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Mancher Schatz bleibt besser unentdeckt. Neues von der Grande Dame des deutschen Krimis

Ein altes Bauernhaus, fünf junge Freunde, hehre Ideale, aber kein Geld. Bis plötzlich ein altes Säcklein mit wertvollen Goldmünzen auftaucht ... Ihren neuen Roman Goldschatz hat die 83-jährige Krimiautorin Ingrid Noll aus der Perspekteive einer jungen Studentin von heute geschrieben. »Erwachsenwerden war zu allen Zeiten schwierig«, sagt Ingrid Noll. Und auch dem Konsum abzuschwören, ist gar nicht so einfach, wie man vielleicht denkt ...

Foto: Renate Barth / © Diogenes Verlag

Eigentlich sollte das alte Bauernhaus abgerissen werden, aber fünf befreundete Studenten wollen es eigenhändig wieder instand setzen, um eine alternative Wohngemeinschaft zu gründen. Um der Wegwerf-Gesellschaft zu zeigen, dass es auch anders geht. Doch für die Renovierung fehlt das Geld. 

Beim Ausmisten und Putzen stoßen die Freunde auf allerhand seltsame Fundstücke. Gruseliges wie menschliche Knochen im Gemüsegarten, aber auch so manchen Flohmarktartikel, den man zu Geld machen kann. Und schließlich kommt ein Goldschatz wie gerufen für die aufwendige Renovierung. Allerdings ist da noch jemand, der die Goldmünzen für sich beansprucht: ihr kauziger alter Nachbar. Die jungen Leute, die dem Konsumrausch doch widerstehen wollen, vergessen zusehends ihre hehren Ideale, es kriselt in der neugegründeten WG – mit tragischen Folgen.

Foto via pixabay.com

Ingrid Noll selber sagt über ihren neuen Roman:

»Als ich jung war, sang Doris Day: Que serà, serà/ Whatever will be, will be/ The future's not ours to see/ Que serà, serà ...

Heitere Gelassenheit sollte einer der wenigen Vorzüge des Alters sein, aber leider trifft es selten zu. Die Alten meckern über die Jungen, und davor will ich mich hüten.

Erwachsenwerden war zu allen Zeiten schwierig. Ich denke, dass es die heutige Jugend trotz oder sogar wegen größerer Freiheiten und Wahlmöglichkeiten nicht leichter hat als meine Generation oder die meiner Kinder. Im Vordergrund steht immer die Frage nach der eigenen Identität. Wer bin ich, was will ich? Dieser Reifeprozess dauert heute vielleicht länger als früher, aber wir werden ja auch immer älter.

In meinem neuen Roman schlüpfe ich in die Haut einer Studentin, die noch ziemlich egoistisch, dabei aber nicht unsympathisch ist. Ideale sind vorhanden, es ist aber fast unmöglich, sich im praktischen Leben danach zu richten. Konsumverzicht einerseits, die Verlockungen des Shoppens andererseits. Vorsätze, es anders zu machen als der Mainstream und letzten Endes doch nicht gegen den Strom schwimmen zu können. Der Wunsch nach einem harmonischen Zusammenleben und gleichzeitig der innere Schweinehund, der sich vor unangenehmen Pflichten drücken möchte. Die Fähigkeit, Kompromisse einzugehen, wird nicht von heute auf morgen gelernt.«

 

Goldschatz
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Ingrid Noll, geboren 1935 in Shanghai, studierte in Bonn Germanistik und Kunstgeschichte. Sie ist Mutter dreier erwachsener Kinder und vierfache Großmutter. Nachdem die Kinder das Haus verlassen hatten, begann sie Kriminalgeschichten zu schreiben, die allesamt zu Bestsellern wurden. 2005 erhielt sie den Friedrich-Glauser-Ehrenpreis der Autoren für ihr Gesamtwerk.

Goldschatz ist am 27.2.2019 erscheinen, auch als eBook sowie als Hörbuch und Hörbuch-Download, ungekürzt gelesen von Luise Helm.

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