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Mag ich / Mag ich nicht – heute mit: Fuminori Nakamura

Das Leben in einer hektischen Großstadt mit über neun Millionen Einwohnern wie Tokio bringt einige Herausforderungen mit sich. Fuminori Nakamuras fingerfertiger Titelfigur im Roman Der Dieb dürften die überfüllten U-Bahnen und die durch ihr Smartphone abgelenkten Passagiere zwar entgegenkommen, nicht ganz so lieb sind sie dem Autor selber. Und was mag der preisgekrönte japanische Schriftsteller alles? Hier hat er es für uns aufgeschrieben:

<p>Foto: © Sodo Kawaguchi</p><br/>

Was ich mag:

Romane

Kaffee

Zigaretten

Musik (Jazz, Klassik, Rock, alles)

Baseball gucken

Spazieren (nicht zu lange)

Individualisten, Sonderlinge, Querköpfe

Armbanduhren

Ohrenstöpsel

Ein warmer Ofen

 

Mag ich nicht:

Beengende Orte

Abgabetermine

Wenn Kinderwagen mir in der Bahn über die Schuhe fahren (wenn nicht, dann ok)

Wenn auf das Smartphone starrende Leute in mich reinlaufen (wenn nicht, dann ok)

Wenn Besoffene in der Bahn kotzen

Dröhnende Motorräder

Die zudringlichen Kundenfänger in Kabukichō

Nattō (vergorene Sojabohnen, die Fäden ziehen; grauenhafte japanische Spezialität)

Insekten aller Art

Krieg

 

Aus dem Japanischen von Thomas Eggenberg.

 

Fuminori Nakamura, 1977 in Tokai geboren, lebt in Tokio. Er studierte Öffentliche Verwaltung und Staatsverwaltung an der Universität Fukushima. 2003 erschien sein Debüt Ju (»Pistole«). Inzwischen hat er in Japan über ein Dutzend Romane veröffentlicht, die nun auch in zahlreichen anderen Ländern verlegt werden und mit Preisen ausgezeichnet wurden. Der Dieb wurde vom Wall Street Journal zu einem der 10 besten Romane des Jahres 2012 gekürt. Zuletzt erschien in Japan sein Roman Kyodan X (»Cult X«).