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Tomi Ungerer gestorben

Der weltberühmte Zeichner, Maler, Illustrator und Autor Tomi Ungerer, geboren am 28.11.1931 in Straßburg, ist in der Nacht auf Samstag, den 9. Februar 2019 im Alter von 87 Jahren im irischen Cork gestorben.

In Strasbourg findet am Freitag, 15. Februar 2019 eine öffentliche Trauerfeier für Tomi Ungerer statt, um 10.00 Uhr in der Kathedrale.

Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron zum Tod Tomi Ungerers: »Chez lui, les traits de crayons, les traits d’humour et les traits d’esprit se conjuguaient dans un art accompli de la subversion intelligente. Tomi Ungerer a, durant des décennies, réinventé l’art d’auteur-illustrateur et le livre pour enfants. En Europe comme aux Etats-Unis, il a porté le génie français avec un trait unique et entre tous reconnaissable. Il a aussi profondément marqué la ville de Strasbourg, où un musée à son nom a ouvert en 2007, et qui avait, avec fierté, réaccueilli l’enfant prodige et prodigue. Son sourire, innocent et mélancolique, manquera à tous.«

Diogenes Verleger, Künstler und Autor Philipp Keel: »Eigentlich ist es läppisch, etwas über Tomi Ungerer zu sagen, dafür bewundere ich ihn zu sehr. Vergleichbar einem Kaleidoskop, das einen nie langweilt, brachte er seine Verrücktheit selbst am besten zum Ausdruck. Trotzdem ist Tomi Zeit seines Lebens stets ein Freund des ganz Normalen geblieben. Seit ich als Künstler, später auch als Verleger, denken kann, habe ich mir für Tomi Ungerer Ausstellungen in den besten Museen der Welt gewünscht. Dass ich ihn dabei in den letzten Jahren intensiv begleiten durfte und es dazu gekommen war, freut mich ganz besonders. Wo auch immer er jetzt ist, soll er weiter grinsen und machen. Wie früher, als er noch in New York wohnte, das Rauchen erlaubt und die lauten Tage lang waren. Und er soll sich verdammt noch mal freuen, dass er ein Kind geblieben ist.«

Der ganze Nachruf und die Verbindung Tomi Ungerers zum Diogenes Verlag nachzulesen im Blog.

»Meine Wurzeln sind im Elsaß, meine Baumkrone ist in Irland.« Die Hälfte des Jahres lebte Tomi Ungerer zuletzt auf einer großen Farm in einer zeitlosen Landschaft in Südirland. Seine Heimatstadt Straßburg, das Zentrum jener »Zwischenkultur« aus Deutschland und Frankreich, war sein zweiter Wohnort. Dort wurde ihm als ersten lebenden Künstlers Frankreichs ein eigenes Museum gewidmet, das »Musée Tomi Ungerer – Centre international de l'Illustration«.

Tomi Ungerer wurde vielfach ausgezeichnet. Für seine Verdienste um die deutsch-französischen Beziehungen erhielt er 1992 das »Bundesverdienstkreuz« und 2008 den »Prix de l’Académie de Berlin«. 2005 wurde Tomi Ungerer mit dem »e.o. plauen-Preis« ausgezeichnet, 2014 ernannte ihn François Hollande zum »Commandeur de l’Ordre national du Mérite«, 2017 erhielt er den »Bayerischen Buchpreis«. 2018 wurde er von Präsident Emmanuel Macron zum »Commandeur de la Legion d’Honneur« ernannt, in Baden-Württemberg wurde ihm die ›Ehrenprofessorwürde‹ verliehen.

Der Diogenes Verlag trauert um seinen dienstältesten Autor. Die Bücher von Tomi Ungerer erscheinen seit 1960 im Diogenes Verlag, darunter auch die beiden autobiographischen Titel Die Gedanken sind frei. Meine Kindheit im Elsaß und Es war einmal mein Vater. Seine Bilderbücher, darunter Die drei Räuber, Der Mondmann, sind längst Klassiker der Kinderliteratur. Zuletzt erschien von ihm u.a. der Begleitkatalog zur großen Ausstellung »Incognito« (Kunsthaus Zürich 2015, Museum Folkwang Essen 2016) mit Zeichnungen, Collagen und Plastiken. Sein Werk verkaufte sich weltweit über 17 Millionen Mal.

Tomi Ungerers Vermächtnis, mit Erscheinungstermin 24.4.2019, ist das Bilderbuch Non Stop. Eine Geschichte über Freundschaft, Vertrauen und Menschlichkeit in dunklen Zeiten, für Erwachsene und Kinder. Für den 22.5.2019 eingeplant ist der Band America mit 300 Bildern aus Tomi Ungerers Zeiten in den USA.

Bücher Tomi Ungerer im Diogenes Verlag
https://www.tomiungerer.com/

Hommages und Nachrufe (Auswahl)

Das Erste, Tagesschau, Bericht von Ellis Fröder
ZDF, heute, Bericht von Wolfgang Zimmermann
SRF, Tagesschau, Bericht von Annik Ott Fischer

ARTE zeigt zu Ehren von Tomi Ungerer mehrere Filmporträts, die auch online nachgeschaut werden können.
Gesamtübersicht der verschiedenen Porträts
Mann vor wilder Landschaft: TV: Sonntag, 17. Februar um 14:50 Uhr
Heimathafen: TV: Sonntag, 17. Februar um 14:25 Uhr
Square
Das Elsass, Heimat der „Drei Räuber“ von Tomi Ungerer

FAZ, von Andreas Platthaus
SZ, von Roswitha Budeus-Budde
Spiegel, von Arno Frank
Die Welt, von Mara Delius
Die Zeit, von Georg Seeßlen
NZZ, von Thomas Ribi

SWR2, Zeitgenossen in Erinnerung, von 2006 mit Tomi Ungerer, Gespräch mit Werner Witt
WDR5 Tischgespräch von 2013 mit Tomi Ungerer, geführt von Claudia Dammann.


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