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Thomas Strittmatter  |  Viehjud Levi  |  Stück, Taschenbuch, 144 Seiten | € (D) 7.90 / sFr 10.90* / € (A) 8.20

Stück, detebe 23152, 144 Seiten
Erschienen im April 2000

ISBN 978-3-257-23152-6
(D) 7.90 / (A) 8.20
sFr 10.90*
* unverb. Preisempfehlung

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Thomas Strittmatter
Viehjud Levi

Volkstheaterstück

Strittmatters Stücke spielen auf Schwarzwaldgehöften, in Autobahnmotels und im Stau, in märchenhaften Königreichen, an Badeseen und im Polizeiverein. Und immer sind Realität, Geschichtliches und Erfundenes so miteinander verschmolzen, daß Erfundenes historisch wahrscheinlich, Geschichtliches aber poetisch verwandelt wird. Sein Humor macht die Lektüre seiner Stücke zu einem erhellenden Vergnügen.

Mehr zum Inhalt

»Der jüdische Viehhändler Levi – von den Bauern wird er ›der Viehjud Levi‹ genannt – ist eine authentische Figur. Aus Erzählungen meines Vaters und anderer alter St. Georgener kenne ich ihn. Aus Erzählfetzen, aus Mosaiksteinchen habe ich eine Geschichte gemacht. Ich wollte herausfinden, und sei es nur in meiner Phantasie, was mit Levi nach der Machtergreifung passiert ist, denn das weiß heute keiner mehr, will niemand wissen. Davon zu erzählen bedeutet für mich eine Annäherung an die Vergangenheit, auch an die Landschaft. Eine Reflexion über meinen Begriff von Heimat.«

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»Dem vorhin zitierten Heimatbekenntnis müssen mittlerweile Sätze aus dem neuen Stück ›Irrlichter – Schrittmacher‹ entgegengestellt werden, Sätze von thomasbernhardschem Klang und Format. Wohin mit ›Irrlichter – Schrittmacher‹ die Reise geht, hat unlängst Joseph Berlinger, selbst Dramatiker und Regisseur, deutlich gemacht: Das Stück ›in die Nähe von Beckett zu rücken ist keine Blasphemie. Der Ire ist kein Heiliger, und der Alemanne Strittmatter auf dem Weg zum großen Dramatiker.‹«Bayerische Staatszeitung

Zur Aufführung ›Untertier‹, Insz.: Michael Heicks — Thalia in der Kunsthalle, Hamburg 28.3.91: »In Hamburg, im Theater in der Kunsthalle, war der Beifall heftig, denn die Inszenierung von Michael Heicks hatte Tempo und Witz und verfehlte dennoch die vom Autor angestrebten Eindringlichkeiten und machte so die Übertragbarkeit auf andere, militärisch ausgerichtete Hierarchien zur Befriedung der Gesellschaft leicht. Die Aufführung scheint sich eher an der Groteske und am Humor des Italieners Dario Fo zu orientieren als an der psychologisch gründelnden deutschen Gegenwartsdramatik. Wir sehen auf dem Theater hier sogenannten Untertieren der Nation beim Leben zu – das ist eine legitime Aufgabe des Theaters – und bekommen einmal mehr eine Ahnung davon, welche Lunten unter den glitzernden Oberflächen aus Konsum und Kommerz sich langsam aber unaufhaltsam voranfressen.«Norddeutscher Rundfunk

»Thomas Strittmatter selber bezeichnete ›Viehjud Levi‹ als ›ein Volkstheaterstück, vielleicht im Sinne Horvaths‹. Immer noch, zehn Jahre nach seiner Uraufführung, wirkt dieses Stück als ein großer Wurf des damals Zwanzigjährigen. Eine Ausgabe von Thomas Strittmatters gesammelten Theaterstücken, wie sie der Diogenes Verlag jetzt vorlegt, ist geeignet, die besondere Qualität und Eigenart dieses Autors hervorzukehren. Thomas Strittmatter ist ein Dramatiker, auf den das deutschsprachige Theater setzen kann. Eine Buchausgabe seiner Stücke lohnt allemal.«Österreichischer Rundfunk

»›Viehjud Levi‹ erinnert des öfteren an Max Frischs ›Andorra‹ und ist doch erfrischend anders. Möchte man bei Frisch die kunstvolle Anlage und Dramaturgie nicht missen, so überrascht bei Strittmatter die Direktheit, mit der er dem Volk aufs Maul schaut.«Stuttgarter Nachrichten

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