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Was wir zu Weihnachten verschenken? Bücher natürlich!

Der Herbst leuchtet noch in den prächtigsten Farben, Weihnachten ist weit enfernt. Meinen Sie! Tatsächlich werden gerade vielerorts die Christkindlesmärkte aufgebaut, die ersten Nordmanntannen auf Plätze und in Geschäfte gestellt, Schaufenster üppig dekoriert und lange Lichterketten an Fassanden gehängt, von wo sie prächtig in den frühdunklen Abendhimmel leuchten. Gar nicht zu früh kommen deshalb unsere Geschenktipps für Weihnachten.

<p>Anne-Diane Deprez, Assistentin des Verlegers</p><br/>

Zeit zum Lesen zu haben ist schon ein schönes Weihnachtsgeschenk an sich. Wenn ich selbst viel davon kriege, widme ich mich am liebsten großen Klassikern. Dieses Jahr nehme ich mir Ulysses von James Joyce vor, der schon länger in meinem Regal auf mich wartet. Dieses tolle Exemplar ist ganz und gar der Erstausgabe von 1922 nachempfunden, inklusive Druckfehlern.

Der Dieb von Fuminori Nakamura reichte ich nach seiner Erscheinung im Oktober gleich meiner halbjapanischen Freundin weiter – wir haben erfahrungsgemäss denselben Geschmack. Sie war begeistert, und damit ist sie nicht alleine: Immer öfter wird Nakamura in einem Satz mit Haruki Murakami genannt, und sogar Kenzaburo Oe ist des Lobes voll. Ein Muss für alle Liebhaber abgründiger Romane aus Japan.

»Und was ist das?«, lautet die momentane Endlosschleifenfrage meiner zweieinhalbjährigen Nichte. Deshalb kriegt sie von mir Herr Sauermann sucht seine Zähne von Jon & Tucker Nichols zu Weihnachten, ein absurdes Sammelsurium der unglaublichsten Dinge und auch für erwachsene VorleserInnen höchst amüsant.

Gedichte sind vielleicht ein bisschen aus der Mode, für die besonders Geschäftigen mit weniger Lesezeit eignen sie sich aber perfekt. Wie keine andere verwandelte meine Lieblingslyrikerin Anna Akhmatova Schmerzhaftes in Schönes, in einfache, berührende Zeilen, die genauso nachhallen können wie ein ganzes Buch.

<p>Kerstin Beaujean, Presse/Öffentlichkeitsarbeit</p><br/>

»Man hat uns erniedrigt; aber wir sind nicht die Erniedrigten. Es sind die anderen, die es getan haben.« Erich Maria Remarque

Nicht Täter werden, keine Vorurteile erlauben, sondern Mitgefühl und Vernunft walten lassen. Herz und Kopf. Der Funke Leben von Remarque, der in ein deutsches KZ am Ende des Zweiten Weltkriegs blickt und die aufkeimende Hoffnung auf Rettung der Insassen so eindrücklich schildert, ist zugegebenermaßen keine wohlige Lektüre unter dem Weihnachtsbaum. Aber dieses großartige Buch hat mich in letzter Zeit so tief bewegt, dass ich auch anderen gerne dieses Lese- und Erkenntnisvergnügen zuteil werden lassen möchte.

Wunderschöne Zitate, Weisheiten und das Mitfühlen mit der eigenwilligen Juli, die Knall auf Fall verlassen wurde, macht Astrid Rosenfelds neuestes Buch Zwölf Mal Juli für mich zum Juwel. Wem wurde nicht schon einmal das Herz gebrochen? Und wer möchte daher Juli nicht zurufen, dass sie genau richtig ist, so wie sie ist, aber bitte keinen Fehler machen und auf sich achten soll? Dass alles wieder gut wird, gut werden muss! Das Besondere: Wir lernen Juli in zwölf Tagen kennen, aus zwölf verschiedenen Perspektiven. Liebenswert, berührend und mit solch einer Leichtigkeit geschrieben.

