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Andrzej Szczypiorski  |  Nacht, Tag und Nacht  |  Roman, Taschenbuch, 304 Seiten | € (D) 8.90 / sFr 12.90* / € (A) 9.20

Roman, detebe 22635, 304 Seiten
Erschienen im Juli 2000

ISBN 978-3-257-22635-5
(D) 8.90 / (A) 9.20
sFr 12.90*
* unverb. Preisempfehlung

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Andrzej Szczypiorski
Nacht, Tag und Nacht

Aus dem Polnischen von Klaus Staemmler

Der Wissenschaftler Antoni erzählt einer Schweizer Journalistin seine Lebensgeschichte, schildert seine große Liebe zur schönen Widerstandskämpferin Justyna, die ihm in langen Jahren der Gefangenschaft kreuz und quer durch das Land nachreist. In einem zweiten Bogen werden die Geschehnisse aus anderer Sicht dargestellt, neue Gestalten tauchen auf, die alle auf ihre Weise zum Lauf der Dinge beitragen.

Mehr zum Inhalt

Andrzej Szczypiorskis neuer Roman – sein erstes Werk, das er ohne Einmischung eines totalitären Staatsapparates schreiben konnte – ist Liebesgeschichte und Politthriller mit autobiographischen Zügen, Pamphlet und Lehrbuch für Geschichte in einem. Aus dem Psychogramm von Akteuren, Mitläufern und Opfern: Polen, Deutschen, Russen, Juden, Christen, entsteht ein selten klares Bild der Vorgänge und Hintergründe, die die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts bis heute prägen, eines Jahrhunderts, in dem manches dämmerte, es Nacht, Tag und Nacht wurde – und wieder Tag. Die Hauptfigur, der Wissenschaftler Antoni, erzählt einer jungen, neugierigen Schweizer Journalistin seine Lebensgeschichte, schildert seine große Liebe zur schönen Widerstandskämpferin Justyna, die ihm in langen Jahren der Gefangenschaft kreuz und quer durch das Land nachreist. In einem zweiten Bogen werden die Geschehnisse aus anderer Sicht dargestellt, neue Gestalten tauchen auf, die alle auf ihre Weise zum Lauf der Dinge beitragen: der Redakteur Czarnocki, der als Handlanger der Kommunisten den Judenhass schürt, weil ihn seine kluge Lidka verlässt, Lomakin, der russische Funktionär, ein Mann »wie ein Schneesturm oder ein heißer Steppenwind oder eine dunkle Wolke über den Kuppeln Moskaus«, der fehlende Bildung durch fehlende Skrupel spielend ausgleicht, der Träumer Knoller, dessen »Reise nach Amerika« alles ändern wird, der reiche Gutmajer, auch »Kuhmist« genannt, der sich von nackten Geliebten das Frühstück servieren lässt und dabei auf seltsame Weise zu Tode kommt, und nicht zuletzt der Mann ohne Gesicht, der überall auftaucht und erst wahrgenommen wird, wenn es zu spät ist ... Szczypiorski gelingt mit leichter Hand die Synthese der Erfahrungen mit totalitären Mächten im Europa des 20. Jahrhunderts in einem packenden Roman.

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»Wie kein anderer polnischer Schriftsteller ist Szczypiorski, in Wort und Tat, zu einem Boten der Brüderlichkeit geworden, zu einem Brückenbauer zwischen Polen und Deutschen; und daheim genießt der Intellektuelle, wie Václav Havel in der CSFR und György Konrád in Ungarn, politische Autorität. In seinem neuesten Buch zieht Szczypiorski eine Art Summe des Daseins unter Diktaturen: ›Nacht, Tag und Nacht‹ ist ein Roman als Panorama, in manchen Zügen eine Fortführung der ›Schönen Frau Seidenman‹ und bei gewohnt meisterlicher Fabulierkunst eine scharfsinnige Analyse. Mit subtiler Seelenkenntnis stichelt Szczypiorski Porträts hinter den Fratzen und Masken.«Der Spiegel

»›Nacht, Tag und Nacht‹ ist eine in Prosaform gefaßte Tragödie. Aber die Lektüre deprimiert keineswegs, denn Szczypiorski beschreibt selbst das menschliche Elend mit einer so intelligenten, leicht ironischen Heiterkeit, mit so einem Verständnis für die Täter und solcher Bewußtheit für die Situation der Opfer, daß die Lektüre zu einem großen literarischen Erlebnis wird.«Süddeutscher Rundfunk

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