Ein westpfählisches Sittenbild
Gedichte, spanisch und deutsch
Erzählungen aus ›Dubliner‹ und Erzählstücke aus den Romanen
Die ersten Veröffentlichungen von Otto Jägersberg waren Gedichte. Sie erschienen in kleinen Zeitschriften. Vereinzelt konnte man Gedichte von Jägersberg in Anthologien finden, so die inzwischen legendäre ›Huldigung an den Buchhändler Pinkus, als er mein Gehalt von 850 auf 945 Franken erhöhte‹.
»Der genaue Blick verweigert jede schablonisierte Sprache, und es ließe sich viel davon berichten, was Jägersberg unternimmt, um den Vorverständigungen zu entkommen. So braucht er um den eigenen Ton nicht bange zu sein – der fällt solchen Suchbewegungen schließlich wie selbstverständlich zu.«Sender Freies Berlin
»In lässigem Parlando, oft mit einem spöttischen Unterton, geben Jägersberg Gedichte Eindrücke von Einkaufsbummel durch westdeutsche Fußgängerzonen wieder, spüren allerorten den Sprechmüll der Werbung auf und belichten kurze Szenen aus dem bürgerlichen Familienleben.«Süddeutsche Zeitung
»Jägersberg spielt mit den Möglichkeiten einer Gattung, in der mittlerweile alles erlaubt scheint. Er lehnt sich an die Formen des modernen Prosagedichts an, mischt hin und wieder etwas von der Flüchtigkeit gefilmter Dramatik, eine Prise Kino-Pathos bei, trifft den hymnischen, den lakonischen Ton, und selten unterläuft ihm ein Klangfehler. Ihm gelingt vor allem, was dem Alltagsgedicht der siebziger Jahre so oft mißriet: die alltägliche Begebenheit, das scheinbar Triviale aus Gegenwart und Erinnerung ins Gedicht zu heben. Seine häufigste Methode: Er verhilft dem Vordergründigen, dem Banalen auf eine sprachlich höhere Stufe. Durch solche Verbindung von ›niederem‹ Inhalt mit ›hohem‹ Stil entstehen entweder Komik und Groteske oder aber ein verhaltenes, alten Photographien nicht unähnliches Pathos. Nie jedenfalls führt Jägersberg seine Gedichte ins grüne Idyll spazieren, noch verklärt er privaten Zahnschmerz zu jenen Peinlichkeiten, wie sie in den Gedichten, die vor gut zehn Jahren vom Alltag zu erzählen begannen, so häufig anzutreffen waren.«Süddeutscher Rundfunk