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Mag ich / Mag ich nicht – heute mit: Johann Friedrich von Allmen

Applaus für Johann Friedrich von Allmen, der in Allmen und die Erotik seinen fünften Fall als Amateurdetektiv und Kunstkenner löst! Diesmal stellt sich der Protagonist der beliebten Serie von Martin Suter gleich selber vor. Wir präsentieren: Allmens Vorlieben und Abneigungen.

<p>Rechts im Bild: Heino Ferch als Johann Friedrich von Allmen in der Verfilmung von <em>Allmen und der rosa Diamant</em>. © ARD Degeto / Hardy Brackmann</p><br/>

Während wir Allmen über nunmehr fünf Bände hinweg bei seinen Nachforschungen begleiteten, durften wir auch die eine oder andere Vorliebe oder Schwäche des Ermittlers erfahren.

 

Mag ich:

Allmen hat eine kleine Liste mit Lebensnot­wendigkeiten, zu denen unter anderem das Opernpremierenabonnement (schon seinem Vater gehörten die beliebten Plätze Parkett Mitte, fünfte Reihe) und seine Highend-Hifi-Anlage zählen.

Einen bestimmten Hotelmoment: »Aufwachen im Halbdunkel eines fremden Zimmers und nicht wissen, wo man ist. In welcher Stadt, in welchem Land, auf welchem Kontinent. Beim Öffnen der Augen sind die Bilder des Raumes noch wie die Fragmente eines Kaleidoskops, kurz bevor sie sich zu einem Bild zusammenfinden und sich das Rätsel löst.« 

Er pflegt sich am Nachmittag jeweils eine halbe Stunde hinzulegen (das macht ihm jeden Tag das »Privileg bewusst, Privatier zu sein«, und er nennt es liebevoll »Lebenschwänzen«.) »Es gab nichts Köstlicheres, als die Vorhänge vor dem Treiben da draußen zuzuziehen, in der Unterwäsche unter das kühle Federbett zu schlüpfen und mit halbgeschlossenen Augen den fernen Geräuschen der Welt zu lauschen.«

Er mag Klatschgeschichten, aber »nie wäre er auf die Idee gekommen, selber welche zu verbreiten«.

Und Allmen schätzt schweigsame Taxifahrer, wie seinen eigenen, die »nur sprechen, wenn sie gefragt werden. Er [Herr Arnold] belästigte seine Fahrgäste nicht mit seinen politischen, weltanschaulichen oder verkehrstechnischen Problemen.«

Das »Viennois« ist Allmens Lieblingscafé und sein liebster Rückzugsort: »Es gab wenige Orte, an denen Allmen sich so zu Hause fühlte wie in diesem altmodischen Café.«

Allmen mag »den Geruch von frischgemähtem Rasen. Er zog ihn dem von frischgemähtem Gras vor. Dieser erinnerte ihn an seine Jugend. Er war der Vorbote der Heusaison gewesen. Des sonnenverbrannten Nackens, an dem der Heustaub klebte und juckte.« Doch Rasengeruch ist eine Erinnerung an bessere Zeiten, »ein eleganter Duft. Er roch nach Landsitzen, Golfclubs, Lawn Tennis und Garden Parties.«

 

Mag ich nicht:

Allmen verachtet jede Form von Gewalt. Auch die verbale.

Zudem verachtet er Schnäppchen. »Sie waren unter seiner Würde und sollten unter jedermanns Würde sein. Die Dinge sollten das kosten, was sie wert waren, alles andere war schäbig.«

Allmen hat zwar einen Führerschein, fährt aber ungern selbst Auto: »Selbst zu steuern hielt er für ähnlich herabwürdigend wie die Verrichtung jeglicher Arbeit, die jemand anderes gegen Bezahlung besser erledigen würde.«

Und er hasst auch noch nach Jahren die Erinnerung an die Jagdausflüge, bei denen der Vater früher seine Flinte abfeuerte und »und der kleine Fritz ein weiteres Häschen, Reh oder Rebhuhn beweinen musste.«

Die verwendeten Zitate wurden entnommen aus ›Allmen und die Libellen‹ sowie ›Allmen und der rosa Diamant‹ von Martin Suter, erstmalig erschienen 2012 und 2013 im Diogenes Verlag.

 

Allmen und die Erotik

Allmen und die Erotik

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Martin Suter, geboren 1948 in Zürich, arbeitete bis 1991 als Werbetexter und Creative Director, bis er sich ausschließlich fürs Schreiben entschied. Seine Romane – zuletzt erschien Elefant – und Business Class-Geschichten sowie seine Allmen-Krimiserie sind auch international große Erfolge. Martin Suter lebt mit seiner Familie in Zürich.

Allmen und die Erotik ist am 26.9.2018 erschienen, auch als eBook und als Hörbuch, ungekürzt gelesen von Gert Heidenreich.

>>> Zur Microsite: Allmen und die Erotik