Ein Regisseur aus Europa fliegt nach Los Angeles, um sich mit dem mexikanischen Schriftsteller zu treffen, dessen Buch er verfilmen will.›Yucatan‹ ist noch faszinierender, noch ungewöhnlicher als De Carlos bisherige Romane. Er konfrontiert in diesem Buch die amerikanische Technologie-Euphorie mit der metaphysisch und mythologisch geprägten Welt Mittelamerikas. Brillant, detailgetreu und von beißender Ironie.
›Yucatan‹ ist noch faszinierender, noch ungewöhnlicher als De Carlos bisherige Romane. Es ist eine so dichte und brillante Geschichte, daß selbst der oberflächlichste Leser von ihren Protagonisten, den sich ständig verändernden Beziehungen zwischen ihnen, dem mitreißenden Fluß der Handlung, den reizvollen Hintergründen, der Ironie und der Detailschärfe gefesselt sein wird. De Carlo konfrontiert in diesem Buch die amerikanische Technologie-Euphorie mit der metaphysisch und mythologisch geprägten Welt Mittelamerikas. Im Mittelpunkt des zivilisationskritischen Romans steht der jugoslawische Regisseur Dru Resnik, der mit seinem Assistenten nach Mittelamerika reist, um einen Schriftsteller ausfindig zu machen, dessen Buch er verfilmen will. Doch schon bei der Zwischenlandung in Los Angeles zeichnen sich Schwierigkeiten ab: Rezsnik erhält mehrdeutige Nachrichten über den Verbleib des Schriftstellers und wird schließlich durch anonyme Anrufe bedroht. Er glaubt anfangs an einen Scherz, sieht sich aber schon bald vor die Frage gestellt, ob nicht andere Interessen und Motive hinter den Vorgängen stecken: In seiner Umgebung wird u.a. über Erpressungsversuche der Mafia getuschelt. Auf der Suche nach den Hintergründen verliert Resnik schließlich sein Vorhaben mehr und mehr aus den Augen...
»Der Roman spielt auf mehreren Ebenen: der topographischen Ebene einer Reise nach Mexiko, der psychologischen einer Selbstfindung des Helden, der ideologischen einer Gegenüberstellung verschiedener Lebenshaltungen. Obwohl das Magische immer wieder in die Geschichte hineinspielt, dominiert es sie nicht. Man kann ›Yucatan‹ auch als Reisebericht lesen. Dies um so mehr, als sich der gleichsam photographische Blick, mit dem der Verfasser gewisse Aspekte des amerikanischen Lebens wahrnimmt, seit der Veröffentlichung von ›Creamtrain‹ (1985) und ›Macno‹ (1987) womöglich noch geschärft hat. Bemerkenswert ist nicht nur die Präzision, sondern auch die Wertfreiheit seiner Beschreibungen. Der Verzicht auf die Attitüden eines schöngeistigen Antiamerikanismus versetzt De Carlo in die Lage, ohne Zorn und Eifer bestimmte zeitgenössische Phänomene zu registrieren, die ihren Ursprung auf der anderen Seite des Atlantik gehabt haben mögen, aber nicht auf Amerika beschränkt geblieben sind. Dank seiner Fähigkeit zur Nuancierung erkennt man jedenfalls in ›Yucatan‹ überall die Wirklichkeit wieder, in der wir leben.«Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Die Suche nach Erleuchtung kennt viele Pointen, realistische und mythologische, besonders weil es hier ums Filmemachen geht, oder, auf einer anderen Ebene, um die Wahrnehmung. ›Yucatan‹ bestätigt etwas, wonach hierzulande niemand strebt: daß man gleichzeitig elegant, freundlich ›und‹ radikal sein kann.«Frankfurter Rundschau