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  • Zu Ostern ein gutes Buch: Geschichten, die Frühlingsgefühle erwecken

    Schon ist es wieder so weit: Der Frühling hat begonnen, die ersten Blumen sprießen und viele bunte Eier warten darauf, gefunden zu werden. Ostern steht vor der Tür! 

    Auf der Suche nach einem Geschenk für das Osterkörbchen haben wir diese sechs schönen, lebhaften und gewitzten Bücher entdeckt. Ob Sie mit der Geschichte von Peter Hase den Garten unsicher machen möchten, mit Doris Dörrie den Weg der Katze gehen wollen oder den Weg Jesu in Amélie Nothombs Roman Die Passion hautnah erleben möchten — das bleibt ganz Ihnen überlassen.

    Foto von Gary Bendig auf Unsplash

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  • »Die Elefanten« von Sasha Filipenko

    Die Metapher vom "Elefanten im Raum" nimmt Sasha Filipenko in seinem neuen Roman wörtlich: Die Dickhäuter sind plötzlich überall, besetzen Straßen und öffentliche Plätze und machen auch vor dem Zuhause nicht Halt – und dennoch scheint sich keiner an ihnen zu stören.

    Sasha Filipenko erzählt in Die Elefanten bitterkomisch ein politisches Gleichnis auf unsere Wirklichkeit aus der Perspektive eines Außenseiters, der sich mutig der Wahrheit stellt und dabei auch in Zeiten der Unterdrückung an der großen Liebe festhält. Ein Blick ins Buch.

    Foto: Lukas Lienhard / © Diogenes Verlag
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  • Esther Schüttpelz über ihren neuen Roman und die Kunst, sich beim Schreiben an die eigene Wahrheit heranzutrauen

    Es ist das Normalste der Welt: Eine Frau geht mit einer Freundin ins Kino, der Abend ist schön, der Film ganz passabel. Danach setzt sie sich in ihr Auto und fährt heim –  bis eine Umleitung sie von ihrem Weg abbringt. Immer weiter entfernt sie sich von ihrem Zuhause, ihrem Mann und dem Leben, das dort auf sie wartet.

    Esther Schüttpelz wirft in ihrem zweiten Roman Grüne Welle mit kleinstmöglichem Personal und gewaltigem Sog unser Kopfkino an: Was zunächst aussieht wie eine Irrfahrt, wird mit jedem Kilometer mehr zu einer Flucht vor der Gegenwart, einer Reise in die Vergangenheit.

    Im Interview erzählt die Autorin, weshalb ihre Protagonistin immer weiter fahren muss, warum sie keinen Namen trägt und welche tragende Bedeutung Freundschaft in ihrer Geschichte einnimmt.

    Foto: Julia Sellmann / © Diogenes Verlag

    In Ihrem zweiten Roman Grüne Welle steigt eine Frau nach einem Kinobesuch mit ihrer Freundin ins Auto und fährt nicht zu ihrem eigentlichen Ziel, ihrem Haus, wo ihr Mann auf sie wartet, sondern wie von einem unsichtbaren Faden gezogen einfach weiter. Innerhalb einer Nacht und des darauffolgenden Tages durchläuft sie eine rasante Entwicklung. Was ist ihr Antrieb?
    Das ist genau die Frage, die der Text stellt und gerade nicht eindeutig beantwortet. Man wird sagen müssen, dass die Frau zunächst von Angst angetrieben wird. Sie möchte nichts falsch machen und fürchtet sich vor Konsequenzen, die, egal wie sie sich entscheidet, überall auf sie zu warten scheinen. Deshalb entscheidet sie nichts. Jedenfalls nicht bewusst.

    Wie auch in Ihrem Debütroman Ohne mich bleibt »sie«, die Protagonistin, »die Frau« – bis auf eine spielerische Ausnahme – namenlos. Weshalb? Und warum ist die Ausnahme wichtig?
    Die Ausnahme ist, ohne jetzt zu viel vorwegzunehmen, in der Tat wichtig, und ihre Bedeutung ist mit ihrem Ausnahmecharakter unmittelbar verknüpft. Es hat sich dadurch eigentlich wie von selbst ergeben, dass »die Frau« im Regelmodus »die Frau« bleibt.

