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Leon de Winter  |  Hoffmans Hunger  |  Roman, Taschenbuch, 416 Seiten | € (D) 11.90 / sFr 19.90* / € (A) 12.30

Roman, detebe 22831 Broschur, 416 Seiten
Erschienen in Okt. 1995

ISBN 978-3-257-22831-1
(D) 11.90 / (A) 12.30
sFr 19.90*
* unverb. Preisempfehlung

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Leon de Winter
Hoffmans Hunger

In einer spannenden Spionage-Geschichte kreuzen sich die Schicksale dreier Männer: Felix Hoffman, niederländischer Botschafter in Prag, der seinen leiblichen und metaphysischen Hunger mit Essen und Spinoza stillt, Freddy Mancini, Zeuge einer Entführung, John Marks, amerikanischer Ostblockspezialist. Zugleich die Geschichte von Europa 1989, das sich eint und berauscht im Konsum. Ein Rausch, der nur in einem Kater enden kann.

Mehr zum Inhalt

In der Nacht vom 21. Juni 1989 liegt Freddy Mancini, ein unmäßig fetter amerikanischer Waschsalon-Besitzer, neben seiner Frau im Bett eines Prager Hotels. Die Ärzte haben ihm die Europareise zum Abnehmen verordnet, aber ihm, Freddy, kann Europa gestohlen bleiben. Nachts um eins quält ihn der Hunger, Freddy schleicht sich aus dem Hotel. Ein Taxifahrer wittert die fette Dollarbeute und schlägt ihn zusammen. Als Freddy wieder zu sich kommt, wird er auch noch Zeuge einer Entführung: Ein Mitglied seiner Reisegruppe wird gerade in einen Wagen gezerrt. Zur selben Zeit sitzt der niederländische Botschafter in Prag, Felix Aaron Hoffman, in der Küche seiner Botschaft und isst. Schlingt die Reste eines Botschaftsempfangs in sich hinein und liest dabei Spinoza, den Philosophen, der die wahren menschlichen Werte beschreibt. Inmitten des armen Ostblockstaates lebt Hoffman im Überfluss. Auch er hat Hunger, metaphysischen Hunger, vor allem seit seine beiden Töchter auf tragische Weise starben. Seither ist Hoffman schlaflos. Sein einziger Trost – essen. Ein dritter unglücklicher Mann: John Marks, Amerikaner und Ostblockspezialist. Er hat eine Keimphobie und trägt Handschuhe. Die Frau, die er liebt, konnte er nicht bekommen, weil sie sich entschied, bei ihrem kranken Mann zu bleiben – bei Felix Hoffman. Die Schicksale dieser drei Männer werden durch eine spannende Spionagegeschichte miteinander verwoben, in der immer eine gewisse Dunkelheit herrscht, denn keiner erfährt alles über den andern – das verbindet die Menschen mit den Geheimdiensten. Es ist zugleich die Geschichte von Europa 1989, das sich eint und berauscht im Konsum. Ein Rausch, der nur in einem Kater enden kann.

StimmenAlle anzeigen

»Leon de Winter erzählt Hoffmans Geschichte meisterlich schlicht in der dritten Person, dialogreich, eben noch geruhsam, dann mit schnellen Schritten und Schnitten. Er erzählt diskret und intim zugleich. Und auch ungeheuer komisch.«Der Spiegel

»Mit Felix Hoffman kreiert der Autor einen modernen Hiob, der zwischen immerwährender Schlaflosigkeit und quälenden Erinnerungen hin und der geworfen wird. Ob sich angesichts der Erfahrungen des Jahrhunderts, angesichts des millionenfachen industriellen Mordes an den europäischen Juden noch Trost finden läßt, ist de Winters zentrale Frage.«Frankfurter Rundschau

»Der grandiose Roman des Niederländers Leon de Winter ist ein Buch, das unter der Tarnkappe einer Spionage-Geschichte das Kunststück zuwege bringt, über das Verhängnis der Liebe und die Tragik des Todes, über die Ohnmacht der Philosophie und die Illusionen der Politik so ergreifend zu erzählen, wie man es lange nicht mehr gelesen hat.«Stern

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