Logo Diogenes Verlag
10
Hartmut Lange  |  Die Waldsteinsonate  |  Novelle, Taschenbuch, 112 Seiten | € (D) 7.90 / sFr 13.90* / € (A) 8.20

Novelle, detebe 21492 Broschur, 112 Seiten
Erschienen in März 2006

ISBN 978-3-257-21492-5
(D) 7.90 / (A) 8.20
sFr 13.90*
* unverb. Preisempfehlung

Merken Platzhalter Okay-Icon Drucken

Hartmut Lange
Die Waldsteinsonate

Fünf Novellen

Novellen, die vom Zustand jener Unglücklichen erzählen, denen das Bewußtsein ein besonderes Verhängnis war. Novellen über Nietzsches Wahnsinn, die Goebbels-Kinder, den rätselhaften Freitod von Kleist und Henriette Vogel, den Nihilisten Alfred Seidel, der, kaum neundzwanzig Jahre alt, in einer Erlanger Nervenklinik endete, und über eine Jüdin, die mit einem SS-Mann, ihrem Mörder, spazierengeht.

Mehr zum Inhalt

Die Novellen erzählen von den Unglücklichen. Von Friedrich Nietzsche, dessen tragische Stunden vom Ausbruch des Wahnsinns bis zur Ankunft Overbecks niemand zur Kenntnis nahm. Von der Ermordung der Goebbels-Kinder, um deren Rettung Franz Liszt, den man herbeigerufen hat, mit den Mitteln der Kunst vergeblich kämpfte. Vom Freitod Kleists zusammen mit Henriette Vogel, der heute noch rätselhaft, ja unbegreiflich erscheint. Die vierte Novelle ist dem Nihilisten Alfred Seidel gewidmet, der, kaum neundzwanzig Jahre alt, in einer Erlanger Nervenklinik endete und heute vergessen ist. Den Band beschließt ein makabres Beispiel humaner Utopie, in der der Zustand des Todes das Leben beschämt. Eine ermordete Jüdin geht nachts Arm in Arm mit ihrem Mörder, einem gerichteten SS-Mann, am Grunewaldsee spazieren und verbittet sich die Moral der Lebenden.

StimmenAlle anzeigen

»Ein Buch, das nicht auf die Schnelle ›erledigt‹ werden kann. Zu groß sind seine inhaltlichen und ästhetischen Qualitäten. Ein Buch, das auf willkommenste Weise dazu verführt, dazu zwingt, wieder einmal genau zu lesen, Wort für Wort; ein Werk, das mich nicht entführt, sondern auf mich selbst zurückwirft, Novellen, die den Leser hart konfrontieren mit dem, woran ihre Protagonisten leiden: überwaches Bewußtsein, tiefe Irritation und ausweglose Verwirrung. Der Leser allerdings hat ein Kunstwerk vor sich, die Helden Langes haben nur sich, ihr verstörtes Ich und eine feindliche oder gleichgültige Außenwelt. Lange schreibt eine hochkonzentrierte, mit großer Sorgfalt gestaltete und gestandene Prosa. Seine formstrengen Novellen in ihrem herb-kühlen, innerlich glühenden und erkenntnisvermittelnden Habitus zeigen mit schönster Beharrlichkeit, was Literatur auch heute noch zu leisten vermag.«Der Bund

»Die fünf Novellen dieses Bandes zählen ohne Zweifel zu den wenigen Höhepunkten der schönen deutschen Literatur nach 1945. Gerade die extremen Stoffe zeigen, daß der Staub der Zeit abgestreift sein muß, wenn das Wagnis des Vollkommenen gelingen soll.«Deutsche Monatshefte

»Ein Buch, mit dem man nach dem Lesen noch lange nicht fertig ist.«Hannoversche Allgemeine Zeitung

Lesezeichen / Weitersagenschliessen