auf ruhige Festtage.

George Orwells Tage in Burma werde ich lesen, weil gleich zwei Freundinnen derzeit dort auf Reisen sind – das hat mich neugierig gemacht.

Für kürzere Lesezeiten vorm Einschlafen wird Edward St. Aubyns Der beste Roman des Jahres auf meinem Nachttisch liegen. Seine Melrose-Saga hat mir sehr gut gefallen.

<p>Martha Schoknecht, Hörbuch/Werbung</p><br/>

Nachdem mich Jens Wonneberger schon in Goetheallee und Sture Hunde mit seiner lakonischen Art, die mich einige Male zum Schmunzeln brachte, seiner Sprache und seinen starken Figuren wirklich sehr für sich eingenommen hat, freu ich mich nun auf den dritten Roman von ihm: Gegenüber brennt noch Licht. Eine Hauptfigur namens ›Plaschinski‹ und der erste Satz »Als ich die Augen aufschlage, ist es finster, und das ist gut so.« – Mehr brauch ich fast nicht …

Die Band Erdmöbel ist einfach wunderbar – ungeheuer sympatische Musiker mit ihren fulminant gespielten Instrumenten plus die nötige Prise Verschrobenheit. Die stets poetischen und großartigen Texte lassen sich aber auch sehr gut als Lyrik lesen. Und das werde ich dank des Buches Liebeslieder von Markus Berges in den Ferien können und überaus gern tun (und leise die Melodien dazu summen).

Dünne Bücher geben Raum für umfangreiche Hörbücher! Zum Glück haben wir bei Diogenes doch noch ein paar im Programm, die ich noch nicht kenne. So freue ich mich sehr, mich in den kommenden Wochen wieder einmal ganz einem ausladenden (14 CDs!) Klassiker widmen zu können: der ungekürzten Lesung von Joseph Roths Radetzkymarsch!

<p>Catherine Schlumberger, Veranstaltungen/Blog</p><br/>

Weihnachtsferien – herrlich faule Tage, um viel zu lesen. So lautet denn mein Vorhaben: dicke Bücher und zwar am Stück! Schon länger in meinem Regal steht Sterben von Karl Ove Knausgård. Seit Lieben, wo ich mit dem Unterstreichen der schönen und wahren Sätze kaum mehr nachkam, bin ich schwer angefixt – höchste Zeit nun also für den ersten Band. Per Zufall erfuhr ich 2013 von einer Lesung Knausgårds hier in Zürich, organisiert von der Schweizerischen Gesellschaft für Skandinavische Studien an der Uni, rund 50 Zuhörer, heute wären es wohl einige mehr.

Auf Das achte Leben (Für Brilka) von Nino Haratischwili wurde ich auf der Frankfurter Buchmesse aufmerksam. Auch sie habe ich kurz darauf auf einer Lesung erlebt. Die Buchhändlerin in der Reihe vor mir schwärmte schon vor Beginn der Veranstaltung dermaßen von dem Roman, dass ich beschloss, mir den handlichen Ziegelstein (1279 Seiten! Dünndruck!) am Büchertisch zu kaufen, noch bevor die Autorin die Bühne überhaupt betreten hatte. Nach ihrem charmanten und klugen Auftritt hätte ich dies aber sowieso getan.

Für Sing mir ein Lied. 9872 Meilen und eine Geschichte von Astrid Rosenfeld, die ich als Diogenes Autorin überaus schätze, fehlte mir bisher leider die Zeit. Dies wird nun schleunigst nachgeholt. Auf die Aufzeichnungen eines abenteuerlichen Trips quer durch die USA voller verrückter, absurder und herzzerreißender Begegnungen und die liebevolle und aufwendige Gestaltung freue ich mich sehr!

<p>Margaux de Weck, Lektorat</p><br/>

Tayie Selasi, Ghana must go, weil mir eine interessante Konstellation aus sehr unterschiedlichen Freunden, Geschwistern und Kolleginnen den Roman empfohlen hat.

Botho Strauß, Herkunft, weil das Buch bei meiner Lesegruppe als Nächstes auf dem Programm steht.

