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Endlich wieder lesen!

»Ich reise niemals ohne mein Tagebuch. Man sollte immer etwas Aufregendes zu lesen bei sich haben.« Wir sind mit Oscar Wilde ganz einer Meinung! Deshalb haben wir passende Diogenes-Leseempfehlungen für euren Sommerurlaub zusammengestellt. Welcher Typ Urlauber seid ihr?

Der Faulenzer

»Hauptsache Erholung!« ist hier das Motto. Sei es auf der schattigen Liege am Strand, auf der Terrasse des kleinen Alpenhotels oder gemütlich ausgestreckt am Badesee – Reisende dieser Kategorie reisen vor allem im Geiste und finden viel Zeit zum Lesen. Genau das Richtige hierfür ist ein schöner dicker Wälzer von John Irving! In Gottes Werk und Teufels Beitrag erzählt er die Geschichte von Homer Wells. Homer ist anders als die anderen Kinder im Saint-Cloud´s-Waisenhaus: Er will nicht weg. Nach vier gescheiterten Adoptionsversuchen erlaubt Dr. Larch ihm daher, zu bleiben – unter der Bedingung, dass er im Waisenhaus mit angeschlossener Entbindungs- und Abtreibungsstation assistiert. Doch dies ist nur der Beginn von Homers Odyssee.

Gottes Werk und Teufels Beitrag

Der Kulturinteressierte

Historische Stätten und Museen stehen im Mittelpunkt dieses Urlaubs. Während andere an ihrer nahtlosen Bräune arbeiten, besuchen die Kulturreisenden lieber kühle Kirchen, kraxeln über staubige Ruinen und bewundern die herrschaftlichen Zeugnisse vergangener und gegenwärtiger Imperien. Griechenland scheint uns dafür genau das richtige Reiseziel zu sein. Und für einen Abstecher Quer durch Athen gehört Petros Markaris’ gleichnamiger Reiseführer ins Gepäck! Der beliebte Krimiautor fährt mit dem Leser einmal quer durch die Stadt, mit der Linie 1 der altehrwürdigen Metro. Es ist eine Reise durch alle gesellschaftlichen Schichten: von der verrufenen Hafenstadt Piräus durch die früheren Arbeiterviertel bis ins Zentrum und von dort durch die ärmeren Vororte bis ins noble Kifissia, wo einst das Königshaus seine Sommerresidenz hatte.

Quer durch Athen

Der Aktivurlauber

Auch wenn es nicht allzu abenteuerlich werden muss, regelmäßige Bewegung gehört bei diesem Urlaubstyp in seinen Ferien dazu. Ausgedehnte Radtouren über sanft hügeliges Land, ob beschaulich allein oder romantisch zu zweit, sind genau sein Ding. Mit den hinreißenden Fahrradgeschichten und -gedichten, die in Fahrradfreunde versammelt sind, ist er aufs Beste bedient: Autoren wie Siegfried Lenz, Urs Widmer, Andrea Camilleri oder Axel Hacke schreiben von ersten Fahrversuchen, über die Tücken des Tandemfahrens als Paar, üble Fahrraddiebe oder Radrennen und sogar über das hässliche Stiefkind des Fahrrads, den Ergometer. »Ein Band für Genießer, die gern mal an einem verwunschenen Bachlauf Pause machen« (Börsenblatt).

Fahrradfreunde

Der Rastlose

Immer in Bewegung bleibt der rastlose Reisende auch im Urlaub. Entweder plant er einen abwechslungsreichen Roadtrip oder eine ereignisreiche Städtereise. So reich die Erfahrungen, so knapp die tatsächlich freie Zeit: Zum Lesen kommt er selten und nur wenige Minuten am Stück. Die knappen und pointierten Business-Class-Kolumnen von Martin Suter drängen sich da geradezu auf. Thematisch passend empfehlen wir den Band Abschalten. Die Business Class macht Ferien.

Abschalten

Der Naturliebhaber

Weg von der Zivilisation und rein in die Wildnis! So stellt sich der naturverbundene Reisende seinen Traumurlaub vor. Das Handy wird zu Hause gelassen oder nur für den Notfall eingesteckt, das wenige Gepäck im Trekking-Rucksack verstaut, umgeben ist er in den nächsten Wochen nur von der Natur und dem atmungsaktiven Polyester seines Zelts. In diesem liest er abends im Schein seiner Taschenlampe durchaus gerne noch ein paar Seiten in einem Buch. Im Hintergrund rauscht der Bach, ab und zu krächzt ein Uhu – welche Lektüre könnte da besser passen als Walden oder Leben in den Wäldern von Henry David Thoreau? Als Mitte des 19. Jahrhunderts alle Welt dem Ruf ›Go West‹ zu Gold und neuen Territorien folgte, machte sich Thoreau daran, eine andere Reiseroute zu entdecken: jene zum eigenen Ich. Ausgerüstet mit Hammer, Nägeln, gebrauchten Brettern und zwei Glasfenstern zog er am amerikanischen Unabhängigkeitstag an den Walden-See. Dort lebte er für zwei Jahre, zwei Monate und zwei Tage in einer selbstgebauten Blockhütte.

Walden

Der Reisemuffel

Nicht dass er den Urlaub verweigern würde, doch der Reisemuffel bleibt in seinen freien Tagen am liebsten da, wo es doch eigentlich am schönsten ist: zu Hause. »Man sollte lieber nicht auf Reisen gehen, sondern auf dem Balkon sitzen bleiben«, fand schon Erich Kästner. Und deshalb gibt es im Balkonlesebuch für alle, die zu Hause bleiben, ob sie es sich nun auf dem Balkon bequem machen oder nicht, ein Sommerbuch mit spannenden und entspannenden Geschichten von weltbekannten Erzählern wie Patricia Highsmith, Bernhard Schlink oder Ingrid Noll. Und als Zugabe: Geschichten von Almudena Grandes, Hermann Hesse und Axel Hacke, in denen der Balkon zum spannenden Schauplatz wird.

Balkonlesebuch