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»Tomi war nie einer, der in seinen künstlerischen Entscheidungen oder in seiner künstlerischen Vision einen Kompromiss eingegangen ist.« Ein Interview mit Axel Scheffler

Tomi Ungerer lebt weiter – durch seine künstlerische Arbeit, durch die Art, wie sein Weg sich mit anderen gekreuzt und wie seine Kunst andere inspiriert hat. Sein Leben und sein Nachlass feiert die neue Videoreihe Remembering Tomi, in der verschiedene Künstler:innen, Kurator:innen, Autor:innen und Aktivist:innen die Chance bekommen, über Ungerer zu sprechen. Seine Tochter Aria Ungerer interviewt im ersten dieser Videos Axel Scheffler – den erfolgreichen Illustrator von Der Grüffelo und vielen weiteren Kinderbüchern.

Foto von Axel Scheffler © Liam Jackson und Illustration aus Papa Schnapp © Diogenes

Ich liebe Tomis Sinn für Humor, seinen Sinn für das Absurde, ich mag, wie er zeichnet, und ich glaube, dass er damit einen großen, unbewussten Einfluss auf mich hatte. Besonders die kleinen Sachen, die nicht im Zentrum der Illustrationen stehen. Ich meine, die sind so reich an lustigen, kleinen Details. (...) Aber dann habe ich selbstverständlich auch seine satirischen Zeichnungen entdeckt, zum Beispiel das America-Buch. Das liebe ich, genau wie seine Poster.

Ich glaube, dass er für mich ein wichtiges Vorbild ist, weil er als Künstler so vielseitig ist und so viele verschiedene Zugänge zum Zeichnen hat. Das ist sehr aufregend zu beobachten. Ganz generell auch seine Haltung bei Kinderbüchern: Er hat die Kinder immer sehr, sehr ernst genommen und sie respektiert. In seinen Bilderbüchern hat er eine anarchische und auch rebellische Art zu denken – das hat mich beeindruckt und tut es immer noch, obwohl ich als Illustrator viel eingeschränkter bin als er – ich meine, vielleicht war es auch seine Persönlichkeit. Wenn ein Verleger ihm hätte vorschreiben wollen, wie und in welcher Art er zu zeichnen habe, hätte er das nie akzeptiert.

Na ja, weißt du, eine Sache, über die ich mich immer wundere: was Erwachsene denken, was Kinder möchten, im Gegensatz zu dem, was Kinder selbst möchten. Na ja, weißt du, eine Sache, über die ich mich immer wundere: was Erwachsene denken, im Gegensatz zu dem, was Kinder selbst möchten.


Das ist auch eine große, spannende Thematik, weil ich glaube, dass Verlage zögern, Kinder mit manchen Themen zu konfrontieren, und es scheint, als ob Tomi da keine Tabus kannte. In seinen Büchern war Tod, da gabs Gewalt, da gabs Waffen und viele andere Sachen, mit denen die Verlage – wortwörtlich – nicht in Berührung kommen wollten. Ich denke, dass Kinder sich gerne gruseln, sie denken gerne über den Tod nach, und ich glaube schon, dass es viele Bücher gibt, die diese Themen behandeln, aber trotzdem haben Verlage hier nach wie vor Bedenken. Und ich will auch nicht sagen, dass jedes Thema in einem Bilderbuch vorkommen kann. Ich weiß nicht, was Tomi dazu sagen würde, das wäre spannend. Aber wie auch immer, ich denke, dass wir Kindern mehr Vertrauen schenken können und dass wir sie mit mehr Dingen konfrontieren können, als viele Erwachsene denken.

Sicher. Ich habe mir gerade erst dein Bilderbuch angeschaut, das du über die Pandemie gemacht hast (Coronavirus. Ein Buch für Kinder über Covid-19), über das Corona-Virus, und ich denke, dass es ein super Beispiel dafür ist – weißt du, bei einigen Textstellen hat es mir sogar den Atem verschlagen. Es sagt ja praktisch: »Ja, einige Leute, die werden es nicht schaffen. Einige werden sterben.« Und dann gabs diese hübschen Illustrationen dazu, die einem diese Aussage nicht einfach aufdrängen, sondern einen wirklich guten Kontrast dazu bilden.

