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Eigentlich wollte Brunetti mit seiner Familie in die Berge fahren. Doch dann wird vor Mestre die Leiche eines Mannes in Frauenkleidern gefunden. Ein Transvestit? Wird Streitigkeiten mit seinen Freiern gehabt haben – so die allgemeine Meinung, auch bei der Polizei. Brunetti schaut genauer hin und lernt bei seinen Ermittlungen, weniger schnell zu urteilen als die ach so ehrenwerten Normalbürger.
Eigentlich wollte Brunetti ja mit seiner Familie in die Berge fahren, statt den brütendheißen August in Venedig zu verbringen. Doch dann wird beim Schlachthof vor Mestre die Leiche eines Mannes in Frauenkleidern gefunden. Ein Transvestit? Wird Streitigkeiten mit seinen Freiern gehabt haben – so die allgemeine Meinung, auch bei Teilen der Polizei. Brunetti, so rechtschaffen, wie man es in Italien eben noch sein kann, schaut genauer hin. Stammt der Tote überhaupt wirklich aus der Transvestiten- und Prostituiertenszene? Der Commissario lernt bei seinen Ermittlungen in einem Milieu, das auch den meisten Lesern weniger bekannt sein dürfte und darum nur umso spannender ist, weniger schnell zu urteilen, als die ach so ehrenwerten Normalbürger es tun. Zusehends verdächtig wird Brunetti dabei eine Einrichtung, die sich vorgeblich äußerst verdienstvolle Ziele auf ihr Banner geschrieben hat, die sogenannte ›Lega della Moralità‹, über deren wirkliches Treiben jedoch niemand Genaueres weiß. Donna Leon deckt in ihrem Buch einen besonders eklatanten Fall bürgerlicher Doppelmoral auf sowie Korruptheiten im politischen System, die von großer Aktualität sind. Selten wurden ›sex and crime‹ mit einem so hohen moralischen Anspruch verbunden. Ein rasanter Krimi mit höchst raffiniertem Plot, atmosphärisch dicht und mit Eleganz geschrieben.
»Bei einer Männer-Tombola wäre Guido Brunetti ein echter Hauptgewinn: Er sieht gut aus, ist intelligent und humorvoll, warmherzig und unbestechlich, er hat einen nachsichtigen Blick auf die Welt und diese edle, melancholische Aura, die Frauen unwiderstehlich finden. Erfreulicherweise ist der Mann Italiener und deshalb irdischen Wonnen sehr zugetan: Er ißt und trinkt gern – Huhn mit Artischocken, frische Pfirsiche, Wein und Grappa –, er zankt sich mit seinen heftig pubertierenden Kindern und liebt seine Frau Paola auch nach 17 Jahren Ehe mit großer Zärtlichkeit und regelmäßig.«Der Spiegel
»Bei Donna Leon kommt man auch in ihrem dritten Roman ›Venezianische Scharade‹ weder von der Atmosphäre Venedigs noch von der Persönlichkeit des Commissario Brunetti mehr los. Man bangt um die Menschen dort, die in Gefahr geraten, weil sie in das Räderwerk der Korruption kommen.«Die Welt
»Der Leser von Kriminalromanen kennt ihn gut. Den Polizeidetektiv, der uns als Mensch vorgestellt wird, der ein Privatleben führt, dabei Höhen und Tiefen kennt wie jeder normale Sterbliche. Commissario Guido Brunetti aus Venedig ist ein sympathischer Beamter, dessen literarische Gegenwart erfreut. So einer war vor Jahren Maigret.«Süddeutsche Zeitung