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Der Gourmet
Leben und Leidenschaft eines chinesischen Feinschmeckers
Aus dem Chinesischen und mit einem Nachwort von Ulrich Kautz
Der Mensch lebt, um zu essen, ist die Devise von Zhu Ziye, dem berüchtigten Feinschmecker und Schlemmer, der sich von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang in einer Rikscha zu den feinsten Restaurants von Suzhou fahren läßt. Ihm und seinen Tafelfreuden gilt die besondere Verachtung des jungen Gao, der an Revolution und Moral glaubt, dessen Schicksal allerdings auf fatale Weise mit dem des Gourmets verwoben ist.
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Der Mensch lebt, um zu essen, ist die Devise von Zhu Ziye, dem berüchtigten Feinschmecker und Schlemmer, der sich von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang in einer Rikscha zu den feinsten Restaurants von Suzhou fahren läßt. Ihm und seinen Tafelfreuden gilt die besondere Verachtung des jungen Gao, der an Revolution und Moral glaubt, dessen Schicksal allerdings auf fatale Weise mit dem des Gourmets verwoben ist. Zu Beginn des kommunistischen Regimes wird ausgerechnet Gao mit der Leitung eines berühmten Restaurants betraut, und er hat den Ehrgeiz, diesen »Tempel der Gastronomie« in eine Volkskantine zu verwandeln. Wer könnte ihn wohl mehr dafür hassen als Zhu Ziye? Es entsteht gar ein kulinarisches Untergrund-Restaurant – mit wem an der Spitze? Natürlich dem Gourmet, der zusammen mit der einst berühmten Konkubine und Meisterköchin Kong Bixia ungeahnte Höhepunkte der Esskultur erlebt. Nach den drei Jahren der Naturkatastrophen hat es auch Gao eingesehen: Die Kultur des Essens ist für das Volk einfach lebensnotwendig. Daher will er dem Restaurant auch wieder einen gehobenen Standard verleihen. Aber, Ironie des Schicksals, ausgerechnet das wird dem aufrechten Kommunisten in den Jahren der Großen Kulturrevolution Schimpf und Schande eintragen. Doch nach den harten Jahren der Strafversetzung Gaos ist der Triumph der chinesischen Küche definitiv. Nur ist das qualifizierte Personal von einst mittlerweile im Ruhestand – und wer allein kann die geheimen Kochkünste der Alten noch vermitteln? Ein letztes Mal ist Gao zähneknirschend auf den Feinschmecker angewiesen. Zum Schluss ist der Gourmet die anerkannte Autorität in kulinarischen Dingen und gefeierter denn je. Neben seinem hintergründigen Humor ist dieser Roman ein wahres Fest für alle fünf Sinne.
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Taschenbuch, 192 Seiten
erschienen am 28. Juni 1995

978-3-257-22785-7
€ (D) 14.00 / sFr 19.00* / € (A) 14.40
* unverb. Preisempfehlung

Pressezitate

Ulrich Wickert
ARD Tagesthemen

»Ein kleiner, feiner Roman. Lu Wenfu behandelt das lebenswichtige Thema: Ernährt sich der Mensch, um gut zu arbeiten, oder arbeitet der Mensch, um gut zu essen?«

Lu Wenfu

Lu Wenfu, 1928 im Kreis Taixing (Provinz Jiangsu) geboren, kam als siebzehnjähriger Schüler 1945 nach Suzhou, wo er 2005 verstarb. Lu war vertraut mit den Suzhouern, ihrer Mentalität und ihren Sitten wie kein zweiter. Mit seiner Erzählung ›Am Ende der kleinen Gasse‹ begründete er in den fünfziger Jahren seinen literarischen Ruhm. Seit der Zerschlagung der ›Viererbande‹ 1976 gehörte er dreimal zu den Preisträgern im nationalen Wettbewerb um die besten Erzählungen des Jahres. Er war stellvertretender Vorsitzender des Chinesischen Schriftstellerverbandes und Ehrenpräsident des Verbandes der Kulturschaffenden der Stadt Suzhou.

Foto: Archiv Diogenes Verlag