    Freundschaft spielt eine zentrale Rolle in Grüne Welle. Darin treten zwei Freundinnenpaare auf – die Frau und die Freundin der Frau, außerdem die zwei Mitfahrerinnen. Welche Bedeutung haben diese Freundschaften, und verändert sich Freundschaft mit dem Älterwerden? Auch in Hinblick auf das sich zunächst diffus andeutende und im Hintergrund schwebende Thema der häuslichen Gewalt?
    Freundschaft ist ein ganz zentrales Thema des Textes. Natürlich verändert sich Freundschaft ständig, und ich denke, es lohnt sich, da hinzuschauen, Freundschaften ernst zu nehmen als Quelle allen möglichen Glücks und Unglücks. Die Frau im Roman hat mit ihrer Freundin vielleicht ihren ersten richtigen Heartbreak erlebt und offenbar Spuren davongetragen. Gleichzeitig bleibt diese Freundschaft ihr Rettungsanker, sosehr sie sich auch verändert hat. Das klingt kitschig und ist es auch. Meiner Erfahrung nach ist es aber wirklich wahr, und wenn mir eines beim Schreiben von Grüne Welle wichtig war, dann, mich an meine Wahrheit heranzutrauen, sie nicht zu ironisieren. Den halbherzigen Zynismus habe ich auf die Frau ausgelagert, mir als Autorin habe ich ihn verwehrt, was teilweise durchaus beängstigend war.

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    Grüne Welle

    Nach dem Kinobesuch mit ihrer besten Freundin setzt sich eine Frau in ihr Auto und fährt heim – bis eine Umleitung sie von ihrem Weg abbringt. Sie verpasst Ausfahrt um Ausfahrt, entfernt sich immer weiter von ihrem Zuhause, wo ihr Mann auf sie wartet. Nach einer ganzen Nacht und dem folgenden Tag wird klar: Vielleicht wäre es besser, wenn sie nie wieder zu ihm zurückkehren würde. Denn so unheimlich die Finsternis der Landstraßen und Tankstellen auch ist, die wahre Gefahr lauert dort auf sie.


    Hardcover Leinen
    208 Seiten
    erschienen am 25. Februar 2026

    978-3-257-07381-2
    € (D) 25.00 / sFr 34.00* / € (A) 25.70
    * unverb. Preisempfehlung
    Auch erhältlich als

     

    Esther Schüttpelz, geboren 1993 in Werne, studierte Jura in Münster und arbeitete als Rechtsanwältin, bevor sie freie Schriftstellerin wurde. Für ihren Roman Ohne mich wurde sie 2023 mit dem Debütpreis der lit.Cologne ausgezeichnet. Sie lebt im Münsterland.

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  • Literarische Aussaat: 4 Bücher, die zum Wachsen inspirieren

    Nach diesem eisigen Winter fallen die Sonnenstrahlen nun endlich stärker und länger, die Knospen öffnen sich, und die Erde lädt dazu ein, die ersten Samen zu streuen. 

    Wie im Garten, so im Kopf. In diesem Beitrag stellen wir vier Bücher vor, die das Thema Aussaat literarisch erforschen. Sie erzählen von Pflanzen, vom Warten auf den ersten Trieb, von Geduld und Hoffnung und nicht zuletzt vom Genießen. Ob zum Vorlesen, Schmökern oder einfach als Inspiration für den eigenen Garten: Diese Geschichten bringen die Magie des Frühlings direkt ins Wohnzimmer und inspirieren zum Wachsen auf dem Balkon, im Herzen und am Bauch.

