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Das Schweigen des Meeres

Das Schweigen des Meeres

Mit einem Essay von Ludwig Harig
Aus dem Französischen von Karin Krieger. Mit einem Essay von Ludwig Harig und einem Nachwort von Yves Beigbeder. Im Anhang eine Zeittafel und eine Literaturauswahl
1942 anonym erschienen, berichtet die 1941 entstandene ›Gelegenheitsarbeit‹ von der Konfrontation eines deutschen Offiziers mit seinen französischen Quartiergebern. Aus der Konfrontation entsteht eine mühsam unterdrückte Liebe. Als Demonstration französischen Selbstbewußtseins unter der deutschen Okkupation und als Zeichen der Hoffnung inmitten der Feindseligkeiten hat die Novelle Weltruhm erlangt.
Mehr zum Inhalt
Die Originalausgabe von ›Das Schweigen des Meeres‹ erschien 1942 als erster Titel des legendären Untergrundverlags Editions de Minuit, die Erzählung wurde zu einem maßgeblichen Werk der Résistance. Ein deutscher Offizier nimmt während der Besetzung in Frankreich bei einem alten Mann und seiner Nichte Quartier. Während der Deutsche allabendlich über die Zukunft der deutsch-französischen Freundschaft monologisiert, schweigen seine Quartiersgeber – wie das Meer. Sein Respekt diesem Schweigen gegenüber und seine späte Einsicht in den Zynismus der Politik Hitlers machen die Erzählung zu einem eindringlichen Dokument französischen Selbstbewusstseins unter der deutschen Okkupation. Für Ludwig Harig ist die Erzählung ein Schlüsselbuch nicht nur zur deutschen Vergangenheit, sondern zu seinem eigenen Leben. Zum einen konnte er als Saarländer die Besonderheiten der deutsch-französischen Freundschaft hautnah miterleben. Zum anderen gehört er einer Generation an, die ein besonders prekäres Verhältnis zum nationalsozialistischen Deutschland hat. In seinem umfangreichen Essay legt er einen notwendigen Gegenentwurf zur derzeitigen, lautstark geführten Diskussion über Vergangenheit und Mitschuld vor. Alternativ zu dem Schlagabtausch immer derselben Argumente sucht Harig den detailgenauen Blick auf ein facettenreiches und nie abschließend behandelbares Phänomen. Ähnlich wie Fred Uhlmans ›Der wiedergefundene Freund‹ ist ›Das Schweigen des Meeres‹ ein einfühlsames Dokument der Einzigartigkeit menschlicher Begegnung in einer dunklen Zeit. In seinem Essay verdeutlicht Ludwig Harig den Stellenwert, den es verdient.

Taschenbuch
144 Seiten
erschienen am 01. Januar 2002

978-3-257-23315-5
€ (D) 10.00 / sFr 13.00* / € (A) 10.30
* unverb. Preisempfehlung
Auch erhältlich als
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