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Friedrich Dürrenmatt  |  Das Mögliche ist ungeheuer  |  Hardcover Leinen, 144 Seiten | € (D) 14.90 / sFr 19.90* / € (A) 15.40

Hardcover Leinen, 144 Seiten
Erschienen im Okt. 1993

ISBN 978-3-257-01946-9
(D) 14.90 / (A) 15.40
sFr 19.90*
* unverb. Preisempfehlung

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Friedrich Dürrenmatt
Das Mögliche ist ungeheuer

Ausgewählte Gedichte

1942/43 gleichzeitig mit der frühen Prosa (›Aus den Papieren eines Wärters‹, detebe 20848) und den ersten Sücken (›Es steht geschrieben/Der Blinde‹, detebe 20831) begonnen und seither parallel zu seinem dramatischen, Prosa- und essayistischen Werk entstanden, erschien Dürrenmatts Lyrik lange nur vereinzelt in Zeitungen und Zeitschriften, die Werkausgabe von 1980 brachte zusammen mit den Essays und Reden gerade ein rundes Dutzend Gedichte. 1985 allerdings gefolgt von der Ballade ›Minotaurus‹. So ist Dürrenmatts Lyrik bis heute nur wenigen bekannt, während seine Gedichte und Songs aus den Stücken längst zu Klassikern geworden und aus den Anthologien nicht mehr wegzudenken sind – von Akkis ›Makamen‹ aus ›Ein Engel kommt nach Babylon‹ bis zum ›Psalm Salomos, den Weltraumfahrern zu singen‹ aus ›Die Physiker‹. Der Band bringt nun, drei Jahre nach Dürrenmatts Tod, dreißig großenteils unveröffentlichte Gedichte aus dem Nachlaß: Liebeslieder folgen auf Sternenhymnen, Lebensbilanzen auf politische Psalmen; das Gedicht vom Midas, dem mythischen König, dem alles, was er anfaßte, zu Gold wurde, auf warnende Zukunftsvisionen; Prosaballaden stehen neben streng gereimten Liedern. Bei Dürrenmatt ist die Lyrik nicht Anlaß für einen Rückzug in den Elfenbeinturm, sondern, neben Komödie, Roman, Novelle und Essay, eine weitere Form, mit der er die Welt – von der Naturwissenschaft zur Philosophie, Literatur, Kunst, Politik bis zum Theater – zu durchdringen und zu bestehen versucht.

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»Ein Buch für Liebhaber. Die Momente, in denen sein Dialog in den großen Gesang übergeht, gehören zu den Sternstunden der deutschen Lyrik in der Nachkriegszeit. Die Ausgabe der ›Ausgewählten Gedichte‹ wurde von Daniel Keel und Anna von Planta betreut. Sie ist knapp und nützlich kommentiert. Peter Rüedi, dessen Dürrenmatt-Biographie in absehbarer Zeit erscheinen soll, hat ein vielseitiges Nachwort beigesteuert.«Die Zeit

»Er mag tot sein, solange er will: Der Mann bleibt brandheiß. Man ist möglicherweise durch Thomas Bernhard abgehärtet worden, doch der Anfang des Bandes beweist an älteren Gedichten, daß in den Fünfzigern und Sechzigern kaum ein packenderer Polemiker zu finden war, der (schweizerisch? schweizerisch!) den schweren Zweihänder des Insults mit solchem Schwung und so kopfabschlagend zu gebrauchen wußte. Man steckt, ehe man es sich versieht, sozusagen augenblicklich in einer – selbstverständlich breit, gesamtheitlich, sozusagen planetarisch angelegten – Europa-Beschimpfung, wie sie sich in deutscher Lyrik so nirgends finden läßt. Gemeint ist nicht das Europa von heute, sondern das waschweibartig zänkische, in Nationalitäten zersplitternde, so weltwichtige wie leere Reden leiernde, Kriege schürende, wo nicht gar selber führende Europa der letzten Jahrhunderts; das Europa von morgen. Dürrenmatt, beherzt und klagend den Part der Opfer übernehmend, bleibt bestürzend aktuell.«Neue Zürcher Zeitung

»Epische Epigramme, politische Psalme. Wütend, ironisch, zeitkritisch. Nationalismus und die Bewohnbarkeit der Erde sind immer wiederkehrende Themen, das Ringen um Menschlichkeit in einer ungerechten Welt. Bei Dürrenmatt ist die Lyrik ein akkurat wohlklingendes, von allen überflüssigen Schnörkelempfindsamkeiten befreites Satzgebilde aus Moral, Mythen und Motivketten. Und ein Ort der Selbstbesinnung und -behauptung.«Stuttgarter Zeitung

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