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Erich Hackl  |  Auroras Anlaß  |  Erzählung, Taschenbuch, 160 Seiten | € (D) 8.90 / sFr 13.90* / € (A) 9.20

Erzählung, detebe 21731, 160 Seiten
Erschienen im 1989

ISBN 978-3-257-21731-5
(D) 8.90 / (A) 9.20
sFr 13.90*
* unverb. Preisempfehlung

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Erich Hackl
Auroras Anlaß

»Eines Tages sah sich Aurora Rodríguez veranlaßt, ihre Tochter zu töten.« So beginnt die außergewöhnliche Geschichte der Spanierin Aurora Rodríguez, die auf der Suche nach Selbstverwirklichung an die Schranken gesellschaftlicher Konventionen stößt und ihre Träume von einer besseren Welt von einer anderen, fähigeren Person realisiert sehen möchte: einer Frau, ihrer Tochter Hildegart.

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»Eines Tages sah sich Aurora Rodríguez veranlasst, ihre Tochter zu töten.« Mit diesem Satz beginnt die außergewöhnliche Geschichte der Spanierin Aurora Rodríguez (1890-1955), die auf der Suche nach Selbstverwirklichung an die Schranken gesellschaftlicher Konventionen stößt und ihre Träume von einer besseren Welt von einer anderen, fähigeren Person realisiert sehen möchte: einer Frau, ihrer Tochter. So beschließt sie, ein Kind in die Welt zu setzen, befähigt, die Menschheit – vor allem die Frauen – zu befreien. Dabei geht sie ganz rational vor: sucht einen Mann, der bereit ist, nach erfolgter Zeugung aus ihrem Leben zu verschwinden. Sie findet ihn, wird schwanger, übersiedelt nach Madrid und bringt 1914 das Mädchen Hildegart zur Welt. Von Anfang an kümmert sie sich intensiv um seine Erziehung: Mit vierzehn Jahren macht Hildegart das Abitur, mit siebzehn schließt sie das Studium der Rechte ab und schreibt sich für Medizin ein. Als aktive Sozialistin greift sie in das politische Leben Spaniens ein, als entschiedene Verfechterin der Rechte der Frau kämpft sie in Vorträgen und Büchern für deren Gleichberechtigung. Als sie scheinbar daran ist, die hohen von ihrer Mutter in sie gesetzten Erwartungen zu erfüllen, kommt sie mit achtzehn Jahren zu Tode. Der Fall ist historisch belegt. Überall dort, wo es gesicherte Fakten gab, ist ihnen der Autor gefolgt. Die Dialoge aber sind nachempfunden, die Ambiguität zwischen Tatsache und Fiktion bewusst angestrebt. Ein konzentriertes, in der distanzierten Erzählweise sprödes, aber atemloses und spannendes Stück Prosa zum Thema Emanzipation einerseits und zur spanischen Geschichte andererseits, das heute in der Zeit der Genmanipulation eine erschreckende Aktualität aufweist.

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»Souverän und stilsicher erzählt Erich Hackl einen ganz einmaligen Fall; zugleich gibt er einen Einblick in das Spanien der Zeit vor Franco und vor dem Bürgerkrieg. Der Erzähler drängt dem Leser keine politischen Lehren auf, doch er bringt ihn zum Nachdenken. Und vor allem: er unterhält ihn aufs beste mit einem spannenden Buch, das keine Längen hat. Dies ist ein Debüt, das auf Kommendes neugierig macht.«Der Tagesspiegel

»Die Sprache der Erzählung oszilliert zwischen Journalismus und Literatur: knapper, unprätentiöser Stil, nüchtern im Ton, ohne ein Quentchen Pathos, lakonische Sätze wie im Protokoll. Hackl erfindet seinen Stoff nicht, er findet ihn im vermischten Teil der Zeitungen. Und wie einem Chronisten gelingt es ihm, die Ereignisse der Vergangenheit wiederzubeleben.«Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt

»Bewundernswert ist die artistische Sicherheit, mit der Erich Hackl zu Werke geht, ist die Präzision, mit der dieser Schriftsteller Auroras Abenteuer protokolliert – auf eine Weise, die uns, wenn der Aberwitz mit solcher Beiläufigkeit zur Sprache findet, nachhaltig in die größte Spannung versetzt. So daß wir fast nicht glauben mögen, daß sie sich tatsächlich zugetragen hat, diese Geschichte.«Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Erich Hackl schreibt mit größter Sorgfalt: Seine literarische Präzision ist bis auf den Millimeter deutsch. Mit einem Minimum an auktorialem Eingreifen, ist die Handlung um so packender; Hackl läßt die gräßlichen Fakten für sich selbst sprechen.«Independent

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