Honoré de Balzac, Tante Lisbeth, weil mein kluger Tischnachbar bei einem Abendessen vor ein paar Tagen begeistert davon erzählte und sogar aufstand, um das Buch aus der Manteltasche zu holen und eine Lieblingsstelle vorzulesen. Und weil man immer einen Klassiker im Gepäck haben sollte.

<p>Robin Donati, Lizenzen</p><br/>

Ich werde mich wieder den beiden Kassetten (Die Romane/rot, resp. Gesammelte Erzählungen/blau) von F. Scott Fitzgerald widmen. The reason why:
- mein Lieblingsschriftsteller (bis jetzt, ich kenn ja noch nicht jeden)
- Wahnsinns-Sprache (sehr schöne, bildreiche Sätze, für die man sich allerdings begeistern können muss, um sie zu mögen)
- geniale und hochdramatische Veränderungen der jeweiligen Protagonisten
- sehr viel Autobiographisches enthalten
- kann man aufgrund der blumigen Sprache immer wieder lesen, weil man eh nicht alles mitbekommt beim ersten Mal
- extra neu übersetzt für diese Ausgabe
- Kassettenformat schaut toll aus im sowie auf oder unter dem Gestell
- herrliche Ausstattung (Cover!)

<p>Ruth Schildknecht, Vertrieb</p><br/>

Die verlorenen Welten des Zdeněk Burian bekommt mein Sohn Moritz zu Weihnachten geschenkt. Zum einen, weil er ein großer Dino-Fan ist und schließlich mal Paläontologe werden möchte. Zum anderen, weil ich seine Klagen darüber, dass er nicht genügend Dinosaurier-Bücher besitzt und keine gescheiten Malvorlagen hat, satthabe.
Die Illustrationen von Burian sind kongenial und hinreißend, dass ich mir nicht nehmen lassen werde, es mit Moritz zusammen anzuschauen und ihm daraus vorzulesen. Natürlich freue ich mich schon sehr auf die sicher bald nach Weihnachten entstehenden Dino-Zeichnungen. Vielleicht basteln wir daraus ein Buch?

Serafin und seine Wundermaschine von Philippe Fix möchte Moritz sehr oft vorgelesen bekommen, aber vor dem Zubettgehen ist die Zeit dafür meist zu kurz. In den Weihnachtsferien werden wir mindestens einmal die Wundermaschine zusammen lesen und anschauen und uns an tausend Kleinigkeiten erfreuen, die es in diesem Buch zu entdecken gibt. Und wir werden einmal mehr rätseln, wohin genau Serafin und Plum am Ende entschwinden – und ob sie jemals zurückkehren.   

Den Kinderbuchklassiker Kein Kuss für Mutter von Tomi Ungerer habe ich durch die kürzliche Neuauflage wieder einmal in die Hand genommen. Natürlich beschloss ich gleich, dass meine Kinder Toby Tatze unbedingt kennenlernen müssen. Ich hoffe, sie eifern ihm nicht in allen Dingen nach und werden auch nach dem Vorlesen ab und an einen Kuss für mich übrighaben.

Beim Erstellen der Bestellscheine bin ich wieder über einige Klassiker im Diogenes Programm gestolpert, die ich schon längst gelesen haben wollte. Joseph Conrad ist so ein Autor, den ich immer sehr gern gelesen habe. Für die Weihnachtsferien habe ich mir deshalb Herz der Finsternis zurückgelegt.

Der japanische Verlobte von Amélie Nothomb als Einstimmung auf meine Reise nach Japan im Februar und kleine Vorbereitung auf Eine heitere Wehmut, ihr neues Buch, das im nächsten Frühjahr erscheint.

Ein Thema, das ich schon länger vertiefen möchte, sind die (wirtschaftlichen) Möglichkeiten und Nebenwirkungen der weltweiten Vernetzung durch Internet & Co. Jaron Lanier kann mir in Wem gehört die Zukunft? sicher in verständlicher und unterhaltsamer Weise einen Einstieg bieten.

Fotos: © Diogenes Verlag