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Friedrich Dürrenmatt  |  Gedankenfuge  |  Hardcover Leinen, 208 Seiten | € (D) 16.90 / sFr 29.90* / € (A) 17.40

Hardcover Leinen, 208 Seiten
Erschienen in 1992

ISBN 978-3-257-01888-2
(D) 16.90 / (A) 17.40
sFr 29.90*
* unverb. Preisempfehlung

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Friedrich Dürrenmatt
Gedankenfuge

Bei den in ›Gedankenfuge‹ vorgelegten Texten handelt es sich um Zeugnisse eines work in progress: um die Typoskripte (in sich) abgeschlossener Stoffe sowie sämtlicher von Dürrenmatt für mögliche Folgebände der ›Stoffe‹ geplanten und von ihm zwischen 1987 und Ende 1990 mehrfach erweiterten und überarbeiteten Essays und Erzählungen aus dem Nachlaß. Abgedruckt sind die Reinschriften der jeweiligen letzten Fassung. Friedrich Dürrenmatt: »Der Versuch, die Geschichte meiner ungeschriebenen Stoffe zu schreiben, zwang mich, die Geschichte einiger meiner geschriebenen Stoffe zu rekonstruieren. Indem ich meine alten Fabeln aufgriff, griff ich mich selber auf, allzusehr bin ich mit meinen Stoffen verwoben und in sie eingesponnen. Mein Irrtum, mein Schreiben sei dem gewachsen. Allzu leichtfertig ließ ich mich auf ein Unternehmen ein, dessen Ende nicht abzusehen war. Es ging mir wie mit dem ›Turmbau zu Babel‹, den ich einmal plante und begann: ich mußte ihn abbrechen, um mich von ihm zu befreien. Was blieb, sind meine Trümmer.«

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»In der ›Gedankenfuge‹ läßt sich die Verfertigung der Geschichten beim Erzählen noch besser beobachten als in den zuvor veröffentlichten Stoffen. Wenn man für Dürrenmatts Stoffe ebenso wie für seine Geisteshaltung ein Vorbild suchen wollte, würde man es am ehesten in den ›Versuchen‹ Montaignes finden. Auch Dürrenmatt teilt sich vor allem selber mit, seine Obsessionen und Phantasien, seine Ängste und Albernheiten, auch er erzählt nur, will nicht lehren, gar ein System aus seinem Denken machen. Seine Aufmerksamkeit gilt den großen Mythen des abendländischen Geistes ebenso wie den Randfiguren, doch an diesen entzündet sich seine eigentliche Neugierde.«Die Welt

»Dürrenmatts Einfälle, Erinnerungen, Entwürfe, Zweifel, Rekonstruktionen vollendeter und Spekulationen über aufgegebene Werke, entwickelt aus autobiographischem und philosophischem Denken, sind die Nichtsumme seines Lebens: es läßt nicht zu, daß es zur Summe zusammengeschwindelt wird. Mit den ›Stoffen‹ ist Dürrenmatts erzählerisches Hauptwerk entstanden.«Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Selten zuvor war Dürrenmatt von einer derart wohlverpackten politischen Intelligenz, die unseren abgeordneten Volksschullehrern, die vorübergehend die Rolle von Volksvertretern spielen, ein Schlag ins Gesicht sein muß. Wirken seine mythologischen Texte philosophisch, die wissenschaftlich anmutenden literarisch und die dramaturgischen poetisch, so sind die erzählenden nämlich politisch. Nirgendwo wird es klarer als im programmatischen ›Abschied vom Theater‹, in dem Dürrenmatt das Verhältnis Barschel-Pfeiffer am Beispiel der ›Emilia Galotti‹ zeigt, Genscher zum Zeichen des Verrats als politischer Pflicht herhalten muß und das Paradox des Wissens durch Gorbatschow im Labyrinth verdeutlicht wird. ›Bald wird die einzige Freiheit, die noch möglich ist, die geistige Freiheit sein.‹ Und daß sie allein zu verteidigen sei, ist denn auch das Credo dieser ›Gedankenfuge‹. ›Gedankenfuge‹ ist Friedrich Dürrenmatts Vermächtnis, das uns mahnt, nicht dem Zeitgeist des Irrationalismus zu verfallen: ›Der Mensch wagt nie zu glauben, was er schon weiß, er glaubt nur, was er nicht wissen kann.‹ Wir sind und bleiben nun mal unverbesserliche kosmische Pechvögel im göttlichen Politbüro.«Süddeutsche Zeitung

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