    Foto von Tom Jur auf Unsplash

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  • »Können Sie mich sehen? Die Business Class im Homeoffice«

    In den letzten Jahren hat sich die Arbeitswelt rasant verändert: Angestellte möchten das geliebte Homeoffice nicht mehr missen, ihre Vorgesetzten bangen um ihre Geltungshoheit. Schon lange fragen sie nicht nur nach technischer Funktionalität, wenn Sie beim Online-Meeting in den Raum werfen: »Können Sie mich sehen?«  

    In zahlreichen neuen Geschichen widmet sich Martin Suter in Können Sie mich sehen. Die Businessclass im Homeoffice pointiert dem Biotop der High Performer und erzählt vom unumgänglichen Entgleiten ihrer coolen, unangestrengten Fassade vor dem Nichts – Ein Blick ins Buch.

    Foto: Joël Hunn
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  • »Surfen ist Ego-Sport.« – Daniel Faßbender über seinen neuen Krimi

    Die philippinische Insel Siargao ist ein idyllisches Paradies. Umgeben von Palmen und weißen Sandstränden, zurückgezogen von seinem vorherigen Leben reitet Privatdetektiv und Ex-Profisurfer Caruso hier eine Welle nach der nächsten. Doch - wie sollte es auch anders sein bei einem guten Krimi - der sorglose Schein trügt. 

    Heaven's Gate ist der Auftakt einer neuen Reihe von Daniel Faßbender, der sich auch gerne selbst mal aufs Surfboard schwingt. Es geht um Drogen, einen verschwundenen Sohn, korrupte Politiker und einen Protagonisten, wie er eben in keinem klassischen Noir fehlen darf. 

    Im Interview erzählt der Autor, wie aus einem Moment in der Hängematte auf einmal eine Buchidee wurde und welche Vorbilder er für Caruso hatte.

    Schon in Ihrem Debütroman spielten Grenzgänger eine große Rolle, jetzt geht es in Ihrem Krimi unter anderem um einen charmanten Antihelden. Was fasziniert Sie so an diesen Figuren?
    Wenn Menschen Abseitiges, Extremes – stumpf gesagt Verrücktes – tun, will ich wissen, warum sie das machen. In meinem ersten Roman klettert ein junger Mann ungesichert auf Dächern herum. In Heaven’s Gate widmet Caruso seine Existenz teils lebensgefährlichen Wellen. Das sind aber nur nach außen sichtbare Symptome einer inneren Beschaffenheit. Dieses Innere herauszuarbeiten, das interessiert mich.

    Sie sind leidenschaftlicher Surfer, aber wie kamen Sie darauf, gerade einen Krimi in dieser eigentlich sehr glücklich wirkenden Welt anzusiedeln?
    Das Gute-Laune-Klischee löst sich ziemlich schnell auf, wenn man im Wasser mal an aggressive Locals geraten ist, die »ihre Wellen« ungerne mit Fremden teilen wollen. Oder wenn man sieht, wie sich Surfer – es sind meistens Männer, die das machen – im Wasser prügeln, weil die »Vorfahrt« missachtet wurde. Surfen ist Ego-Sport, weil Wellen in der Regel nur von jeweils einer Surferin oder einem Surfer geritten werden können – alle anderen gucken erst mal in die Röhre. Der Sport birgt also jede Menge Konfliktpotenzial, was erst mal gut für Krimis ist. Aber nur um auch das klarzustellen: Es gibt auch ganz viele wunderbare Momente mit netten Menschen im Wasser, die sich gegenseitig anfeuern, gute Gespräche zwischen den Wellen führen, und irgendwo springt dann auch noch ein Delfin aus dem Meer, und es bildet sich ein Regenbogen. Für Krimis ist diese Szenerie aber nur so mittelgut.

    Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen dem Surfen und dem Schreiben?
    Man braucht für beides eine unheimliche Frustrationstoleranz und sehr viel Durchhaltewillen. Außerdem stehen Aufwand und Ertrag in den allermeisten Fällen in keinem guten Verhältnis. Wenn es dann aber klappt, wenn ein Romankonzept aufgeht – oder man auf der viel zu großen Welle plötzlich Sachen veranstaltet, von denen man gar nicht wusste, dass man sie kann –, dann machen diese Momente den ganzen Aufwand davor vergessen.

