Mit Zeichnungen von Tatjana Hauptmann
Eine Einführung in die Gedankenwelt des Vaters der modernen Philosophie von Wolfgang Kraus
Aufsätze, Reden, Wortmeldungen und Gespräche von Daniel Keel
Ein Film von Charlotte Kerr
Eine New Yorker Liebesgeschichte
oder Ein Fall von Geringfügigkeit
oder Die Sackgasse
Geschichten und anderes
Eine Biographie von Tullio Kezich
Eine Biographie
Jiddisch – Deutsch
Sprüche und Widersprüche über Moral und Politik, Phantasie und Künstler, Frauen und Psychologen, Journalisten und Dummköpfe
und wie das Vreneli die Gletscher brünnen machte
In Brunndorf, einem niederösterreichischen Weinbauerndorf, gehen die Uhren noch anders. Der sympathische Gendarmerie-Inspektor Simon Polt, Junggeselle und Halter eines eigenwilligen Katers, hat mit seinen Weinbauern schon so manche Nacht durchzecht. Polt gehört dazu. Dann aber steht er vor der Leiche Albert Hahns, der in seinem Weinkeller durch Gärgas umgekommen ist. So etwas passiert in einer Winzergegend, doch diesmal, sagt der Gemeindearzt, »hat es den Richtigen erwischt«. Er spricht aus, was fast alle im Dorf denken, und leider hätte auch so gut wie jeder ein Motiv für diese Tat gehabt. Polt muß ermitteln, ob es den Weinbauern paßt oder nicht. Doch der Inspektor verhört die Leute nicht, er plauscht mit ihnen, dort, wo er sich sowieso am liebsten aufhält: in ihren Preßhäusern und Weinkellern. Das löst die Zungen, und Polt erfährt haarsträubende Dinge.
»Alfred Komarek hat den Schauplatz seines Buches so bildhaft, so atmosphärisch dicht geschildert, wie es nur wenigen Autoren gelingt. Er nimmt den Leser mit in ein kleines Dorf in Niederösterreich, in die eigenartige Welt der Preßhäuser, wo die Zeit scheinbar stehengeblieben ist. Komareks wohltuend ruhiges Erzähltempo, sein zeitweilig philosophisches Sentiment, das über der Handlung liegt, und seine Thematisierung eines Verbrechens als Katastrophe, die über eine ländliche Gemeinde hereinbricht und sie im wahrsten Sinne des Wortes heimsucht, machen den Reiz dieses bildhaft geschriebenen Kriminalromans aus. So einfühlsam, wie der Protagonist Polt seine Ermittlungen anstellt, beschreibt der Autor auch die Landschaft nahe der tschechischen Grenze und die Personen, die hier leben. Zweifel an den Menschen, Charakter und die in unserer hektischen Zeit immer seltener werdende Tugend der Geduld, des Abwartens der Dinge, die sich entwickeln, bestimmen das Buch mit einem durchaus ungewöhnlichen Ausgang. Die Jury befand, daß ›Polt muß weinen‹ einer der wenigen Kriminalromane ist, denen es gelingt, Anspruch und Unterhaltung miteinander zu verbinden.«Begründung der Jury des Glauser-Preises
»Simon Polt, der direkte Nachfahre des Glauserschen Wachtmeisters Studer.«Berliner LeseZeichen