Heute zum UNESCO-Welttag des Buches feiern wir das Lesen und nutzen die Gelegenheit, auf einige bemerkenswerte Diogenes Autorinnen und ihre Bücher aufmerksam zu machen. Dieser Beitrag gibt Lektüreempfehlungen für vielfältige und einprägsame Romane, Krimis und ein erzählendes Sachbuch, die eine Gemeinsamkeit teilen: Sie wurden von einer weiblichen Autorin verfasst.
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Starke Debüts über das Lieben als Frau
Die kongolesisch-britische Autorin Christina Fonthes und die trinidadische Schriftstellerin Ayanna Lloyd Banwo sind beide aufregende neue literarische Stimmen, die die Schicksale starker Frauen ins Zentrum ihrer Geschichten stellen. Die Protagonistinnen der Romane Wohin du auch gehst und Als wir Vögel waren stehen vor der Entscheidung, den Konventionen ihrer Familie zu entsprechen oder zu sich und ihren Gefühlen zu stehen. In intensiver und berührender Sprache erzählen sie von den vielen Beziehungen, in denen Frauen lieben: Die Beziehung zur Familie, zu Freund:innen und zur großen romantischen Liebe.
Wohin du auch gehst
Bijoux wird nach Unruhen in Kinshasa als Teenager zu ihrer Tante Mira nach London geschickt. Hier verliebt sie sich zum ersten Mal – in eine Frau. Vor ihrer religiösen Tante muss sie das verbergen, doch sie ahnt nicht, dass auch diese ein Geheimnis vor ihr hat: den wahren Grund dafür, dass sie vor vielen Jahren von Afrika nach Europa kam, in ein Land, in dem sie sich immer noch nicht zu Hause fühlt. Bijoux weiß: So wie Tante Mira will sie nicht enden. Und trifft eine Entscheidung.
Als wir Vögel waren
Port Angeles, Trinidad. In den sonnendurchglühten Gassen mischt sich das vielstimmige Geschrei der Händler mit Vogelgezwitscher und Verkehrslärm; es riecht nach Gewürzen und reifen Früchten. Unter stillen, schattigen Bäumen ruht Fidelis, der jahrhundertealte Friedhof der Insel. Hier arbeitet Emmanuel als Totengräber. Der junge Rastafari hat sein Zuhause verlassen, um seinen Vater zu finden. Als er Yejide trifft, hat das Schicksal ihre Wege längst fest miteinander verflochten. Und so beginnt dort, wo das Leben endet, eine magische Liebesgeschichte.
Lesen, wie Frauen die Welt wahrnehmen
Wer sich den großen Fragen des Lebens stellen möchte, die Gesetze der Welt und die eigene Selbstfindung ergründen will, findet auch noch heute in Connie Palmens vielfach ausgezeichnetem Roman Die Gesetze einen schönen literarischen Begleiter. Nach Halt in einer unsicheren Welt sucht auch Daniela Kriens Protagonistin in Mein Drittes Leben, die nach dem größten denkbaren Verlust zu sich und den vielen feinen Fäden, die sie in der Welt halten, zurückfindet.
Die Gesetze
256 Seiten
erschienen am 19. November 2025
978-3-257-07363-8
€ (D) 19.00 / sFr 26.00* / € (A) 19.60
* unverb. Preisempfehlung
Mein drittes Leben
Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2024!
Sie hat alles gehabt und alles verloren: Sekunden der Unachtsamkeit kosten ihre einzige Tochter das Leben. Tief sieht Linda in den Abgrund und wäre beinahe gefallen, doch da sind hauchfeine Fäden, die sie halten – die Hündin Kaja, die steten Handgriffe im Garten, das Mitgefühl für andere. Wie viel Kraft in ihr steckt, ahnt sie erst, als sie zurückfindet in einen Alltag und zu sich selbst.
