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Philippe Djian  |  Pas de deux  |  Roman, Taschenbuch, 448 Seiten | € (D) 10.90 / sFr 19.90* / € (A) 11.30

Roman, detebe 22869 Broschur, 448 Seiten
Erschienen in Aug. 1996

ISBN 978-3-257-22869-4
(D) 10.90 / (A) 11.30
sFr 19.90*
* unverb. Preisempfehlung

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Philippe Djian
Pas de deux

Aus dem Französischen von Michael Mosblech

Henri-John will nur das eine: daß seine Frau Edith, die er schon seit ihrer gemeinsamen Jugend im Sinn-Fein Ballett kennt und liebt, zu ihm zurückkehrt. Doch bis dahin ist es ein langer Weg, denn die inzwischen arrivierte Schriftstellerin verträgt zwei Dinge gar nicht: daß Henri-John in ihrer Abwesenheit eine Affäre hatte, und daß er bei ihrer Heimkehr ihr neuestes Manuskript in Grund und Boden kritisiert.

Mehr zum Inhalt

Der Musiklehrer Henri-John fühlt sich in seiner Haut ganz wohl, obwohl sein Leben seit einigen Jahren recht eintönig verläuft. Sein Beruf ist nur ein Job zum Geldverdienen, seine Beziehung zu seiner Frau Edith, einer erfolgreichen Schriftstellerin, ist so gemütlich wie wärmende Filzpantoffeln – und ebenso aufregend. Seine Kollegin Hélène versucht diese Ruhe zu stören, indem sie ihn anflirtet. Henri-John ignoriert ihre Bemühungen zunächst, da eine Affäre unnötig viel Tatkraft erfordern würde. Als aber Edith für zwei Wochen in Japan auf einer Lesereise ist, lässt er sich verführen. Als Edith zurückkommt, hat sie ein Stück ihres neuesten Romanmanuskriptes mitgebracht, das in Stil und Inhalt von ihren vorherigen Arbeiten abweicht. Sie zeigt es voller Stolz ihrem Mann. Henri-John, der ihr Werk sonst sehr bewundert, ist schockiert, denn er sieht in Ediths Stilwandel eine Anbiederung an die Literaturschickeria. Er sagt ihr offen seine Meinung, was Edith tief verletzt. Nach ein paar Tagen eisigen Schweigens hält Henri-John es nicht mehr aus und will eine Aussprache. Da haut ihm Edith in einem lapidaren Satz zwei Neuigkeiten um die Ohren: Erstens, sie weiß von seinem Seitensprung; zweitens, sie wird ihn verlassen. Henri-John ist am Boden zerstört, aber er gibt nicht so schnell auf ... Ein Buch, das langsam anläuft wie ein Jim-Jarmusch-Film und sich steigert wie der Bolero von Ravel.

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»Wenn der Autor gekonnt durch Gegenwart und Vergangenheit Henri-Johns führt, wenn die beiden Erzählstränge sich beinahe tänzelnd einander annähern, immer wieder unterbrochen von reizvollen Abstechern in das faszinierende Reich der Erotik, dann birst jeder Satz geradezu vor Vitalität, dann beschwört jedes Wort lustvolle Lebendigkeit herauf. Djian besticht durch die saloppe, fast schnoddrige Leichtigkeit seiner Sprache und seine manchmal recht herb-poetische Erzählkunst.«Buchkultur

»Saftige Szenen, wie man sie von Djian kennt und erwartet, vital, unverklemmt, gemischt mit philosophischen Betrachtungen und Frechheiten. Das hat Klasse.«Norddeutscher Rundfunk

»Djian befindet sich in einer neuen Lebens- und Schreibperiode. Er hat die Gelassenheit des Älterwerdens für sich entdeckt, schaltet bewußt einige Gänge zurück in seiner Gier nach Abenteuern und ersetzt sie durch Weisheit, Wärme und philosophische Betrachtungen – ohne daß ihm darüber freilich das Grinsen auf den Lippen einfriert.«Wiener

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