Patrick Süskind wurde 1949 in Ambach am Starnberger See geboren. Er studierte in München und in Aix-en-Provence mittlere und neuere Geschichte und verdiente seinen Lebensunterhalt zunächst mit dem Schreiben von Drehbüchern. 1984 erschien sein Ein-Personen-Stück ›Der Kontrabaß‹, 1985 sein Roman ›Das Parfum‹, 1987 die Erzählung ›Die Taube‹ und 1991 ›Die Geschichte von Herrn Sommer‹, mit Illustrationen von Jean-Jacques Sempé.
»Mit seinem Roman ›Das Parfum‹ stürmte Patrick Süskind alle Bestsellerlisten. Und brachte das Erzählen in die deutsche Literatur zurück.«Tages-Anzeiger
»Den Helden, die der Einsame vom Starnberger See auf die Reise schickt – im ›Parfum‹ durch das stinkende Frankreich des 18. Jahrhunderts, in der ›Taube‹ durch die Stille eines Pariser Wohnhauses, in der ›Geschichte des Herrn Sommer‹ durch die Adenauer-Ära einer oberbayerischen Provinz, im ›Kontrabaß‹ durch das gottverlassene Zimmer eines Musikers – diesen Helden Patrick Süskinds gehört unser Herz. Wir leiden mit ihnen, wir klagen an mit ihren Worten, wir frieren mit ihnen vor Verlorenheit. Sogar, wenn man sie töten will, weil sie gemordet haben, sympathisieren wir mit ihrem Stolz. Denn sie verkörpern etwas, wonach wir uns im tiefen Innern sehnen: Freiheit, Fernsein von den Zwängen der Masse, von den gewöhnlichen Dingen, vom Lärm des üblichen Lebens. Jean-Baptiste Grenouille, der Erfinder des betörendsten Duftes, den eines Menschen Nase je gekostet hat, ist der berühmteste von all diesen Freiheitskämpfern, er ist der Titelheld des Romans ›Das Parfum‹, dessen Welterfolg seinem Autor das Glück auf Erden beschert hat: Er darf allein sein, wann immer und solange er will.«Bayerischer Rundfunk
»Im Winter 1984 betrat ein Mann die literarische Szene, der seitdem zu den raffiniertesten und verblüffendsten Gestalten dieser an raffinierten und verblüffenden Gestalten nicht armen Epoche gehört.«Der Spiegel
»Es gibt eine Lektüreerfahrung, die man in der deutschen Gegenwartsliteratur bislang nur mit den Erzählungen von Patrick Süskind machen konnte. Da erzählt einer Geschichten von komischen Käuzen wie dem unauffälligen Pariser Angestellten, der vom Anblick einer Taube in eine nicht wieder gutzumachende Lebenskrise gestürzt wird, von einem Außenseiter, den seine geniale Begabung für Geruchswahrnehmungen und die kunstreiche Herstellung immer subtilerer Duftkunstwerke zum Monstrum werden lassen in einer Welt von Gestank und Ekel, vom schweigsamen Herrn Sommer, der rastlos durch die enge Welt der süddeutschen Provinz wandert und nichts will, als in Ruhe gelassen zu werden, und der dann am Ende, mit Wanderstab und Rucksack, ins Wasser geht. Hat man einmal zu lesen angefangen, will man gar nicht mehr aufhören vor lauter unerhörten Begebenheiten, liest, wie man zuletzt als Kind gelesen hat, lauter Geschichten, die vor allem eins zu sein scheinen: altmodisch spannend. Und gerät so, in der unerbittlichen Folgerichtigkeit des Geschehens, auf die Spuren einer Vergangenheit, die noch nicht aufgehört hat. Hinter den skurrilen Gestalten und Ereignissen werden Krieg und Judenverfolgung sichtbar, Erfahrungen eines unwiderruflichen Ausgestoßenseins. Im Wohlklang eines kultivierten Erzählertonfalls zeigt sich ein Entsetzen, das Goethe auf die Sentenz gebracht hat, unsere Welt sei eine Glocke, die einen Riß hat und nicht mehr klingt.«Frankfurter Allgemeine Zeitung