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Basel – zum neunten Mal Schauplatz eines Hunkeler-Romans

Wenn von den großen Schweizer Städten die Rede ist, wird das beschauliche Basel oft übersehen. Zu Unrecht. Basel im Dreiländereck hat Weltformat: als eigentliche Kulturhauptstadt der Schweiz oder als dynamische Wirtschaftsregion. Eine spannende Stadt, nicht nur weil hier nun zum neunten Mal Kommissär Hunkeler ermittelt.

Foto: © Kilian Kessler / Diogenes Verlag

Mit seinem Kommissär Hunkeler a.D. teilt Hansjörg Schneider nicht nur die Adresse in Basel, er hat ihn auch mit vielen Details aus der eigenen Vita ausgestattet: Beide sind in Aarau geboren, leben schon lange in Basel, ohne dass sie wirklich ganz dort heimisch wären, und sie besuchen beide die gleichen Stammlokale. Wie das Restaurant Sommereck, das Milchhüsli (das mittlerweile seine Türen schloss, a.d.R.) oder die Rio Bar.

Fotos: © Kilian Kessler / Diogenes Verlag

Hansjörg Schneider über seine Wahlheimat

»Basel ist eine geheimnisvolle, heimliche Stadt. Es ist eine Stadt dazwischen. Zwischen Schwarzwald, Elsass und der Schweiz. Zwischen Vergangenheit und Zukunft. Und zwischen Spott und Melancholie. Es ist die eigentümlichste, unbekannteste Stadt der Deutschschweiz, die zwar 1501 der Eidgenossenschaft beigetreten ist, weil sie sich dadurch militärischen Schutz versprach. Aber richtig eingeschweizert hat sie sich nie. Die Schweizer Kultur ist eine Bauernkultur. Basel hingegen ist eine alte, durch und durch urbane Reichsstadt. Eine seltsame Stadt, wie gesagt. Eine Stadt, die sich der Öffentlichkeit verweigert. Ein großes Dorf, in dem man sich zwar kennt, aber dem Fremden gegenüber eigenartig reserviert bleibt. Man gibt nichts preis von sich, man macht höchstens einen spöttischen Spruch. Wer auf der Autobahn durch Basel fährt, sieht nichts außer einer Betonröhre. Die bringt man in zehn Minuten hinter sich. Wer durch Basel schwimmt, sieht eine der schönsten Städte Europas.«

Fotos oben: © Kilian Kessler / Diogenes Verlag

»Man steigt oben beim Birskopf ein, an einem schönen Gestade. Man legt sich auf den Rücken und lässt sich treiben, die Ohren unter Wasser, damit man das Rieseln der Kiesel auf dem Grund hört. Begleitet von dieser zauberhaften Musik schaut man zu, wie die Stadt an einem vorbeigleitet. Links die Kirche St. Alban, die noch aus karolingischer Zeit stammt. Rechts die niedere Häuserfront Kleinbasels. Wieder links die Pfalz mit dem romanischen Münsterchor. Die stolzen Paläste der Augustinergasse, die alte Universität, darüber die Martinskirche. Dann unter der Mittleren Brücke durch, wo Leute stehen und winken. Und schon wittert man die Weite der Tiefebene. Man kann im Rheinbad St. Johann bequem an Land gehen, einen Kaffee trinken und etwas essen. Man kann sich auch weitertreiben lassen Richtung Meer.« Hansjörg Schneider

Foto: © Lucian Hunziker

Hunkelers Geheimnis

Im neusten Fall Hunkelers Geheimnis ist Peter Hunkeler eigentlich schon im Ruhestand. Nach einer Operation liegt er im Merian-Iselin-Spital und teilt das Zimmer mit einem alten Bekannten: Stephan Fankhauser, einer schillernder Figur. Der prominente Banker liegt nach einem merkwürdigen Vorfall eines Nachts plötzlich tot im Spitalbett. Hat sein Tod etwa mit dem weltweiten Druck auf Schweizer Banken zu tun, oder geht es um andere dunkle Seiten der Eidgenossenschaft? Peter Hunkeler geht das eigentlich alles nichts an. Nur hat er zufällig etwas gesehen, was ihm keine Ruhe lässt.

 

Geboren wurde Hansjörg Schneider 1938 in Aarau, er studierte Germanistik, Psychologie und Geschichte und arbeitete nach seiner Dissertation unter anderem als Lehrer und Journalist – und als Regieassistent am Theater Basel. Mit seinen Theaterstücken war er einer der meistaufgeführten deutschsprachigen Dramatiker, seine ›Hunkeler‹-Krimis führen regelmäßig die Schweizer Bestsellerliste an und sind mit Mathias Gnädinger in der Hauptrolle verfilmt worden. 2005 wurde Schneider mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet. Er lebt als freier Schriftsteller in Basel und im Schwarzwald. Bis heute sind neun Fälle mit Kommissär Hunkeler erschienen. Zuletzt Hunkelers Geheimnis (auch als E-Book).

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