Logo Diogenes Verlag
13
Hanspeter Padrutt  |  Der epochale Winter  |  Taschenbuch, 400 Seiten | € (D) 12.90 / sFr 22.90* / € (A) 13.30

detebe 21845 Broschur, 400 Seiten
Erschienen in Aug. 1997

ISBN 978-3-257-21845-9
(D) 12.90 / (A) 13.30
sFr 22.90*
* unverb. Preisempfehlung

Merken Platzhalter Okay-Icon Drucken

Hanspeter Padrutt
Der epochale Winter

Zeitgemäße Betrachtungen

Ein philosophisch-poetischer Rundgang durch die Literatur der ökologischen Bewegung und einige Überlegungen zu einer Antwort auf die Frage ›Was heißt Umdenken?‹. Ein philosophisches, politisches, musikalisches und poetisches Buch, traurig, aber nicht pessimistisch, heiter, aber nicht optimistisch, knollig, aber nicht knallig.

Mehr zum Inhalt

Wenn der Autor in den vergangenen fünf Jahren gefragt wurde, worüber er denn schreibe, sagte er zögernd: »Über die geistigen Grundlagen des Umweltschutzes.« Sein Rundgang durch die ökologische Literatur im 1. Kapitel des Buches setzt sich mit wichtigen Publikationen der grünen Bewegung der letzten fünfzehn Jahre auseinander, mit ›Die Grenzen des Wachstums‹ und ›Global 2000‹, mit Büchern von Carl Amery, Gregory Bateson, Armin Baumgartner, Fritjof Capra, Marylin Ferguson, Erich Fromm, Herbert Gruhl, Ivan Illich, Konrad Lorenz, Manon Maren-Grisebach, Ilya Prigogine/Isabelle Stengers, Rupert Riedl, H. E. Richter, James Robertson, E. F. Schumacher, Robert Spaemann, Johano Strasser/Klaus Traube, Max Thürkauf, Frederic Vester, Franz Vonessen, C. F. von Weizsäcker und vielen anderen mehr. Eine kompetente Übersicht mit kritischen Erörterungen. Die weiteren Kapitel: Das überhandnehmende Maschinenwesen. Ein Rundgang durch die Welt der Technik mit vielen Beispielen. Das Lied vom epochalen Winter. Die ›Winterreise‹ von Franz Schubert und Wilhelm Müller, in ungewohnter Weise ertönend. Winston Smith und die Ereignisblume. Die Neusprache und das Wort. Eine Wiese ist eine Wiese. Der tautologische Weg der Phänomenologie. Wenn die Gräser sprossen wollen ... ... weht daher ein lauer Wind, und das Eis zerspringt in Schollen, und der weiche Schnee zerrinnt. Mit den ›Grünen‹ meint der Autor nicht eine politische Partei, Grüne nennt er alle jene, die von der ökologischen Problematik getroffen sind, dem Umweltschutz eine hohe Bedeutung zumessen und sich auch im eigenen Alltag danach zu richten versuchen. Als ein in diesem Sinne Grüner und als phänomenologisch orientierter Psychotherapeut befasst er sich mit der Bedeutung der ›phänomenologischen Bewegung‹ in der Philosophie für die Ökologie. Was heißt ›Umdenken‹ und entsprechendes Handeln? Zugleich geht es in diesem Buch um das, was sich in unseren Maschinen zeigt und verbirgt, um Heideggers politische Vergangenheit, um Orwells Neusprache, um den weltgeschichtlichen Winter, der von einer ›Winterreise‹ angekündigt wurde, und um die Frage, ob sich Anzeichen für ein Tauwetter fänden.

StimmenAlle anzeigen

»Wer weiß, was er sagen will, kann es auch so sagen, daß ich es verstehe. Padrutt weiß nicht nur, was er sagen will, sondern bringt es auch leidenschaftlich vor. Ein Buch, in dem es im weitesten Sinne um die Ursprünge der griechischen Philosophie geht und um die Schwierigkeiten, die man beim Übersetzen derselben haben kann. Außerdem um das Leben im ganzen und in Einzelheiten. 848 Seiten. Ohne daß mich der Autor auch nur für einen Augenblick abhängt.«Das Magazin

