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Diogenes Verleger Philipp Keel im Interview mit DIE ZEIT

»ZEIT: Der Börsenverein hat kürzlich eine Studie zum Buchmarkt veröffentlicht. Für die schlechten Zahlen der Branche muss man schon sehr viel Humor aufbringen. Gab es Ergebnisse, von denen Sie überrascht waren?

Keel: Nein, nicht wirklich, auch wenn die darin zu beklagenden sechs Millionen weniger Leser einem allerdings einiges an Humor abverlangen – gerade wenn man Bücher verkaufen möchte. Andererseits braucht es solche Umfragen gar nicht, man muss sich nur in seiner Umgebung umsehen. In dieser überforderten Ära bleibt für gewisse Dinge scheinbar keine Muße mehr. Lesen gehört leider dazu.
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Federico Fellini sagte einmal, dass Menschen nie aufhören werden, sich Geschichten zu erzählen (übrigens eines der wenigen Zitate, die ich mir merken kann). Und es stimmt: Geschichten sind das, was uns verbindet. Denken Sie an die vielen gut gemachten Serien. Dieser Trend ist wunderbar, auch wenn er uns Leser kostet. Dass das Publikum die Qualität darin erkennen kann, lässt hoffen, dass die Leute auch wieder mehr lesen.«

Das Interview führte Jana Gioia Baurmann.


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