Joseph Roth wird 1894 als Sohn jüdischer Eltern in Galizien geboren. Nach Studienjahren in Wien und Lemberg ist er im Ersten Weltkrieg Soldat. Danach lebt er, zunächst als Journalist und später auch als Schriftsteller, in Wien und Berlin. 1933 emigriert Joseph Roth nach Paris, wo er 1939, verarmt und alkoholkrank, stirbt.
»Roth ist ein Einzelfall ... Es gibt kaum einen Schriftsteller, welcher dieses beobachtende Denken hat - diese einzigartige Balance zwischen Sinnlichkeit und Reflexion; niedergelegt in Sätzen, die zugleich exakt abbilden, hintergründig erkennen und Melodien zaubern – die zugleich vernunfthell sind und geheimnisvoll.«Ludwig Marcuse
»Joseph Roth war ein barmherziger und unerbittlicher Erzähler zugleich: Er litt mit seinen Geschöpfen, er verurteilte sie nie. Aber er tauchte sie in das klare Licht, in dem alle Details deutlich werden.«Marcel Reich-Ranicki
»Joseph Roth war fünftausend Jahre alt: Alle Weisheit des Judentums war in ihm, dessen Humor, dessen bitterer Realismus; alle Trauer Galiziens, alle Grazie und Melancholie Austrias, und Roth war ein Bohemien und ein Kavalier. Die Anfänge seiner Werke sind wie präzise komponierte Eröffnungstänze, die den Lesenden in den großen Raum führen, wo der Ball stattfindet: ein Ball mit zahlreichem Publikum, mit Kaisern und Obdachlosen, von Schwermut trunkenen k. und k. Offizieren, Korallenhändlern, Schmugglern, Wirten und Kaufleuten; sie führen in Welten, die es nicht mehr gibt. Joseph Roth verlor sich nie in Geschwätz. Er beherrschte die Sprache, sie ihn, und sie gab ihm alles.«Heinrich Böll
»Das leidende und erliegende Herz ist seine Domäne. Er kann wahrhaftig erzählen, einfach und mit welcher Natürlichkeit!«Alfred Döblin
»Wie sein heiliger Trinker, der ihm so sehr gleicht, fühlte sich Joseph Roth in der rauhen Unmittelbarkeit des Lebens am wohlsten, in der physisch erfahrbaren Wirklichkeit der Farben, der Geschmäcke und Gerüche.«Claudio Magris
»Er war ein Poet im ursprünglichen Sinne des Wortes, der Schöpfer eines Alls. Kaum ein Gesamtwerk ist von größerem Charme.«Ludwig Marcuse
»Leicht gab sich die Weisheit Joseph Roths, gelassen und heiter. Doch wie sich hinter seiner Leichtigkeit Gram verbarg, so hinter der scheinbaren Gelassenheit die schrecklichste Unrast, und seine Heiterkeit war die bitterste, die sich vorstellen lässt. Nur dass er uns diesen Gram erträglich, diese Unrast apart und diese Bitterkeit schmackhaft zu machen wusste.«Marcel Reich-Ranicki
»Jede Seite, jede Zeile ist wie die Strophe eines Gedichts gehämmert mit dem genauesten Bewußtsein für Rhythmus und Melodik.«Stefan Zweig
»Roth konnte Stimmungen und Erfahrungen, die gewöhnlich nur in Musiken auszudrücken sind, in Sprache übersetzen. Etwas Ähnliches wie ein Schubert der Prosa ist er auf diese Art geworden.«Frankfurter Allgemeine Zeitung