»Ein fesselnder Genuß. Getragen von einem schier unglaublichen Wissen und fachübergreifenden Kenntnissen, bietet Padrutt ein Lehrstück in Sachen Textexegese. Schritt für Schritt, Vers für Vers handelt er das Lehrgedicht ab, von dem er eine eigene Übersetzung ans Ende seines Buches stellt. Er zeigt, daß alles so gelesen werden kann, wie das die Forschung bislang tat, daß aber auch eine andere Sicht– und Leseweise möglich ist. Padrutt zweifelt nicht, daß durch Parmenides' Philosophie dem wissenschaftlichen und technischen Fortschrittsdenken der Weg geebnet wurde. Er zeigt jedoch philologisch brillant, daß das Lehrgedicht des Eleaten zugleich auch als Warnung vor blinder Wissenschaftsgläubigkeit und als Bekenntnis zur ursprünglichen und unverstellten Alltagserfahrung, die nicht zugunsten eines wissenschaftlichen Prinzipiengeflechtes zurücktritt, gelesen werden kann.Parmenides wird als ›unheimliche Schlüsselfigur‹ erwiesen, ›als unfreiwilliger Wegbereiter des Fortschritts in die Wissenschaft und damit in die moderne Technik und zugleich als unerhörter, mißverstandener Warner vor einem solchen Weg‹. Anhand von Parmenides' Philosophie zeigt Padrutt, daß der Weg in die ökologische Krise keineswegs zwingend war und daß damit auch die Chance besteht, aus der Sackgasse wieder herauszufinden. Dieses opulent ausgestattete Buch ist in vielfacher Hinsicht herausragend. Es ist ein Reisebericht, eine Geistesgeschichte, es ist ein Traktat über die ökologische Krise und den ›epochalen Winter des weltweit überhandnehmenden Maschinen– und Computerwesens‹, es ist glänzende philologische Forschungsarbeit, die auch Laien nachvollziehen können, und es ist schließlich nicht zuletzt ein bemerkenswertes Stück Literatur.Das Kernstück des Buches ist das fiktive Gespräch zwischen einer Genforscherin, einer Spezialärztin, einem Politiker und dem Fremden aus Elea. Diesem Gespräch, einem Plädoyer für eine antikopernikanische Wende, kann man nur eine Bühnenbearbeitung wünschen.«Die Welt

»Das Buch ist ein Ereignis. Umfassend in Anspruch und Umfang liegt es nun in einer sorgfältigen und schönen Ausgabe vor. Die Fülle der Fächer, in welcher sich der Autor grenzauflösend bewegt, ist reich. Philologie wird zur Philosophie, welche die Naturwissenschaft hinterfragt und die Ökologie durchdringt. Prof. Gerhard Bruckmann (Club of Rome) beschreibt Hanspeter Padrutt denn auch aufgrund seines mehrfach ausgezeichneten ersten Buches ›Der epochale Winter‹ als einen ›der ganz seltenen Universalisten unserer Zeit‹. Hanspeter Padrutt hat ein in jeder Dimension gewichtiges Buch geschrieben. Ein oft anspruchvoller Text entzieht sich dem ungeduldigen Konsum. Indessen führt Klarheit in Aufbau und Sprache die Lesenden sicher an das Gemeinte heran. Zusammenfassungen erleichtern die Orientierung zusätzlich. Nicht das eindimensionale, zielgerichtete Denken bestimmt das Buch, sondern das kreisende Werden- und Seinlassen von Gedanken und Bildern. Gleichzeitig besessen und verspielt umtanzt der Autor seinen Gegenstand, und die Lektüre seines Buches ist dementsprechend instruktiv, vergnüglich und abwechslungsreich. Eine großartige Leistung kommt leichtfüßig daher: ›Und sie bewegt sich doch nicht‹ gibt der der ökologischen Bewegung eine neue philosophische Verankerung.«Die Weltwoche

»In seinem Buch ›Der epochale Winter‹ beklagte der Zürcher Psychotherapeut und Psychiater Hanspeter Padrutt die ökologischen Folgelasten der wissenschaftlich–technischen Entwicklung. Auch in seinem neuen Werk ›Und sie bewegt sich doch nicht‹ sieht er unsere Zivilisation durch den Fortschritt der Wissenschaften gefährdet. Wenn wir ihrer ›Herkunfts– und Entstehungsgier‹ nicht schleunigst Einhalt gebieten, so warnt er, steht uns eine ökologische Weltkatastrophe ins Haus. Anzeichen hierfür gebe es zuhauf: Tschernobyl, Seveso, Harrisburg, Kuwait City, Ozonlöcher, Umweltverschmutzung und das Elend der Dritten Welt. Was an diesem Buch von mehr als achthundert Seiten jedoch frappiert, ist nicht so sehr die Botschaft – Ähnliches hat man schließlich schon vor Jahren bei Weizsäcker und anderen Autoren lesen können –, sondern der Aufwand, der hier betrieben wird, der abenteuerliche Weg, den Padrutt beschreitet, die Umwege, die er zurücklegt, sein Rückblick auf Entwicklungen, Zusammenhänge und Hintergründe, seine sorgfältige, um Genauigkeit und Aktualität bemühte Übersetzung des Gedichtes von Parmenides und sein geduldiges Sicheinlassen auf verschiedene Deutungsmöglichkeiten; ebenso die verständliche Sprache, die eines Fachjargons nicht bedarf.«Neue Zürcher Zeitung

Lesezeichen / Weitersagenschliessen