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Carson McCullers  |  Das Herz ist ein einsamer Jäger  |  Roman, Taschenbuch, 320 Seiten | € (D) 9.90 / sFr 15.90* / € (A) 10.20

Roman, detebe 20143 Broschur, 320 Seiten
Erschienen in Juli 2002

ISBN 978-3-257-20143-7
(D) 9.90 / (A) 10.20
sFr 15.90*
* unverb. Preisempfehlung

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Carson McCullers
Das Herz ist ein einsamer Jäger

Aus dem Englischen von Susanna Brenner-Rademacher

Der Roman spielt im Staat Georgia, in einer häßlichen heißen Innenstadt. Es ist die Geschichte eines begabten Mädchens, Mick Kelly, und ihres gewaltsamen Kampfes gegen eine unnachgiebige und harte Umgebung. Carson McCullers’ mitleidiges Engagement gilt den einsamen Sonderlingen und Außenseitern, die sich um den taubstummen John Singer scharen, um ihm ihr Herz auszuschütten.

Mehr zum Inhalt

Tief im Süden, in einer kleinen Stadt in Georgia, scheint inmitten der Sommerhitze und des ewigen Surrens der Baumwollspinnereien die Zeit erstarrt – wie die Träume ihrer Bewohner. Da ist Mick, ein Mädchen, das endlich erwachsen werden will und den Kopf voll klassischer Musik hat; doch im Elternhaus dreht sich alles nur um das Geld, das zum Leben nicht reicht. Eines Tages taucht aus dem Nichts Jake Blount auf, der von der Revolution träumt, einer gerechten Welt – aber er trinkt und neigt zu Gewaltausbrüchen. Und da ist Dr. Copeland, ein farbiger Arzt, der ebenfalls träumt – vom Ende der Unterdrückung der Schwarzen – und daran zerbricht. Der Cafébesitzer Biff Brannon schließlich ist nach dem Tod seiner Frau wie von allen Wünschen leergespült. In seinem Café New York kreuzen sich die Wege dieser Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Halt und Vertrauen gibt all diesen Außenseitern ein Mann namens John Singer, der täglich im Café sein Abendessen einnimmt. Er ist es, der ihnen allen zuhört, sie versteht und ihnen Trost spendet – obwohl er taubstumm ist. Carson McCullers’ erstaunlicher erster Roman. Ein unsterbliches Meisterwerk.

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»Mit fünfzehn Jahren las ich dieses Buch zum ersten Mal und wußte: Das handelt von mir. Ich war Mick Kelly, das Mädchen mit den Träumen von Musik und Schönheit in einer Umgebung, die Träume nicht zuließ. Mit zwanzig war ich Jake Blount, der zornige Revolutionär. Mit dreißig fühlte ich wie Dr. Copeland, der schwarze Doktor, und ich wollte Ungerechtigkeit und Dummheit aus der Welt vertreiben. (Ach!). Als es mit den Leidenschaften nicht so klappte, wie ich wollte, war Biff Brannon mein Mann, der melancholische, unglücklich verheiratete Wirt mit der heimlichen Liebe im Herzen. Und heute weiß ich: Mr. John Singer ist die rätselhafte Hauptfigur dieses verzweifelt schönen Buches über das Scheitern menschlicher Sehnsucht. John Singer, der sanfte Taubstumme, zu dem alle mit ihren Sorgen kommen, sich verstanden fühlen, weil da einer einfach nur mal still zuhört, und Singer versteht gar nicht, was all diese Menschen von ihm wollen, und reagiert mit einer Verzweiflungstat. Was für ein Buch! Mit dreiundzwanzig Jahren hat Carson McCullers diese Schicksale von Menschen in einer Stadt im Süden der Vereinigten Staaten grandios miteinander verknüpft.«Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Mit ihrem Debüt ›Das Herz ist ein einsamer Jäger‹ wurde Carson McCullers berühmt. Es lag am Tonfall, in dem der Singsang des Südens mitschwingt, und an ihrem unvergleichlichen Talent, die Verrücktheiten des alltäglichen Lebens als ein Hin und Her zwischen Freude, Melancholie und Selbstüberwindung in einfacher, eindringlicher Sprache darzustellen. Man sieht alles vor sich, das Café, das Mädchen, den Taubstummen, spürt die Hitze und die Zeitlosigkeit, den Gehsteig und die Menschen, die um den Block gehen. Schöner kann man den Süden, seine gleichmütigen aber zu Zornausbrüchen neigenden Menschen nicht beschreiben.«Süddeutsche Zeitung

»Ich kenne kein Buch, das ähnlich traurig wäre, sich nicht in Ironie flüchtet und dennoch ohne Bitterkeit ist. Wer in ihren Büchern nur die dunkel gefärbte Grundstimmung wahrnimmt, hat mit Gewißheit nicht den zarten Klang ihrer Sprache gehört. Ihre ganze Prosa scheint von einer heimlichen Melodie, mehr einem Rhythmus aus Tönen denn aus Wörtern getragen zu sein. Deshalb steht der Trost, der von diesem Werk ausgeht, nicht in den Worten selbst, sondern klingt in deren poetischem Zusammenspiel an, er ist nicht lesbar, sondern spürbar.«Nürnberger Zeitung

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