Hier können Sie im Kreis gehen
Johannes Kehr ist 91, Witwer und möchte niemandem mehr zur Last fallen. Warum also nicht in ein Pflegeheim? Damit er dort die erhoffte Ruhe findet, täuscht er vor, dement zu sein. Er beobachtet die schrulligen, mitunter aggressiven Mitbewohner und die Nachlässigkeit oder Überforderung des Pflegepersonals. Und er nutzt seine Scheindemenz, um Dessertnachschub zu ergaunern, Gehhilfen unliebsamer Nachbarinnen zu verstecken oder um für einen freien Nachmittag in der Stadt auszubüxen.
»Wir sind hier im Pflegeheim. Jeder, der hier wohnt, will seine Geschichte erzählen. Kommen wir zu meiner.« Doch bevor Johannes Kehr tatsächlich auf seine eigene Biografie zu sprechen kommt – seine Kindheit in Armut, seine große, aber ungelebte Liebe zu Annemarie, der Tod seines Sohnes Paul und die Zuneigung zu seiner Enkelin Sophie –, erzählt der Scheindemente mit ganz genauem Blick vom täglichen Sterben, aber vor allem Leben in einer solchen Einrichtung: von den Spielenachmittagen und weinenden Patienten, von unliebsamen Nachbarinnen und dem engagiertem wie überforderten Pflegepersonal, und von der umherstreunenden Katze und heimlichen Ausflügen in die Stadt. ›Hier können sie im Kreis gehen‹ ist ein feinfühliger Roman über würdiges Altern und Schabernack zu Wackelpudding und Kamillentee.
208 Seiten (Printausgabe)
erscheint am 24. Februar 2027
978-3-257-61651-4
€ (D) 12.99 / sFr 17.00* / € (A) 12.99
* unverb. Preisempfehlung












