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Friedrich Glauser

Foto: Copyright © Stadtarchiv Zürich

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Friedrich Glauser

Geboren am 4.2.1896 in Wien, gestorben am 8.12.1938 in Nervi bei Genua, begraben auf dem Friedhof Manegg in Zürich. Er wurde aus der Schule gewiesen, weil er die Lyrik eines Lehrers abschätzig rezensiert hatte. Wegen »liederlichen und ausschweifenden Lebenswandels« ließ sein Vater ihn entmündigen. Glauser hatte in Zürich nicht Chemie studiert, sondern war dem Dadaismus und dem Morphium verfallen. Er geriet in ein wahnwitziges Karussell von Irrenanstalten, Zuchthäusern und Kliniken, von dem er mit Hilfe der Pflegerin Berthe Bendel absprang. Ein erster Versuch, aus dem Teufelskreis auszubrechen, war von seinem Vater unterstützt worden: Ihm war es nur recht gewesen, seinen Sohn in die Fremdenlegion verschwinden zu sehen. Glausers Erstling ›Gourrama‹ handelt von dieser Zeit. Am 6. Dezember 1938, einen Tag vor der geplanten Hochzeit mit Berthe, fiel er – wahrscheinlich durch eine Überdosis Schlafmittel – in eine tiefe Bewußtlosigkeit, aus der er nicht mehr erwachte.

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»Der Begründer des modernen, deutschsprachigen Kriminalromans. Die fünf Romane um den Wachtmeister Studer sind Meisterwerke mit unbegrenzter Haltbarkeit. Selbst ein Außenseiter (Morphium, Irrenanstalt, Fremdenlegion), schrieb Glauser in spröder, sensibler Prosa über Irren- und Armenhäusler, über die Unangepaßten und die, die nicht funktionieren, wie man zu funktionieren hat. Er definiert den Blick, den Kriminalliteratur zu haben hat: von unten auf die Gesellschaft.«Bücher

»Glauser erfand die Figur des Wachtmeisters Studer. Nach eigener Auskunft dachte er dabei an Maigret. Aber Studer wurde nicht eine Kopie. Glauser verhalf ihr zu unverkennbar helvetischer Selbständigkeit, indem er das Hintergründige in der Biederkeit versteckte.«Hugo Loetscher

»Das Buch ›Wachtmeister Studer‹ gehört heute zu den paar Fixpunkten, von denen aus die literarische Landschaft der Schweiz vermessen wird. In den inneren Vorgängen und in der Funktion, die sie im Romanablauf gewinnen, wird die Studer-Gestalt zur literarischen Leistung. Hier stößt Glauser in Zusammenhänge vor, die weder in den konventionellen noch in den exquisiten Mustern des Kriminalromans zu finden sind.«Peter von Matt

»Friedrich Glauser mit seinem abenteuerlich umgetriebenen Leben und seiner Fähigkeit, es spontan in Sprache umzusetzen, mit seiner Unmittelbarkeit, seiner leidend und leidenschaftlich durchlebten Erfahrung ist tatsächlich eine Entdeckung.«Bayerischer Rundfunk

»Wie hat er es nur geschafft, seine herrlichen Bücher zu schreiben, die ergreifenden Briefe, die zwei dicke Bände füllen? Er gehört in eine Reihe mit Gottfried Keller, C. F. Meyer, Gotthelf; mit Robert Walser; mit Dürrenmatt und Frisch. Es gibt keinen Autor aus der deutschen Schweiz, der den helvetischen Mief der Zwischenkriegszeit so genau beschrieben hat wie er. Es gibt keinen, der die sogenannt kleinen Leute so liebevoll porträtiert hat. Und es gibt keinen mit so präzisem Blick. Dieser Mann ist ein Phänomen. Es gibt nur Fragen an ihn, keine Antworten.«Tages-Anzeiger

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