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Lyrik von Otto Jägersberg: »Keine zehn Pferde«

Dass Otto Jägersberg der erste neuentdeckte deutsche Autor im Diogenes Verlag war, wissen fleißige Leser dieses Blogs bereits. Vor Kurzem ist sein Gedichtband Keine zehn Pferde erschienen. Genau dreißig Jahre nach seinem fulminanten Debüt.

Keine zehn Pferde

In Jägersbergs Gedichten eröffnet sich ein poetischer Kosmos voller Konkretheit, Wehmut und Witz. Alltägliches wird mit viel Lakonie und Ironie in poetischer, kurzer Form zu Papier gebracht: Bitteres Weh über ein verschwundenes Fahrrad findet ebenso Platz wie das Lob der Stampfkartoffeln. Die Einsicht, dass Fußball hilft, steht neben der Warnung davor, was passiert, wenn man die falschen Frauen küsst. »Heitere Gedichte eines wachen Ironikers«, befand die Neue Zürcher Zeitung lobend.

Lyrik erlebt derzeit ein Hoch, wie jüngst das Börsenblatt erfreut konstatierte. Wünschen wir uns, dass angesichts der wiedererwachten Popularität der Dichtung die Antwort auf folgende Frage bald ganz selbstverständlich ist:

Und weil laut gelesene Lyrik noch schöner ist, trägt Otto Jägersberg hier zwei seiner Gedichte, Drei Brillen und das titelgebende Keine zehn Pferde, gleich selber vor:

So kann es gehen in den Gedichten von Otto Jägersberg. Der Dichter selbst hat auch drei Brillen. Eine für das Nahe, das er so dicht heranholt, dass es auf einmal fremd und neu wirkt. Eine für die Ferne, wohin seine Sehnsucht schweift. Und eine für das Komische, das er im Zusammenprall von Hehrem und Bodenständigem überall entdeckt.

 

Der Gedichtband Keine zehn Pferde von Otto Jägesberg ist am 29.4.2015 erschienen. Gleichzeitig wurde sein Coming-of-Age-Roman Weihrauch und Pumpernickel. Ein westpfählisches Sittenbild neu aufgelegt.