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»Ich sympathisiere mit den Verlierern.« Ein Interview mit Mick Herron.

Endlich ist auch der vierte Fall für Jackson Lamb auf Deutsch erschienen: Spook Street. Autor Mick Herron beantwortet im Interview Fragen zu seiner weltweit erfolgreichen Agentenserie und den Dreharbeiten zur geplanten TV-Serie mit Starbesetzung. Mit dabei Gary Oldman, Kristin Scott Thomas und Jonathan Pryce.

Foto: Alberto Venzago / © Diogenes Verlag
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»Tomi war nie einer, der in seinen künstlerischen Entscheidungen oder in seiner künstlerischen Vision einen Kompromiss eingegangen ist.« Ein Interview mit Axel Scheffler

Tomi Ungerer lebt weiter – durch seine künstlerische Arbeit, durch die Art, wie sein Weg sich mit anderen gekreuzt und wie seine Kunst andere inspiriert hat. Sein Leben und sein Nachlass feiert die neue Videoreihe Remembering Tomi, in der verschiedene Künstler:innen, Kurator:innen, Autor:innen und Aktivist:innen die Chance bekommen, über Ungerer zu sprechen. Seine Tochter Aria Ungerer interviewt im ersten dieser Videos Axel Scheffler – den erfolgreichen Illustrator von Der Grüffelo und vielen weiteren Kinderbüchern.

Foto von Axel Scheffler © Liam Jackson und Illustration aus Papa Schnapp © Diogenes

Ich liebe Tomis Sinn für Humor, seinen Sinn für das Absurde, ich mag, wie er zeichnet, und ich glaube, dass er damit einen großen, unbewussten Einfluss auf mich hatte. Besonders die kleinen Sachen, die nicht im Zentrum der Illustrationen stehen. Ich meine, die sind so reich an lustigen, kleinen Details. (...) Aber dann habe ich selbstverständlich auch seine satirischen Zeichnungen entdeckt, zum Beispiel das America-Buch. Das liebe ich, genau wie seine Poster.

Ich glaube, dass er für mich ein wichtiges Vorbild ist, weil er als Künstler so vielseitig ist und so viele verschiedene Zugänge zum Zeichnen hat. Das ist sehr aufregend zu beobachten. Ganz generell auch seine Haltung bei Kinderbüchern: Er hat die Kinder immer sehr, sehr ernst genommen und sie respektiert. In seinen Bilderbüchern hat er eine anarchische und auch rebellische Art zu denken – das hat mich beeindruckt und tut es immer noch, obwohl ich als Illustrator viel eingeschränkter bin als er – ich meine, vielleicht war es auch seine Persönlichkeit. Wenn ein Verleger ihm hätte vorschreiben wollen, wie und in welcher Art er zu zeichnen habe, hätte er das nie akzeptiert.

Na ja, weißt du, eine Sache, über die ich mich immer wundere: was Erwachsene denken, was Kinder möchten, im Gegensatz zu dem, was Kinder selbst möchten. Na ja, weißt du, eine Sache, über die ich mich immer wundere: was Erwachsene denken, im Gegensatz zu dem, was Kinder selbst möchten.


Das ist auch eine große, spannende Thematik, weil ich glaube, dass Verlage zögern, Kinder mit manchen Themen zu konfrontieren, und es scheint, als ob Tomi da keine Tabus kannte. In seinen Büchern war Tod, da gabs Gewalt, da gabs Waffen und viele andere Sachen, mit denen die Verlage – wortwörtlich – nicht in Berührung kommen wollten. Ich denke, dass Kinder sich gerne gruseln, sie denken gerne über den Tod nach, und ich glaube schon, dass es viele Bücher gibt, die diese Themen behandeln, aber trotzdem haben Verlage hier nach wie vor Bedenken. Und ich will auch nicht sagen, dass jedes Thema in einem Bilderbuch vorkommen kann. Ich weiß nicht, was Tomi dazu sagen würde, das wäre spannend. Aber wie auch immer, ich denke, dass wir Kindern mehr Vertrauen schenken können und dass wir sie mit mehr Dingen konfrontieren können, als viele Erwachsene denken.

Sicher. Ich habe mir gerade erst dein Bilderbuch angeschaut, das du über die Pandemie gemacht hast (Coronavirus. Ein Buch für Kinder über Covid-19), über das Corona-Virus, und ich denke, dass es ein super Beispiel dafür ist – weißt du, bei einigen Textstellen hat es mir sogar den Atem verschlagen. Es sagt ja praktisch: »Ja, einige Leute, die werden es nicht schaffen. Einige werden sterben.« Und dann gabs diese hübschen Illustrationen dazu, die einem diese Aussage nicht einfach aufdrängen, sondern einen wirklich guten Kontrast dazu bilden.