<p>Ralf Oberndorfer, Assistenz Rechte Einkauf</p><br/>

Es gibt ja Leute, die immer das passende Geschenk haben – es ist nichts Großes, auch nicht unbedingt teuer, aber irgendwie rührt es einen, denn die Person hat sich offensichtlich etwas dabei gedacht. Ich gehöre da leider nicht dazu; wirklich gar nicht. Ehrlich gesagt bin ich ziemlich schlecht im Schenken – dafür kann ich kochen. Na ja, auf jeden Fall gibt’s bei mir jedes Jahr für alle das Gleiche: diesmal Brunos Kochbuch mit Rezepten und Geschichten aus dem Périgord von Martin Walker. Das Wachtel-Rezept ist übrigens sehr gut!

<p>Carina Stransky, Assistenz Presse/Öffentlichkeitsarbeit</p><br/>

The Flamethrowers von Rachel Kushner: Für mich das beste Buch, das ich 2015 gelesen habe. An der Seite der coolen Motorradfahrerin und Künstlerin Reno wird man ins New York der 1970er Jahre katapultiert. Ich habe jede Seite so genossen, dass ich extra langsam gelesen habe, in der Hoffnung, die Lektüre würde gar nicht mehr aufhören. Nun bin ich gespannt, ob der Roman meinem Freund ebenso gut gefällt.

Meine Studienkollegin und ehemalige Mitbewohnerin mit Faible fürs Kino hat soeben ihre Doktorarbeit zum Thema »Literatur und Film« beendet. Als großer Cate Blanchett-Fan ist sie bestimmt gleich zum Filmstart im Kino anzutreffen, um die Todd Haynes-Verfilmung von Carol zu sehen. Im Anschluss darf sie dann die Romanvorlage von Patricia Highsmith genießen. John Irvings My Movie Business verkürzt ihr hoffentlich die Wartezeit auf den nächsten Irving-Roman Straße der Wunder (ab April 2016). Und unterhält nebenbei mit seinen wunderbar amüsanten und persönlichen Anekdoten und Einblicken in die Welt des Films und Drehbuchschreibens.

Für ein Weihnachtsfestessen abseits von Gänse- und Entenbraten: Deliciously Ella wird das Weihnachtsgeschenk für eine meiner ältesten Freundinnen. Wie ich ist sie eine begeisterte Leserin, dennoch stehe ich jedes Jahr ein wenig ratlos in der Buchhandlung, da wir einen ganz unterschiedlichen belletristischen Geschmack haben. Mit gutem Essen und tollen Bildern von traditionellen ›Mince Pies‹, ›Winter Curries‹ oder glutenfreien Lebkuchenmännern, bei deren Anblick einem schon das Wasser im Mund zusammenläuft, kann man aber nicht viel falsch machen. Deshalb gibt es dieses Jahr das Kochbuch zum erfolgreichen Blog Deliciously Ella geschenkt. Guten Appetit!

<p>Karin Sirera, Buch-Herstellung</p><br/>

Ich verschenke ein Abonnement der Reportagen-Bände, weil sie fesselnde Geschichten beinhalten, die in den verschiedensten Weltregionen passieren, und weil man die Bände auch nach längerer Pause immer wieder zur Hand nehmen und sich in fremde Welten entführen lassen kann.

Das Buch Bergsteigen im Flachland von Urs Mannhart verschenke ich, weil man gar nicht schnell genug weiterlesen kann und gleichzeitig betet, der Roman möge niemals enden. Man kann dem Bann dieses Buches und dessen verschiedensten Protagonisten einfach nicht entfliehen – genau das Richtige für lange Winterabende also.

Da viele Menschen in meinem Umfeld meine Vorliebe zu schelmischem und morbidem Humor teilen, verschenke ich dieses Jahr auch den Band Besser nie als spät von Tomi Ungerer. Seine Gedanken, Wortwendungen und spitzen Anmerkungen sind eine Party für den Geist.