    Man könnte Ihren Protagonisten Caruso ohne Weiteres einen Hardboiled Detective nennen. Woher kam die Inspiration zu dieser Figur, und gab es Vorbilder? 
    Ich lag in den Philippinen nach einer Surfsession in der Hängematte und habe Jörg Fausers Das Schlangenmaul gelesen. In diesem Moment machte es klick, zwei Synapsen haben zueinander gefunden. Caruso – keine Ahnung, wo der Name plötzlich herkam – war geboren. Der heruntergekommene Inseldetektiv.  Da ich vorher so gut wie keine Berührungspunkte mit Krimis hatte, habe ich mich dann erst einmal durch die Krimigeschichte und -gegenwart gelesen und bin immer wieder bei den Hardboiled- und Noir-Vertretern gelandet, an denen sich zum Teil auch Jörg Fauser orientiert hat: Hammett, Chandler, Manchette und noch einige andere. Deren (Anti-)Helden sind die Onkel und Großväter von Caruso.

    Wie ähnlich ist der Mensch Daniel Faßbender der Romanfigur Caruso?
    Wir haben, glaube ich, einen ähnlichen, leicht an der Menschheit verzweifelnden Humor und können uns sehr in Sachen verbeißen. Wie wären uns vielleicht noch ähnlicher, wenn mein Leben an einigen Punkten anders verlaufen wäre.

    Als Chef vom Dienst einer Nachrichtenredaktion beschäftigen Sie täglich auch die düsteren Facetten des Lebens. Beeinflusst auch diese berufliche Perspektive Ihr Schreiben?
    Ich versuche dieses geballte Grauen, das mir in dem Job regelmäßig begegnet, so weit wie möglich von mir fernzuhalten. Wenn mein Schriftstellerkopf sich in die ganzen Schicksale hineindenken würde, und das macht er ab einem gewissen Punkt ganz automatisch, würde er platzen. Ich bin mir allerdings sicher, dass mich die Themen trotzdem beeinflussen, durch mich durchsickern, und dann in anderer Form, vielleicht nur als Detail oder Motiv wieder zum Vorschein kommen. Das passiert aber unbewusst.

    Schauplatz des Romans sind die Philippinen. Aus welchen Gründen spielt die Geschichte auf diesem weit entfernten Inselstaat? Wie sahen die Recherchen dafür aus?
    Es ging los mit einem Surfurlaub, aus dem, bis zu einem magischen Fauser-Moment in der Hängematte, nie eine Recherchereise werden sollte. Danach habe ich eigentlich weitergemacht wie vorher, bin gesurft, habe abends Bier getrunken, und alles wieder von vorne – allerdings mit weit ausgefahrenen Antennen. Dazu kamen dann die Bücher und lauter Dokumentationen. Die Philippinen sind ein wahnsinnig zerrissenes Land. Als ich dort war, tobte Rodrigo Dutertes Krieg gegen die Drogen. Der Unterschied zwischen Arm und Reich, Einheimischen und Touristen ist gewaltig. Die Einflüsse der Kolonialisierung sind immer noch spürbar. Dieses Land steckt voller Spannungsfelder. Für einen Roman ist das dankbar.

    Ihre Figuren haben sehr komplexe Motivationen. Was treibt Sie morgens an?
    Mein größter Antreiber am Morgen ist mein dreijähriger Sohn. »Papa, kann ich auf deinem Rücken surfen? Jetzt!?« Darüber hinaus ist er mittlerweile aber auch mein größter Antrieb.

    Heaven's Gate
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    Heaven's Gate

    Ein Fall für Caruso

    Nach Monaten des bittersüßen Nichtstuns auf der philippinischen Insel Surogao steht Caruso, ehemaliger deutscher Profisurfer und Privatdetektiv, tief in der Kreide. Da kommt die schöne Spanierin sehr gelegen, die ihn beauftragt, ihren verschwundenen Sohn wiederzufinden. Die Insel, ein Paradies für Wellenreiter und Touristen auf Selbstsuche, ist ein heißumkämpfter Umschlagplatz für Drogen. Schnell führen seine Ermittlungen Caruso in einen Abgrund aus Gewalt und Korruption und zu mehr als einem verlorenen Sohn.