Ja, ich glaube, das war das Konzept dahinter, es nicht zu erschreckend für Kinder zu machen. Die Entscheidung, dass ich das Kinderbuch illustrieren würde, war a), dass meine anderen Werke bei den Kindern schon sehr beliebt sind, also kennen sie schon meinen Stil, und b), dass meine Zeichnungen Humor haben, oder es zumindest versuchen. Das ist eben diese Herangehensweise beim Zeichnen, die ähnlich der von Tomi Ungerer ist – natürlich, er hat so viele Stile und Variationen ausprobiert, aber seine humoristische Sicht aufs Leben und aufs Zeichnen, die ist auch in diesem Kinderbuch.

Cover © Beltz

Spannend? Hier geht es zum Video des ungekürzten Interviews!

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»Kunst, Sex und Macht« Ein Interview mit Annalena McAfee

Ein literarischer Roman über eine kompromisslose Frau und Künstlerin, die ihre Passion über alles stellt und sich nimmt, was sie will. Eve bereitet in London eine große Museumsretrospektive vor. Ihre Ehe steht vor dem Aus, und während sie sich mit der enttäuschenden Tochter, Rivalitäten mit Künstlerfreundinnen und einer Affäre mit einem weitaus jüngeren Mann auseinandersetzt, wird klar: Eve lässt die schlimmsten Visionen der Männerwelt wahr werden.

Foto: © Ollie Grove
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Sie sind schlau. Sie sind ehrgeizig. Und sie haben versagt. ›Slow Horses‹ von Mick Herron.

»Ein erstklassiger Pageturner. Schnell, ironisch, zutiefst bewegend«, titelte die Daily Mail zu Slow Horses von Mick Herron. Und es kommt noch besser, denn dieser Spionagethriller ist der erste Band einer ganzen Serie. Schauplatz: Slough House in London. An diesen Ort verdammt der MI5 diejenigen Agenten, deren Karrieren frühzeitig gescheitert sind. Agenten wie River Cartwright, der es leid ist, nur noch Müllsäcke zu durchsuchen und abgehörte Telefonate zu transkribieren. Als ein pakistanischer Jugendlicher entführt wird, wittert er seine Chance. Die Uhr tickt, und jeder der Beteiligten hat seine eigene Agenda. Auch Rivers Chef Jackson Lamb.

Mick Herron. Foto: Alberto Venzago / © Diogenes Verlag
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70 Jahre Ian McEwan – herzliche Gratulation!

»Brillante, brutale, bitterböse, britische Geschichten. Deutsch von Harry Rowohlt« – hieß es im Jahr 1980 auf dem Cover der Herbst-Vorschau, so angekündigt wurde Erste Liebe – letzte Riten von Ian McEwan, sein erstes Buch im Diogenes Verlag. Heute, vierzehn Romane, zwei Erzählbände, ein Kinderbuch und ein Opernlibretto später, feiert Ian McEwan seinen 70. Geburtstag. Wir gratulieren recht herzlich und werfen einen Blick zurück.

Foto: © Urszula Soltys
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Mag ich / Mag ich nicht – heute mit: Eve Harris

Bis spätnachts lesen und dann ungestört ausschlafen – Eve Harris verrät uns einige ihrer Vorlieben und liebsten Routinen. Und, wie es in dieser Rubrik üblich ist, auch mehrere Dinge, die sie nicht gerne mag. Dabei spielen ihre Familie und der Alltag in London eine wichtige Rolle:

Foto: © Karolina Urbaniak
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Eve Harris: »Vieles im Buch habe ich selbst erlebt.«

Der erste Roman von Eve Harris schaffte es in England gleich auf die Longlist des renommierten Man Booker Prize. Nun ist ihr Debüt Die Hochzeit der Chani Kaufman auf Deutsch erschienen. Angesiedelt in einer streng jüdisch-orthodoxen Gemeinde in London eröffnet sich am Beispiel dreier Paare ein Alltag voller Regeln, Gebote und arrangierter Ehen. Wie und warum dieses Buch entstand, erzählt uns die aufgeweckte Autorin im Interview.

Foto: © Karolina Urbaniak
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Die Musik in Ian McEwans neuem Roman »Kindeswohl«

Familienrecht ist das Spezialgebiet der Richterin Fiona Maye am High Court in London: Scheidungen, Sorgerecht, Fragen des Kindeswohls. Selber seit über dreißig Jahren glücklich verheiratet, fällt Fiona aus allen Wolken, als ihr Mann ihr plötzlich eröffnet, dass er eine außereheliche Affäre will. Zugleich wird ihr ein dringlicher Gerichtsfall vorgelegt: Es geht um eine Entscheidung zwischen Religion und Medizin und um Leben und Tod eines 17-jährigen Jungen.

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