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Elena Fischer im Interview über ihren lang ersehnten zweiten Roman


Nur wer in die Sonne tritt, wirft einen Schatten. Nach ihrem Debüt Paradise Garden legt uns Elena Fischer nun ihren lang ersehnten zweiten Roman vor: Wirf einen Schatten. Atmosphärisch und tiefsinnig nimmt sie uns mit in die 1960er-Jahre und erzählt von Joseph, der nie gelernt hat, über Liebe, Verlust und Angst zu sprechen. Bis zu dem Moment, in dem er Birdie begegnet, die vermutlich noch verlorener ist als er und durch die seine schweigsame Schale langsam Risse bekommt. Eine Geschichte über scheinbar vorgezeichnete Lebenslinien, Selbstbestimmung und den Mut, auszubrechen.

Im Interview spricht die Autorin über die Inspiration zu ihrem neuen Roman, ihre Faszination für die 1960er-Jahre, prägende Begegnungen in ihrem Leben und wie es sich anfühlt, den zweiten Roman zu schreiben.
 

Foto: Alexander Conrads / © Diogenes Verlag

Elena Fischer spricht im Video darüber, wie sie sich ihren Geschichten nähert und welche Rolle die Atmosphäre für ihr Schreiben spielt.


Gibt es etwas, das dich an den 1960er-Jahren besonders fasziniert?
Ja, das Spannungsfeld zwischen dem Konservatismus, der damals vorherrschend war, und den ersten zarten Anfängen der 68er-Bewegung, generell auch die Selbstbestimmung der Frau – das sind alles Themen, die damals eine Rolle gespielt haben. In diesem Spannungsfeld bewegt sich auch der Roman. Ich finde, gerade vor dem Hintergrund ist es interessant zu sehen: Wie war Männlichkeit damals, wie wurde sie gelebt, und wie beeinflusst uns das heute noch? Das sind unsere Wurzeln, es ist die Zeit, aus der wir kommen und die uns auch jetzt noch prägt.

Josephs erste Begegnung mit Ada war einschneidend für ihn. Was waren prägende Begegnungen in deinem Leben?
Ich hatte sicher viele prägende Begegnungen. Früher in der Schule waren es Lehrerinnen oder Lehrer, die mich zum Schreiben ermuntert haben und die Vertrauenspersonen für mich wurden. Jetzt im Beruf war mit Sicherheit meine Agentin Caterina eine prägende Person, da mit ihr auch meine Karriere gestartet ist.

Welche Frauen inspirieren dich?
Mich inspirieren Frauen, die sich trauen herauszufinden, was sie wirklich wollen – von sich und vom Leben.

Elena Fischer beschreibt im Video, wie sie auf die Perspektive ihres Protagonisten Joseph kam.


In deinem Roman geht es auch um Elternrollen. Inwiefern hat dich dein Muttersein beim Schreiben beeinflusst?
Muttersein bringt Zeitknappheit mit sich. Ich denke, das gilt für die meisten Eltern. Dementsprechend habe ich noch stärker gelernt, als ich das vorher ohnehin schon konnte, die Zeit, die ich zur Verfügung habe, auch tatsächlich zu nutzen. Ich dödel einfach nicht herum. Ich setze mich an den Schreibtisch und lege los.

Wie gehst du mit Verlust um?
Zum Glück habe ich noch keine größeren Verluste erlitten. Ich hoffe, dass ich – falls dieser Fall jemals eintritt – dann mit Akzeptanz damit umgehen kann und irgendwann auch wieder nach vorne sehen werde. Das ist etwas, was ich mir wünschen würde.

Wann ist ein Mann ein Mann?
Ich würde gerne lieber fragen: Wann ist jemand ein guter Mensch? Weil es mich nicht interessiert, wann ein Mann ein Mann ist. Ich finde, jeder kann für sich selbst definieren, wie er oder sie sein möchte.

Steckt in dir mehr von Lis, Ada oder Joseph?
Von allen etwas natürlich – ansonsten könnte ich die doch gar nicht schreiben.


Elena Fischer im ZDF "heute journal"!

Hier gehts zum Beitrag vom 29.07.2026 ›Neuer Roman von Elena Fischer‹


Elena Fischer, geboren 1987, hat Komparatistik und Filmwissenschaft in Mainz studiert, wo sie mit ihrer Familie lebt. Ihr Debüt Paradise Garden wurde sofort zum Bestseller und 2023 für den Deutschen Buchpreis sowie den Debütpreis des Harbour-Front-Literaturfestivals nominiert.
Paradise Garden ist bereits in 15 Sprachen übersetzt.

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Wirf einen Schatten

Joseph ist einsam und hadert mit seinem Schicksal, nicht erst, seit seine Frau Lis mit dem gemeinsamen Sohn in die Stadt gezogen ist, weil sie den Alltag auf dem Hof nicht mehr ausgehalten hat. Wahrlich etwas Besonderes in den Sechzigerjahren auf dem Land. Zum Glück ist da noch Ada, Lis' ältere Schwester, mit der sich Joseph schon immer sehr verbunden fühlt. Und dann steht plötzlich die 20-jährige Birdie vor seiner Tür, geschwächt und auf der Flucht vor ihrer Familie. Lis, Ada und Birdie – sie werden ihrem eigenen, aber auch Josephs Leben eine ganz neue Richtung geben.


Hardcover Leinen
304 Seiten
erschienen am 22. Juli 2026

978-3-257-07390-4
€ (D) 25.00 / sFr 34.00* / € (A) 25.70
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