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Astrid Rosenfeld »Sing mir ein Lied« – Die Geschichte hinter dem Buch

Von Margaux de Weck

Vor zehn Jahren noch kam es öfters vor, dass Hausautoren uns ihre neuen Werke persönlich überbrachten. Heute flattern die Manuskripte meist als E-Mail-Anhang ins Postfach. Bei diesem Buch aber war es anders.

<p>Diogenes Art Director Kobi Benezri mit Astrid Rosenfelds Original-Album und Lektorin Margaux de Weck mit dem gedruckten Buch.</p><br/>

Im Februar 2013 kehrt Astrid Rosenfeld (Adams Erbe, Elsa ungeheuer) von einer Reise durch die USA zurück, die sie mit dem Fotografen Johannes Paul Spengler unternommen hat. Ein Roadtrip von New York über Savannah runter nach New Orleans, dann quer durch Mississippi, Texas, New Mexico, Nevada bis nach San Francisco. Diogenes Verleger Philipp Keel hatte sie zu dieser Reise sehr ermutigt.

Auf der Buchmesse in Frankfurt im Oktober kommt Astrid Rosenfeld mit einer schweren Tasche zum Diogenes Stand. Sie überreicht Philipp Keel und mir ein Fotoalbum, in grünes Leinen gebunden. Es ist ihr Reisetagebuch, ergänzt um eine Erzählung und wunderbare Fotos von Johannes Paul Spengler. In stundenlanger Arbeit hat Astrid Rosenfeld geschnippelt, geklebt und Texte und Bilder arrangiert. Inmitten des Messegewimmels fangen wir an zu blättern und sind im Nu in die amerikanischen Weiten versetzt.

Zurück im Verlag zeige ich Kobi Benezri, unserem Art Director, das Album. Diese Reise soll zu einem Buch werden, aber was für eine Form soll es haben? Das handgebastelte Fotoalbum, findet Kobi Benezri, besitzt einen Charme, der verloren ginge, wenn wir daraus ein ganz normales Buch machen würden. Bald hat er die so einfache wie zündende Idee: Das Buch wird ein Faksimile von Astrid Rosenfelds Original-Album sein.

Diese Idee umzusetzen, ist dann ein technisch hochkomplizierter Prozess. Kobi Benezri und sein Team müssen zaubern, um die Schatten unter den schräg abgeschnittenen Kanten, die durch das Papier hindurchschimmernden Fotorückseiten, die handgeschriebenen Seitenzahlen und all die anderen schönen Unperfektheiten nachzubilden. Das Ergebnis ist ein Buch, wie man es sonst nur von einem Freund geschenkt bekommt: persönlich und einzigartig.

Sein Titel ist übrigens Sing mir ein Lied. Es ist ein Liebeslied auf Fernweh und Abenteuerlust, aufs Unterwegssein und das Glück der Begegnung. Und es hat das Leben von Astrid Rosenfeld verändert. Heute lebt sie in Marfa, Texas. Wie es dazu kam, kann man in Sing mir ein Lied zwischen den Zeilen und Bildern lesen.

 

Astrid Rosenfeld: Sing mir ein Lied. 9872 Meilen und eine Geschichte. Mit Fotografien von Johannes Paul Spengler. Diogenes Verlag, Zürich 2014

Mehr zum Buch, eine Karte der Reiseroute sowie die Original-Playlist zur Reise gibt es hier.

Sing mir ein Lied