304 Seiten
erschienen am 25. Februar 2026
978-3-257-24834-0
€ (D) 15.00 / sFr 20.00* / € (A) 15.50
* unverb. Preisempfehlung
Diese Krimiautorinnen sollten Sie kennen
In dem von männlichen Autoren dominierten Genre der Kriminalliteratur konnte sich Donna Leon mit ihren Bruno-Romanen als Erfolgsbestsellerautorin durchsetzen. In Backstage gibt sie einen Blick hinter die Kulissen ihres Schriftstellerinnendaseins: »Die Charaktere aus der Feder guter Autoren sind wie echte Menschen, nur echter«, sagt Donna Leon. Anna Nicholas ist ebenfalls Krimiautorin, in ihrer Mallorca-Reihe ermittelt Isabel Flores, Komissarin außer Dienst, scharfsinnig und mit ungewöhnlichen Methoden im Wettlauf gegen die Zeit.
Backstage
»Die Charaktere aus der Feder guter Autoren sind wie echte Menschen, nur echter«, sagt Donna Leon. Darum wohl ist ihr Leben auch so reich an Figuren, echten und erfundenen. In ›Backstage‹ tritt eine bunte Truppe auf: das Rock-Genie Frank Zappa, Venedigs bekanntester Diamantenhändler, eine tollkühne Sexworkerin, ein cleverer Komponist, tragische Helden, bewunderte Kollegen und Kolleginnen. Donna Leon gestaltet diese Begegnungen zu funkelnden Geschichten.
256 Seiten
erscheint am 19. August 2026
978-3-257-24857-9
€ (D) 15.00 / sFr 20.00* / € (A) 15.50
* unverb. Preisempfehlung
Das Teufelshorn
Isabel Flores genießt ihren Cortado in der Bar Castell im malerischen Dorf Sant Martí, als der friedliche Sommertag jäh durch eine Schreckensnachricht verdunkelt wird: Ein kleines Mädchen ist verschwunden, am Strand entführt, und Hauptkommissar Tolo Cabot bittet seine ehemalige Kollegin Isabel um Hilfe. Als Ermittlerin war sie berühmt für ihren scharfen Verstand und ihre beinahe unheimliche Intuition, doch nun beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.
Im Körper einer Frau
Unser Körpergefühl und die Wahrnehmung des Selbst sind seit jeher durch vorherrschende Schönheitsideale geprägt – dass diese weder natürlich noch zeitlos sind, zeigt Rabea Weihser am Beispiel des Gesichts in ihrem erzählenden Sachbuch Wie wir so schön wurden. Auch Jane Tara widmet sich in ihrem inspirierenden Roman Mit anderen Augen der Körperwahrnehmung. Nach der ernüchternden Diagnose »Unsichtbarkeit«, einer Krankheit, die nach und nach Körperteile verblassen lässt, findet ihre Protagonistin Tilda zu ihrem Körper und ihrem Selbst zurück und möchte vor allem eins: Gesehen werden!
Wie wir so schön wurden
Nichts fesselt unseren Blick wie ein Gesicht. Ist es freundlich, offen, schön? Ungeschminkt, bearbeitet, entstellt? Zieht es uns an, stößt es uns ab? Und warum? Wie sich Menschen zurechtmachen, verrät viel über ihre Sehnsüchte, aber auch über die Gesellschaft, in der sie leben. Von den großen Augen der Pharaonen bis zu den glatten Oberflächen der Social-Media-Beautys führt uns Rabea Weihser durch den verrückten und schillernden Kosmos der Idealvorstellungen. Diese aufregende Expedition zum Grund unserer ästhetischen Vorlieben verändert den Blick auf die Schönheiten und Gesichter unserer Zeit. Gewitzt, anregend, bereichernd.
Mit anderen Augen
Tilda Finch glaubt, sie sieht nicht richtig: Mit einem Mal ist ihr kleiner Finger verschwunden. Es folgen die Nase und das Ohr. Sie wird unsichtbar werden, sagt ihre Ärztin, doch das will Tilda auf keinen Fall zulassen. Schließlich hat sie eine Menge, wofür es sich lohnt, sichtbar zu bleiben: ihre wunderbaren Töchter, ein erfolgreiches Business und fantastische Freundinnen. Tilda nimmt all ihren Mut zusammen und beginnt, sich selbst mit anderen Augen zu sehen.










