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Denken mit: Fernando Pessoa

Manchmal ist der Kopf zu leer oder das Herz zu voll, man ist wort- oder gar ratlos. Wie schön ist es da, dass es kluge und der Sprache mächtige Schriftsteller und Denker gibt, deren Sätze uns zum Lachen, Grübeln oder Schmunzeln bringen. So lassen wir uns heute begeistern und entführen von: Fernando Pessoa

»Wenn das Herz denken könnte, stünde es still.«

»Das praktische Leben schien mir immer der unbequemste aller Selbstmorde zu sein.«

»Ich lehne mich an meinen Schreibtisch wie an ein Bollwerk gegen das Leben.«

»Lieben heißt der Einsamkeit müde sein, mit anderen Worten, Liebe ist Feigheit, Verrat an uns selbst.«

»Leben heißt sterben, denn wir haben in unserem Leben nicht einen Tag mehr, der nicht ein Tag weniger wäre.«

»Skrupel sind der Tod allen Handelns.«

»Der Glaube ist der Instinkt allen Handelns.«

»Glauben heißt irren. Nicht glauben nützt nichts.«

»Wir alle, die wir träumen und denken, sind Hilfsbuchhalter in einem Stoffgeschäft oder in irgendeinem anderen Geschäft in irgendeiner Unterstadt. Wir führen Buch und erleiden Verluste; wir zählen zusammen und gehen weiter; wir ziehen Bilanz, und der unsichtbare Saldo spricht immer gegen uns.«

»Reisen? Existieren ist reisen genug.«

»Wenn eintrat, was ich erwartete, kam es stets unerwartet.«

»Der einzige innere Sinn der Dinge ist, dass sie keinen inneren Sinn besitzen.«

»Zwischen mir und dem Leben ist eine dünne Glasscheibe. So deutlich ich das Leben auch erkenne und verstehe, berühren kann ich es nicht.«

»Letztlich bleibt vom Heute, was vom Gestern blieb und vom Morgen bleiben wird: das unstillbare Verlangen, allzeit derselbe und zugleich ein anderer zu sein.«

»… mein ganzes Leben ist eine noch nicht unterschriebene Quittung.«

»Ich brauche Wahrheit und Aspirin.«

»Meine Phantasie ist ein Triumphbogen. Das ganze Leben zieht durch ihn hindurch.«

Weitere kluge Gedanken finden sich in Denken mit Fernando Pessoa.

Fernando Pessoa (1888-1935) ist der wohl bedeutendste moderne Dichter Portugals. Er gehört zu den großen literarischen Erneuerern. So ist er nicht nur der Begründer der modernen Dichtung seines Landes, sondern eine der Schlüsselfiguren in der Entwicklung der zeitgenössischen Dichtung überhaupt. Er gab seinem vielfältig gespaltenen Ich die Namen Alberto Caeiro, Ricardo Reis, Álvaro de Campos und eben Pessoa, das im Portugiesischen so viel wie »Person, Maske, Fiktion, Niemand« bedeutet.