    Paperback
    304 Seiten
    erschienen am 25. Februar 2026

    978-3-257-30118-2
    € (D) 19.00 / sFr 26.00* / € (A) 19.60
    * unverb. Preisempfehlung
    Auch erhältlich als

     

    Daniel Faßbender war Seemann, wäre gerne Profisurfer und verdient sein Brot in einer TV-Nachrichtenredaktion. Er hat Literaturwissenschaft, Politik und Geschichte studiert. 2018 stand sein Debütroman ›Die weltbeste Geschichte vom Fallen‹ auf der Longlist des Blogbuster-Literaturpreises. Mit ›Heaven’s Gate‹ war er Stipendiat des 1:1-Mentorings des Literaturbüros NRW und des Literaturhauses Bonn. Er lebt in Köln.

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  • »Wie war noch der Name?« »Marlowe. Philip Marlowe ...«

    Noch nie Raymond Chandler gelesen? Kein Problem.
    Anlässlich des Erscheinens des Marlowe-Krimis ›Lebwohl, mein Liebling‹ haben wir diese Woche mit Christine Stemmermann gesprochen, die die Neuedition in neuer Übersetzung betreut. Sie erzählt uns einiges, was wir wissen müssen, und liefert ein paar umwerfende Zitate sowie zwei Lieblingsszenen gleich mit. Wir garantieren: Nach dem Lesen dieses Artikels gönnt man sich einen guten Schluck Whiskey, alles von Raymond Chandler und steigt in den virtuellen Flieger nach Los Angeles.

     

    Covermotiv von Lebwohl, mein Liebling  Foto von Alex Prager, ›Barbara, 2009‹ Copyright © Alex Prager  Courtesy Alex Prager Studio and Lehmann Maupin, New York, Hong Kong and Seoul

    Liebe Christine, wer ist eigentlich Philip Marlowe, was macht ihn aus?

    Philip Marlowe ist der erste Großstadtdetektiv überhaupt, ein Vorbild für alle späteren – und in der Neuübersetzung heutiger denn je. Die Szenerie kennen wir nur zu gut aus Filmen: das Los Angeles der 30er- und 40er-Jahre. Und ja: Staubmäntel und Hüte, wie Bogart sie trägt, und schöne Frauen wie Lauren Bacall sind auch Teil des Charmes der Marlowe-Romane.
    Doch da wir beim Lesen die meiste Zeit im Inneren von Marlowes Gedanken sind, ist es der weiche Kern unter der harten Schale, der heute vor allem fasziniert: Marlowes unbedingter Einsatz für andere und für die Gerechtigkeit in einer Gesellschaft – so ungleich, wie sie es heute wieder zu werden droht. Sein Scharfblick. Und vor allem seine unübertroffen coole Sprache.


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  • Sehen wir uns am Vierzehnten?

    Sie stellen sich vor, wie Sie dastehen werden. In polierten Lackschuhen, das weiße Hemd frisch gebügelt, in einer Hand die Pralinen, herzförmige Schachtel, klar, in der anderen Hand den Strauß mit 100 roten Rosen. Sie stellen sich vor, wie Ihr Date sich die seidenglänzenden Haare aus dem Gesicht streicht, wie es mit seinem Kussmund lächelt, Sie begrüßt: »...«

    Nein. Nein. Bitte nicht. Tun Sie’s nicht. Das ist ein aus dem Wörterbuch ausgebüxtes Beispiel, das eigentlich unter dem ›Klischee‹ stehen müsste. Falls Sie es noch nicht wissen: Das ›Klischee‹ ist sehr besitzergreifend. Und es möchte sein Beispiel sofort zurück.
        Leere Hände. Nackte Füsse. Fröstelnd dastehend, das Hemd ist weg. Sie mit ratlosem Blick. Was nun? Nun. Bei der Auswahl Ihres Outfits müssen Sie selbst entscheiden. (Wir empfehlen Weiß.) Beim Geschenk sind wir dagegen sehr treffsicher.
        

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    Tags Anthologie