Christine Wunnicke erhält am 24. Oktober den Georg-Büchner-Preis 2026 – wir gratulieren ihr sehr herzlich!
In ihrem Schreiben verwebt Christine Wunnicke Vergangenheit und Fiktion auf verblüffende Weise zu ungewöhnlichen Lebensgeschichten. Einen Lesetipp gefällig? Bei Diogenes sind nun vier ihrer Romane sowie eine Novelle im Taschenbuch erschienen.
Foto: © Gene Glover
Gewieft, klug und laut – Marie und Madeleine sind den Männern ihrer Zeit weit voraus. Wachs erzählt von zwei Pionierinnen im vor- und sehr revolutionären Frankreich, die verschiedener nicht sein könnten und dennoch zueinanderfinden.
Wachs
Georg-Büchner-Preis 2026
Zwei Frauen in Paris, wie sie verschiedener nicht sein könnten: Marie Biheron, die schon im Mädchenalter nach Leichen sucht, um das Innenleben menschlicher Körper zu studieren und zu verstehen; und Madeleine Basseporte, die sich ganz der Anatomie von Blumen verschrieben hat, weil Menschen einen nur von der Arbeit abhalten und meist keine Ahnung haben, was vermehrt auf Männer zutrifft. Auch sie kommen vor, in teils erheiternden Nebenrollen – ein nervöser Bestseller-Autor, ein junger Nichtsnutz und Diderot, der Kaffee trinkt und viel redet.
224 Seiten
erschienen am 22. Juli 2026
978-3-257-24854-8
€ (D) 15.00 / sFr 20.00* / € (A) 15.50
* unverb. Preisempfehlung
Der Roman Der Fuchs und Dr. Shimamura und die Novelle Nagasaki, ca. 1642 widmen sich mit klugem Witz skurrilen Begegnungen im historischen Japan und nehmen uns mit auf eine erzählerische Zeitreise.
Der Fuchs und Dr. Shimamura
Der Neurologe Dr. Shimamura reist Ende des 19. Jahrhunderts durch die japanische Provinz, um das weitverbreitete Phänomen des Vom-Fuchs-befallen-Seins zu erkunden. Ein liebestoller Student begleitet ihn mit einer Kamera, geht aber bald verloren, dafür fängt der Doktor sich selbst einen Fuchs ein. So flieht Shimamura auf Bildungsurlaub gen Westen nach Paris, Wien und Berlin.
Nagasaki, ca. 1642
Einst war Samurai Seki Keijiro ein berühmter Krieger, der aufgrund der langen Friedenszeit nun seine Tage gelangweilt im Kreise seiner Familie absitzt. Dann heuert er als Inspektor einer Handelsniederlassung an und bekommt es dort mit dem jungen Niederländer Abel van Rheenen zu tun, der aus Langeweile »Japonesisch« lernt und die japanische Seele erkunden will, vor allem die von Seki.
Ihr Roman Katie ergründet die Séancen-Community des viktorianischen Englands und gibt uns spannende Einblicke in die Wissenschaftsgeschichte des 19. Jahrhunderts.
Katie
Florence Cook ist das It-Girl der Séancen-Community, die um 1870 in London schwer angesagt ist – streng verschnürt im Schrank bringt sie die aufregendste aller Erscheinungen zutage: Katie, 200 Jahre jung und weiß gewandet, früher Piratentochter, heute eine unruhige Seele auf der Suche nach Erlösung. Ein Fall für Sir William Crookes, der Florence (und Katie) nach den Regeln der damaligen Wissenschaft unter die Lupe nimmt.
Auf der Suche nach der ewigen Sonne führt Selig & Boggs in die Anfangsjahre der späteren Traumfabrik Hollywood.
Selig & Boggs
Die Geschichte von Hollywood und von Mr. Selig, dem Filmunternehmer, der statt im langweiligen Kalifornien lieber im brausenden Chicago sein Glück machen will. Und von Mr. Boggs, seinem Spielleiter, der jedes Mal, wenn sich eine Wolke vor die Sonne schiebt, den Betrieb einstellen muss und deshalb nichts sehnlicher wünscht, als in den sonnigen Westen zu ziehen.
Christine Wunnicke, geboren 1966, lebt in München und Berlin. Sie schreibt Romane, biografische Literatur und Hörspiele, und übersetzt aus dem Englischen und Italienischen. Ihre Bücher wurden mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Wilhelm-Raabe-Literaturpreis, dem Jean-Paul-Preis und dem Literaturpreis der Darmstädter Jury. Ebenso wie Wachs stand auch ihr vorletzter Roman, Die Dame mit der bemalten Hand (2020), auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. 2026 wird Christine Wunnicke mit dem Georg-Büchner-Preis für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet.










