Filter

  • Neuste Beiträge
  • Archiv
  • Monat
  • Foto/ Video/ Audio

Graphic Novel »Kein Kuss für Mutter« – Bericht aus der Handlettering-Werkstatt

Seit diesem Frühjahr gibt es den beliebten Kinderbuchklassiker Kein Kuss für Mutter über den anarchischen Katzenflegel Toby Tatze auch als Graphic Novel. Es ist eine Hommage des großen französischen Comic-Künstlers Mathieu Sapin an Tomi Ungerer, der Autor des gleichnamigen Buchs. Das Handlettering hat unsere Kollegin aus der Herstellungsabteilung, Karin Sirera, übernommen. 

Im Interview mit dem Blog-Team spricht sie über ihre Arbeit an diesem Band und gibt uns einen Einblick in die kunstvolle Welt des Handletterings.

Foto: © Privat

Für die deutsche Ausgabe der Graphic Novel Kein Kuss für Mutter von Tomi Ungerer, die von dem Comic-Künstler Mathieu Sapin gestaltet wurde, warst du für das Lettering verantwortlich. Was fasziniert dich grundsätzlich daran?
Karin Sirera: Wo fange ich an? Am meisten fasziniert mich, dass jeder Mensch mit egal welcher Handschrift etwas Schönes zaubern kann in der schier unendlichen Welt von Farben, Stiften und Materialien. Aber auch, dass man Nachrichten, Wünsche, einfach alles Geschriebene, zu etwas Einmaligem machen kann, das anderen Menschen Freude bereitet.

Was macht für dich ein gutes Lettering aus?
Karin Sirera: Eigentlich kann es meiner Ansicht nach nicht wirklich eine Wertung geben, denn Gestaltung und Ästhetik sind ja etwas Subjektives, was jeder Mensch anders sieht. »Gut« finde ich ein Lettering, wenn man erkennen kann, dass es von Hand gemacht wurde.

Wie findet man den passenden Stil?
Karin Sirera: Für das Lettering der Graphic Novel war das Vorgehen ein völlig anderes, als ich es privat mit meinen Letterings handhabe. Hier galt es, die Geschichte an sich sowie die Illustrationen zu berücksichtigen, also etwas zu finden, das zu beidem gut passt.
Bei sonstigen Letterings lasse ich mich immer von Emotionen leiten und darauffolgend dann von meinem gestalterischen Auge.

Foto: © Privat

Und was war bei diesem Prozess die größte Herausforderung?
Karin Sirera: Einerseits tatsächlich den richtigen Stil zu finden. Aber auch die Technik: Wie kriege ich auf rund 80 Seiten die immer gleiche Handschrift hin? Und wie platziere ich eine bestimmte Anzahl Wörter in einen vorgegebenen Raum (sprich: Platz), und das dann auch noch sinnvoll und ästhetisch schön?

Schriftbilder transportieren ja auch Stimmungen an die Leser:innen. Welche Stimmung vermittelt dir das Buch?
Karin Sirera: Bei mir löst dieses Buch natürlich durch das Lettering, das ich machen durfte, eine ganz innige Stimmung aus. Inhaltlich finde ich es einfach großartig! Ich bin sicher, dass sich die Mehrheit der Leser:innen irgendwo in diesen 80 Seiten wiederfindet. Das ist großartig!

Welche Figur aus der Graphic Novel ist dir besonders ans Herz gewachsen?
Karin Sirera: Eigentlich ja Toby. Aber das ist vielleicht zu naheliegend? Ich wähle dann den Taxifahrer, hihi.

Interview mit Karin Sirera von Ina Eckert und Anne H. Kaiser, Mai 2023

Foto: © Privat
Kein Kuss für Mutter
Im Warenkorb
Download Bilddatei
Kaufen

Kaufen bei

  • amazon
  • bider und tanner
  • buchhaus.ch
  • ebook.de
  • genialokal.de
  • HEYN.at
  • hugendubel.de
  • kunfermann.ch
  • lchoice (nur DE/AT)
  • orellfuessli.ch
  • osiander.de
  • Schreiber Kirchgasse
  • thalia.at
  • thalia.de
  • tyrolia.at

Kein Kuss für Mutter

Die Graphic Novel

Mathieu Sapin, geboren 1974 in Dijon, studierte in Straßburg Illustration. Er zeichnet Graphic Novels für Kinder und Jugendliche (Akissi) und ist bekannt für Comicreportagen, etwa über Gérard Depardieu (Gérard) oder Emmanuel Macron (Comédie Française). Das Werk von Tomi Ungerer war für seine Kindheit und seine Laufbahn prägend – besonders Kein Kuss für Mutter.

Tomi Ungerer, geboren am 28. November 1931 in Straßburg, verpatzte die Reifeprüfung, trampte dafür durch ganz Europa und veröffentlichte erste Zeichnungen im Simplicissimus. In New York begann sein unaufhaltsamer Aufstieg als Illustrator, Kinderbuchautor, Zeichner und Maler. Seine Bilderbücher, etwa Die drei Räuber oder Der Mondmann, sind moderne Klassiker. Tomi Ungerer starb 2019 in Cork, Irland.

Kein Kuss für Mutter. Die Graphic Novel | Kein Kuss für Mutter