Ja, ich glaube, das war das Konzept dahinter, es nicht zu erschreckend für Kinder zu machen. Die Entscheidung, dass ich das Kinderbuch illustrieren würde, war a), dass meine anderen Werke bei den Kindern schon sehr beliebt sind, also kennen sie schon meinen Stil, und b), dass meine Zeichnungen Humor haben, oder es zumindest versuchen. Das ist eben diese Herangehensweise beim Zeichnen, die ähnlich der von Tomi Ungerer ist – natürlich, er hat so viele Stile und Variationen ausprobiert, aber seine humoristische Sicht aufs Leben und aufs Zeichnen, die ist auch in diesem Kinderbuch.

Cover © Beltz

Spannend? Hier geht es zum Video des ungekürzten Interviews!

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Happy Birthday, Tatjana Hauptmann!

Am heutigen 1. Februar 2020 feiert Tatjana Hauptmann ihren 70. Geburtstag. Wir gratulieren herzlich!

Wir haben uns mit der Autorin und Illustratorin zum Gespräch getroffen und gemeinsam auf ihr bisheriges vielfältiges, farbenfrohes Lebenswerk bei Diogenes zurückgebllickt.

Foto: © Andrea Diglas
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Auf nach Tripiti! Eine Lektorin auf den Spuren des Kinderbuchautors H.U. Steger

Von Kati Hertzsch

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Margaret Wise Brown: Gute Nacht, lieber Mond

Seit 70 Jahren ist Gute Nacht lieber Mond eine der bekanntesten Gutenachtgeschichten. Nun gibt es den weltberühmten Kinderbuchklassiker erstmals auf Deutsch, übersetzt und meisterhaft gereimt von Patrick Süskind.

Gute Nacht, lieber Mond von Margaret Wise Brown gehört zu den ganz großen Klassikern der Kinderliteratur. Die Geschichte vom kleinen Hasen, der erst einschlafen kann, nachdem er all seinen Sachen gute Nacht gesagt hat, gilt wie Maurice Sendaks Wo die wilden Kerle wohnen und E.B. Whites Wilbur und Charlotte als die Gutenachtgeschichte schlechthin.

In den USA im Jahr 1947 erstmals erschienen, in kleiner Erstauflage beim Verlag Harper & Row, mauserte sich Gute Nacht, lieber Mond über Mundpropaganda zu einem Weltbesteller. Bis heute wurden über 4 Millionen Exemplare verkauft. Seit den 1970er Jahren ist das Buc🐰h bei Generationen von Kindern beliebt, es ging von San Francisco einmal um den Erdball bis ins ferne China, wo es sogar in der indigenen Sprache Hmong erschienen ist.

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Ferienspaß mit dem kleinen Nick

Die letzte Schulstunde ist vielerlorts um, ein endlos langer Sommer steht vor der Tür, das Schwimmbad lockt: Der große Spiel- und Bastelspaß kann beginnen! Mit dem kleinen Nick ist es doppelt lustig, deshalb schnell diese Freizeit- und Ferienspiele herunterladen und tolle Abenteuer erleben.

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Eine Kultfigur wird 75 Jahre alt

Mit Coco, dem neugierigen Affen, schufen Margret und H. A. Rey vor 75 Jahren eine Kultfigur: Die Geschichten um Coco zählen zu den am stärksten verbreiteten Kinderbuchserien im angloamerikanischen Sprachraum, die Bücher haben sich weltweit über 25 Millionen Mal verkauft, und alle Kinder kennen und lieben Coco alias ›Curious George‹.

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»Der kleine Nick macht Ferien« im Kino! Interview mit Jean-Jacques Sempé

Die Sommerferien sind zwar vorbei, doch nahen die Herbstferien! Endlich wieder Zeit für all die Streiche und Unternehmungen, die sonst auf der Strecke bleiben. Der kleine Nick, geschaffen von René Goscinny und Jean-Jacques Sempé, macht es vor. In Büchern und auf der Kinoleinwand. Seit einer Woche läuft im deutschsprachigen Raum die zweite Verfilmung Der kleine Nick macht Ferien.

Foto: © Lian Hong / Opale
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Interview: Lukas Hartmann über »Mein Dschinn«

Heute feiert Lukas Hartmann seinen 70. Geburtstag. Wir gratulieren dem Autor von über 15 Romanen für Erwachsene und mehr als 10 Büchern für Kinder sehr herzlich! Das beste Geschenk zu diesem Freudentag erhalten seine jungen Leser: Ein packender neuer Abenteuerroman für Kinder ab 10 Jahren. Im Interview spricht der Berner Schriftsteller über die Entstehung und die Hintergründe von Mein Dschinn.

Foto: © Bernard van Dierendonck
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