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Jakob Arjouni  |  Ein Mann, ein Mord  |  Roman, Taschenbuch, 192 Seiten | € (D) 9.90 / sFr 14.90* / € (A) 10.20

Roman, detebe 22563, 192 Seiten
Erschienen im Sept. 2012

ISBN 978-3-257-22563-1
(D) 9.90 / (A) 10.20
sFr 14.90*
* unverb. Preisempfehlung

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Jakob Arjouni
Ein Mann, ein Mord

Kayankayas dritter Fall

Ein neuer Fall für Kayankaya. Schauplatz Frankfurt, genauer: der Kiez mit seinen eigenen Gesetzen, die feinen Wohngegenden im Taunus, der Flughafen. Kayankaya sucht ein Mädchen aus Thailand. Sie ist in jenem gesetzlosen Raum verschwunden, in dem Flüchtlinge, die um Asyl nachsuchen, unbemerkt und ohne Spuren zu hinterlassen leicht verschwinden können. Was Kayankaya dabei über den Weg und in die Quere läuft, von den heimlichen Herren Frankfurts über korrupte Bullen und fremdenfeindliche Beamte in den Ausländerbehörden bis zu Parteigängern der Republikaner mit ihrer Hetze gegen alles Fremde und Andere, erzählt Arjouni klar, ohne Sentimentalität, witzig, souverän.

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Ein neuer Fall für Kayankaya. Schauplatz: Frankfurt. Genauer: der Kiez mit seinen eigenen Gesetzen, die feinen Wohngegenden im Taunus, der Frankfurter Flughafen. Kayankaya sucht Sri Dao, ein Mädchen aus Thailand: Sie ist in jenem gesetzlosen Raum verschwunden, in dem Flüchtlinge, die in Deutschland um Asyl nachsuchen, unbemerkt und ohne Spuren zu hinterlassen, ganz leicht verschwinden können – wen interessiert ihr Verschwinden schon. Was Kayankaya – Türke von Geburt und Aussehen, Deutscher qua Sozialisation und Pass – dabei über den Weg und in die Quere läuft, von den heimlichen Herren Frankfurts über die korrupten Bullen und die fremdenfeindlichen Beamten auf den Ausländerbehörden bis zu den Parteigängern der Republikaner mit ihrer alltäglichen Hetze gegen alles Fremde und Andere, erzählt Arjouni klar, ohne falsche Sentimentalität, witzig, souverän.

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»Jakob Arjouni hat Chandler und Hammett nicht nur genüßlich verschlungen, sondern aufmerksam studiert und er hat sich dadurch ein handwerkliches Geschick angeeignet, auf das seine Kollegen offensichtlich verzichten zu können glauben. Daß er bei großen Meistern in die Schule ging, damit bewies er jedenfalls Geschmack und trotzdem hat Arjouni mit der Figur des Privatdetektivs Kemal Kayankaya nicht nur einen ›Doppelgänger‹ Philip Marlowes in die Welt gesetzt. Kayankaya ist ein eigensinniger und harter Bursche. Im Verlauf der Geschichten weiß man auch genau, warum er nicht mit dem zarten Gewissen des Selbstzweifels ausgestattet ist. Zu oft nämlich ist er mit der bornierten Stumpfheit und rülpsenden Arroganz seiner deutschen Landsleute konfrontiert worden, als daß er sich diesen Luxus erlauben könnte. Ob sie ihn mit gehässiger Miene auf den Balkan verwünschen oder ihm leutselig zu verstehen geben ›türkisch Mann zur Müllabfuhr‹, immer wieder muß sich Kayankaya mit der deutschen Gutmütigkeit schwabbelnder Pfannibäuche auseinandersetzen. Die ihm auf Schritt und Tritt begegnende dumpfe Feindseligkeit, die scheelen Blicke des Mißtrauens und die glasigen Augen des im Bierdunst aufsteigenden Hasses, in diesem Gewächshaus wuchernder Ausländerfeindlichkeit, die in keiner Statistik festgehalten wird, kann einer, der sich nicht duckt, nur anecken. Nicht nur von Berufs wegen also, sondern weil ihm jeder ansieht, daß er türkischer Abstammung ist, handelt er sich ständig Ärger ein, und weil sich Ärger auf eine ganz bestimmte Art und Weise am besten bewältigen läßt, schüttet Kayankaya Unmengen von Alkohol in sich hinein. Hinter diesen Begegnungen Kayankayas steckt nichts von der bitteren Anklage sozialkritischer Empörung, die in der Regel mit sauertöpfischer Miene aufgetischt wird. Arjouni bringt die kleinbürgerlichen Ressentiments zum Reden, um sie besser aufspießen zu können. In der Einsicht, daß jede Aufklärung am Spießer zur Schande wird, gibt er die brutale Dummheit der Lächerlichkeit preis. In der zähen Verfolgung des Mörders spielt immer auch ein persönliches Motiv eine Rolle, die Rache für die eingesteckten Prügel und erlittene Schmach. Dafür setzt er auch mal alles auf eine Karte. Er erweist sich dadurch als Spieler, als Abenteurer, hinter dem ein heimlicher Melancholiker zum Vorschein kommt, eine gescheiterte Existenz, ein desillusionierter Trunkenbold, der sich mit Ironie und Sarkasmus über Wasser hält.«die tageszeitung

»Der Spott des Autors und seine Lust an der Satire kennen keine Grenzen. Dieser Türke mit dem deutschen Paß schlägt nach allen Seiten aus und begrüßt seine Nachbarn im Treppenhaus nur noch mit einem fröhlichen ›Heil Hitler‹. Er tut es für uns alle. Kemal Kayankaya ist wirklich der richtige Mann zur rechten Zeit. Play it again, Jakob!«Die Zeit

»Mit grimmiger Ironie kommentiert Arjouni die Handlungen seiner Figuren, die er in scharfem Schnitt skizziert hat. Glänzend gelingt es ihm, ein Herrscherporträt wie jenes des Kiezbosses Eberhard Schmitz zu zeichnen, der mit lässiger Geste einen Check über zwanzigtausend Mark ausstellt, weil er weiß, daß er sich ›mit ein paar Pfenningen viel Ärger ersparen kann‹. Dennoch verspricht Arjounis konzise Story nicht allein Unterhaltung nach des Krimiliebhabers Geschmack. Sie deckt auch schonungslos Mißbräuche auf, zu denen die Not der Flüchtlinge verführt: anhand einer Geschichte nämlich, die sich näher an die verkommene Realität als an eine beliebige Fiktion anlehnen dürfte.«Neue Zürcher Zeitung

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